Was tun gegen Bauchkrämpfe bei Babys?

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Trotz der beruhigenden, volksmundlicher Erklärung Dreimonatskoliken fragen sich viele betroffene Eltern, was tun gegen Bauchkrämpfe bei ihren Babys.

Für Eltern wie auch für Ärzte sind Schreibabys ein Problem: unstillbares Schreien, das stundenlang tagtäglich die Nerven und Geduld der Eltern auf eine harte Probe stellt und sie probieren unterschiedlichsten Behandlungsmethoden aus. Nicht selten sind Bauchkoliken bzw. Bauchschmerzen der Grund. Doch was tun gegen Bauchkrämpfe – Bauchkoliken – Bauchschmerzen, die diagnostisch nicht „greifbar“ sind?

 

Was tun gegen Bauchkrämpfe bei Babys ohne organische Auffälligkeiten?

Dabei sind die Kinder, wie auch vom behandelnden Arzt festgestellt wurde, gesund, es sind keine organischen Auffälligkeiten zu finden. Dennoch belastet das unerklärliche Schreien und die Hilflosigkeit, die Eltern von Schreibabys empfinden, aufs äußerste. Als Hoffnung bleibt nur, dass dieses Phänomen, für das auch die Mediziner nur sehr vage Erklärungen finden, nach drei Monaten vorbei ist. Dreimonats-Koliken ist daher auch der Name, den der Volksmund diesem Problem gibt. Oft werden kolikartige Bauchschmerzen als Ursache unterstellt, allerdings gibt es dafür zumeist keine wirklichen Beweise.

Wie gravierend die Auswirkungen auf die ganze Familie sind, zeigen Untersuchungen, die klar aufzeigen, dass die Konsequenzen auf unterschiedlichen Ebenen gewaltig sind:

  • Schlaflose Nächte
  • Versagensgefühle der Eltern
  • Irritabilität
  • Aggressionsgefühle
  • Eltern meiden ihre eigenen ­Babys, die viel schreien
  • Eltern entwickeln negative Emotionen gegenüber dem Baby

Bauchkrämpfe bei Babys sind häufig: die betroffenen Säuglinge schreien mehr als drei Stunden pro Tag, mehr als drei mal pro Woche und über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen.

 

Bauchkrämpfe bei Babys und die Bedeutung der Darmflora

In den letzten Jahren ist mehr und mehr die Bedeutung der Darmflora in das Interesse von Spezialisten gerückt, die sich mit dem Phänomen Bauchkrämpfe bei Babys und Bauchkoliken auseinandersetzten.

Es gibt immer mehr Hinweise, dass die normale Keimbesiedelung von Bedeutung für die Gesundheit ist und dass Auffälligkeiten in der Darmflora auch Ursache für das Entstehen von Bauchkoliken sein können.

Dazu steht beispielsweise die Wirksamkeit des probiotischen Keims Lactobacillus reuteri bei Säuglingskoliken im Blickpunkt. Das Probiotikum Lactobacillus reuteri ist ein in Muttermilch vorhandenes Bakterium, das besonders häufig auch in der Darmflora von gestillten Kindern vorkommt.

Studie mit Lactobacillus reuteri

In einer prospektiven, randomisierten Studie aus Italien wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Gabe von Lactobacillus reuteri die Symptome von Säuglingskoliken verbessern würde. Verglichen wurde die Therapie mit Simethicon – das altbewährte Entschäumungsmittel zur Behandlung vermehrter Gasbildung im Darm, wie bei Blähungen und Flatulenz.

90 gestillte Säuglinge mit Säuglingskoliken wurden willkürlich ausgewählt, ihnen entweder das Probiotikum Lactobacillus reuteri in einer Dosierung von 108 lebenden Bakterien pro Tag oder den Wirkstoff Simethicon in einer Dosierung von 60 mg/Tag täglich für die Dauer von 28 Tagen zu verabreichen.

Die Mütter vermieden in ihrer Ernährung Kuhmilch, um jegliche Interaktionen durch Kuhmilchallergene auszuschließen. Die Eltern dokumentierten täglich die Schreizeiten und Nebenwirkungen mittels Fragebogen. Die Ergebnisse der Untersuchung waren vielversprechend.

Bereits nach einer Woche verkürzte Lactobacillus reuteri die Koliksymptome bei gestillten »Schreikindern«, nach vier Wochen Behandlung war es bei 95% aller Säuglinge zu einer drastischen Verkürzung der »Schreizeiten« gekommen. Die Frage: Was tun gegen Bauchkrämpfe bei Babys, könnte somit Lactobacillus reuteri als Antwort haben. Grundsätzlich sollte eine derartige Therapieentscheidung aber mit dem Arzt oder auch Apotheker erörtert werden.

Kürzlich hat nun die gleich italienische Forschergruppe ihre Ergebnisse verifiziert und herausgefunden, dass die frühe Verabreichung von Lactobacillus reuteri bei pädiatrischen Patienten die Darmgesundheit in der Kindheit verbessern kann.

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MEDMIX Online-Redaktion

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