Welche Bedeutung Paarschlaf auf Beziehungen hat

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Neue Studien zu Schlaf und Partnerschaft sowie Chronotyp zeigen den großen Einfluss von Paarschlaf auf Gesundheit und Wohlbefinden sowie dem Beziehungsglück.

Guter Schlaf ist entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden; das ergeben immer mehr wissenschaftliche Studien. Wie aber wird die Schlafqualität bei Paaren beeinflusst, die ihre Nächte im gemeinsamen Bett verbringen? Welche Rolle spielt der Paarschlaf für die Qualität der Beziehung? Und welche Einfluss kann dabei der angeborene „Chronotyp“ haben – ob der Partner zu den frühaufstehenden „Lerchen“ gehört oder eher zu den „Eulen“?

 

Von Eulen und Lerchen

Die Schlafzeiten eines Menschen werden von zwei „Uhren“ kontrolliert: zum einen von der inneren Uhr, die einen bestimmten Chronotyp definiert und zum anderen von der äußeren Uhr wie etwa dem morgendlichen Wecker. Wer morgens immer müde und abends topfit ist, wird zu den Eulen gezählt. Wer gerne früh aufsteht und abends gerne zeitig ins Bett geht, gehört wahrscheinlicherweise zu den Lerchen.

Nach einer neueren Studie zum Paarschlaf wird der Schlaf von Frauen durch ihre Partner eher gestört. Männer hingegen scheinen den Paarschaf zu lieben: sie schlafen generell besser, wenn die Partnerin daneben liegt.

Die Bestimmung des Chronotypus und wie die innere Uhr des Menschen tickt, ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen der Experten – klarerweise auch im Zusammenhang mit Paarschlaf. Wissenschaftliche Studien zeigen, wie sehr der Chronotyp die Qualität einer Beziehung und den Paarschlaf beeinflussen kann: „Chronotyp-ähnliche Paare zeigen mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in ihrer ehelichen Problemlösung. Ähnlich kurze Einschlafzeiten beider Partner wirken sich positiv auf die Partnerinteraktion tagsüber aus“, so Prof. Dr.med. Kneginja Richter, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Nürnberg. „Paare mit unterschiedlichem Chronotyp  – zum Beispiel ein Abendtyp und ein Morgentyp – gaben an, mehr Konflikte, weniger Zeit für ernsthafte Konversationen sowie gemeinsame Aktivitäten und auch weniger sexuelle Kontakte als Paare mit dem gleichen Chronotyp zu haben.“

 

Warum Frauen unterbewusst den Paarschlaf nicht so mögen

Nach einer neueren Studie zum Paarschlaf wird bei Frauen der Schlaf durch ihre Partner eher gestört, während Männer generell besser schlafen, wenn ihre Partnerin nebenan liegt. „Evolutionsbiologische Theorien erklären dies mit der Sozialisation von Mann und Frau“, so Tagungspräsident und Leiter der Schlafmedizinischen Abteilung am Pfalzklinikum Klingenmünster, Dr. Hans-Günter Weeß.

Die Frau fühle sich beim Schlaf in der Gruppe in Ihrer Mutter- und Beschützerrolle. Nach der sozialen Rollenaufteilung falle ihr eher die Verantwortung für die Versorgung und Pflege von Familienmitgliedern zu. Die Nacht wird zur zweiten Arbeitsschicht  – und wer schläft an seinem Arbeitsplatz schon gut? Der Mann hingegen fühle sich in der Gruppe sicher und geborgen, delegiere Verantwortung für die Familie und schlafe aus diesem Grunde besser.

 

Paarschlaf und Schnarchen

Wie sehr Paarschlaf durch Schnarchen der Partner beeinträchtigt werden kann, belegen umfangreiche Untersuchungen im Schlaflabor. Außerdem zeigten Männer generell häufigere nächtliche Körperbewegungen, die von ihren Frauen oft als schlafstörend wahrgenommen werden. Bei jüngeren Paaren wurden dagegen häufiger simultane Körperbewegungen festgestellt.

Die negative Beeinflussung durch Schlafstörungen des Partners zeigte eine Langzeitstudie mit 504 älteren Paaren. Männer, deren Frauen Schlafprobleme hatten, klagten über schlechte Gesundheit, depressive Verstimmungen, geringen Optimismus sowie Unzufriedenheit in der Ehe. Demnach könnten rechtzeitig erkannte und behandelte Schlafstörungen gleichzeitig auch als Chance zur Gesundheitsförderung des Partners gesehen werden.

Quelle: www.dgsm-kongress.de.

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