Vorbeugende ­Maßnahmen bei Pollinosis

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Im Mittelpunkt der exakten Diagnostik der Pollinosis steht die Anamnese. Auch die Erstellung eines Beschwerdekalenders ist sehr zu empfehlen.

Bis zu 25% der Bevölkerung zählen zu den Pollenallergikern, wobei in den letzten Jahrzehnten ein deutliches Ansteigen der Pollenallergie (Pollinosis allergica) zu verzeichnen ist. Neben einer genetischen Disposition spielen vor allem individuelle Lebensumstände sowie spezifische Umwelteinflüsse eine wesentliche Rolle.

Für die Pollinose typisch ist das entsprechend der Blütezeit der auslösenden Pflanze streng saisonale Auftreten der Symptome. In unseren Breiten werden Beschwerden im Frühjahr (Februar bis April) im wesentlichen von Baumpollen u.a. Erle, Hasel, Birke ausgelöst, im (Früh-)Sommer (Mai bis Juli) verursachen hauptsächlich Gras- und Getreidepollen eine Symptomatik.

Pollenallergien gegen Kräuterpollen – u. a. Beifuß, Ragweed, Wegerich – treten vor allem im Spätsommer/Herbst (Juli bis September) auf. Unterschiedliche klimatische bzw. geographische Verhältnisse können zu Verschiebungen in den Blütezeiten führen.

 

Diagnostik der Pollinosis

Im Mittelpunkt der exakten Diagnostik der Pollinosis steht die ausführliches Anamnese. Auch die Erstellung eines Beschwerdekalenders ist sehr zu empfehlen. Mögliche Sensibilisierungen gegen die vermeintlichen Pollenallergene werden mittels Prick-Testung an der Haut und/oder serologischer Bestimmung des spezifischen IgE (meist mittels RAST) ausgetestet. Zusätzlich ist in speziellen Fällen eine Provokationstestung mit den relevanten Allergenen notwendig. Eine exakte Diagnostik ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie der Pollinosis.

 

Therapie der Pollinosis

Die bisher einzige kausale Therapie der Pollinose stellt neben der Allergenkarenz die spezifische Immuntherapie (SIT) (=Hyposensibilisierung) dar, welche möglichst früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden sollte, um einen Etagenwechsel – d.h. das Auftreten von Asthma bronchiale im Gefolge einer Rhino-Konjunktivitis – der Erkrankung zu vermeiden. Bei der SIT werden die klinisch relevanten Pollenallergene in steigenden Dosen verabreicht, wobei derzeit mindestens 3 Jahre Therapiedauer für Patienten, die auf die Behandlung ansprechen, empfohlen werden.

Daher ist auch eine ausreichende Motivation und Compliance des Patienten für die Effektivität der SIT notwendig. Nachteile der SIT sind die potenzielle Auslösung spezifischer allergischer Nebenwirkungen und ihre limitierte Wirksamkeit bei polysensibilisierten Patienten. Die zuvor erwähnte Prävention der Pollinose durch Vermeidung übermäßiger Pollenexposition ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

 

Pollinosis vorbeugen

Um Pollinosis vorzubeugen, steht hier die Vermeidung des Allergenkontaktes – die Allergenkarenz – bzw. die Reduktion übermäßiger Pollenexposition im Mittelpunkt. Generell können zum Teil einfache Verhaltensmaßnahmen zu einer reduzierten Pollenbelastung führen:

  • Den Aufenthalt bzw. sportliche Aktivitäten im Freien während der Pollenflugphasen sollte man einschränken.
  • Rasenmähen sollte ebenfalls vermieden werden.
  • Hohe Pollenkonzentrationen treten insbesondere an sonnigen, trockenen und windigen Tagen auf.
  • Nach Gewittern und kurzen Regengüssen ist die Luft besonders belastet.
  • Beim Aufenthalt im Freien empfiehlt sich das Tragen einer Sonnenbrille und die Anwendung einer fetthaltigen Nasensalbe, die die Penetration der Pollen über die Nasenschleimhaut reduziert.
  • Zur Vermeidung der Pollenexposition in den Wohn- bzw. Schlafräumen sollte man die Fenster während des Zeitraums der größten Pollenausschüttung geschlossen halten und nur während der 2. Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden lüften.
  • Birkenpollen belasten die Luft kontinuierlich, und daher ist während ihrer Flugzeit nur kurzfristiges Lüften in den frühen Morgenstunden anzuraten.
  • Weiters hilfreich ist, die Haare vor dem Schlafengehen zu waschen, Hunde nach dem Spaziergang abzuduschen und keine Straßenkleidung in den Schlafräumen zu tragen.
  • Böden, Möbel usw. sollten regelmäßig nass gewischt bzw. mit dem Staubsauger unter Anwendung spezieller Feinstaubfilter gereinigt werden.
  • Bei Autofahrten sollten Fenster und Schiebedach geschlossen und Pollenfilter für die Lüftungsanlagen verwendet werden. Während der größten Pollenbelastung ist ein Urlaub in pollenarmen Gegenden ratsam, wo man auch z.B. die Filterwirkung des Laubwaldes nutzen kann.
  • Pollenallergiker sollten sich über Belastungsspitzen bzw. die aktuelle Pollensituation informieren.

Ein bei Pollenallergikern durch Kreuzreaktion mit bestimmten Nahrungsmitteln ausgelöstes Allergie-Syndrom, das sich durch Juckreiz und Brennen an Lippen und/oder Zunge bzw. einem pelzigen Gefühl in der Mundhöhle oder im Gaumen auszeichnet, kann verlässlich nur durch Vermeidung der relevanten Nahrungsmittel verhindert werden. Manche Patienten berichten auch über eine Reduktion lokaler Symptomatik durch Zugabe von Joghurt. Auch Erhitzen der Frucht (z.B. bei Äpfeln) führt in vielen Fällen zur Beschwerdefreiheit.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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