Weibliche Lustlosigkeit – Ursachen und Behandlungsoptionen

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Die Sexualtherapeutin Dr. Elia Bragagna spricht im Video über die weibliche Lustlosigkeit und erklärt Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Jede dritte Frau verspürt gelegentlich oder häufig kein sexuelles Verlangen, bei jeder zehnten Frau ist diese weibliche Lustlosigkeit mit einem persönlichen Leidensdruck verbunden. Die vielschichtigen Ursachen reichen von stressigem Lebensstil bis hin zu hormonellen Veränderungen beispielsweise im Klimakterium. Lange Zeit war die Auswahl an wirksamen und gut verträglichen medikamentösen Therapien bei der weiblichen Sexualstörung limitiert.

 

Symptom weibliche Lustlosigkeit

Bei organisch bedingten Sexualfunktionsstörungen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Werden etwa im Hormonstatus Abnormitäten festgestellt, sind diese gezielt zu beheben. Dies gelingt beispielsweise bei einem erhöhten Prolaktinspiegel oder Veränderungen im Bereich der Schilddrüse relativ einfach. Schwieriger ist eine Korrektur im Bereich der Sexualhormone. Bei Vorliegen einer Erkrankung auf psychischer Ebene ist in der Therapie gezielt anzusetzen. Weibliche Lustlosigkeit ist in vielen Fällen lediglich ein Begleitsymptom. In den meisten Fällen kehrt die Sexualität von selbst zurück, wenn beispielsweise ein depressiver Mensch erfolgreich behandelt wird. Wenn weibliche Lustlosigkeit durch chronischen Alltagsstress verursacht wird, verhilft das Erlernen von Entspannungsübungen, die Integration von Meditation etc. häufig zu mehr Gelassenheit und dadurch zu mehr Bereitschaft, sich auf Sexualität einzulassen.

Damiana – Turnera diffusa © amstockphoto / shutterstock.com

Quelle: amstockphoto / shutterstock.com

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Die traditionelle Arzneipflanze Damiana

Kürzlich wurde in Österreich ein pflanzliches Arzneimittel mit dem Inhaltsstoff Damiana als Therapieoption bei nachlassendem sexuellen Verlangen zugelassen. Es wirkt nach dem Multi-Target-Prinzip, durchblutungsfördernd im Genitalbereich, hormonell stabilisierend sowie entspannend und angstlösend. Die neue pflanzliche Medikation könnte ein wichtiger Baustein in der Sexualtherapie werden.

Die traditionelle Arzneipflanze Damiana ist in Süd- und Mittelamerika beheimatet und besitzt eine lange Tradition als Aphrodisiakum. Eine klare Zuordnung der anregenden, libidosteigernden Wirksamkeit zu einem bestimmten Wirkstoff ist bei Damiana nicht möglich. Wie bei vielen Arzneipflanzen gilt auch hier der Gesamtextrakt als „wirksames Prinzip“. Phytochemischen Untersuchungen zufolge enthalten die Blätter Flavonoide (u.a. Pinocembrin, Acacetin und Apigenin), Terpene (ätherisches Öl), Glykoside (u.a. Tetraphyllin, Arbutin), Gerbstoffe und Koffein. Für den aphrodisierenden Effekt von Damiana werden derzeit v.a. drei Wirkmechanismen als relevant erachtet:

  • Es stabilisiert den endogenen Testosteronspiegel,
  • es verstärkt die Durchblutung und Befeuchtung im Genitalbereich und
  • es fördert dadurch die Erregbarkeit.

 

Darüber hinaus wirkt es angstlösend und entspannend. Alle drei Effekte kommen Frauen mit nachlassendem sexuellen Interesse sehr entgegen, insbesondere jenen zahlreichen, die heutzutage unter einem permanent hohen Stresslevel stehen.

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MEDMIX Online-Redaktion

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