Volkskrankheit Plantarfasziitis

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Stechenden Schmerzen beim Auftreten ohne sichtbare Veränderung am Fuß weisen auf eine Plantarfasziitis – einer Gewebeveränderung in der Sehnenplatte der Fußsohle – hin.

Von einer sogenannten Plantarfasziitis spricht man, wenn eine Entzündung der Plantarfaszie vorliegt. Als Plantarfaszie bezeichnet man die Sehnenplatte, die unter dem Fuß von der Ferse zum vorderen Fußballen zieht, die Längswölbung des Fußes erhält und ein Absinken des Fußgewölbes – nebst Entstehung eines Plattfußes – verhindert. Diese Plantarfaszie federt beim Laufen den Schwung in der Standbeinphase beim Auftreten ab und stabilisiert unten das Fußgewölbe. In unseren Breiten leidet nahezu jeder Zehnte der erwachsenen Bevölkerung irgendwann in seinem Leben an einer Plantarfasziitis. Eine wirksame Methode – vor allem für chronisch Erkrankte – ist die extrakorpale Stoßwellentherapie (EWST).

 

Plantarfasziitis: Schmerzen, wenn sich das Gewebe in der Sehnenplatte der Fußsohle verändert

Wenn Betroffene beim Auftreten stechende Schmerzen verspüren, ohne dass eine sichtbare Veränderung am Fuß erkennbar ist, so liegt wahrscheinlich unter der Plantarfasziitis – einer Gewebeveränderung in der Sehnenplatte der Fußsohle. Die extrakorpale Stoßwellentherapie ist dagegen eine wirksame Verhandlungsoption, wobei Patienten diese Therapie frühzeitiger in Anspruch nehmen und auch finanziert bekommen sollten. Für den Therapieerfolg ist von Bedeutung, dass Ultraschall-Experten die Behandlung durchführen.

Die Plantarfasziitis verursacht einen starken Fersenschmerz. In Anbetracht der Erkrankungshäufigkeit und weil viele Patienten sogar bis zu zehn Jahre – einschließlich erheblich eingeschränkter Lebensqualität – mit diesen Fersenschmerzen leben müssen, wird in Deutschland nun die extrakorpale Stoßwellentherapie erstattet.

Eine Plantarfasziitis entsteht üblicherweise, wenn der Fuß längerfristig stark belastet wird und sich die Sehnen an der Fußsohle im Bereich der Ferse entzünden. Ursache hierfür sind meist starkes Übergewicht, Tragen von Schuhen mit harten Absätzen, Überbelastung beim Sport, stehende Berufe, eine genetisch bedingte Verkürzung des Waden- oder Oberschenkelmuskels oder ein Hohl- beziehungsweise Plattfuss. Die Patienten klagen über Anlaufschmerz in der Ferse bei den ersten morgendlichen Schritten und nach längerem Sitzen. Der Schmerz an der medio-plantaren Ferse („loco tipico“) wird als stechend beschrieben. Er bessert sich häufig nach einigen Schritten oder im Laufe des Tages. Zudem leiden Betroffene an einer Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenk. Im Erkrankungsverlauf klagen sie über einen dumpfen Schmerz unterschiedlicher Lokalisation, der teilweise auch in Ruhe besteht.

 

Extrakorpale Stoßwellentherapie wirksam

Wenn konservative Therapien mit Schuheinlagen, Dehnübungen, Medikamenten oder Physiotherapie nicht helfen, kann die Extrakorporale Stoßwellentherapie eingesetzt werden. Üblicherweise gilt die Extrakorpale Stoßwellentherapie für rund zehn Prozent der Betroffenen als letzte Therapiemöglichkeit, bevor eine chirurgische Behandlung notwendig wird.

Bei der Extrakorpalen Stoßwellentherapie werden über die Haut Ultraschallstoßwellen in die betroffene Region gebracht. Dadurch wird eine mechanische Reizung der Plantaraponeurose am so genannten kalkanearen Ursprung bewirkt. Die Reizung führt zu Mikrorissen, die einen reaktiven Heilungsprozess des Körpers auslösen, was wiederum die Durchblutung erhöht. Ferner wirkt die Extrakorpale Stoßwellentherapie häufig schon während der Anwendung schmerzstillend. Die Methode hat wegen ihres guten Erfolgs in der physikalischen Therapie zur Bewegungsverbesserung und Schmerzreduktion zunehmend an Bedeutung gewonnen.

 

Erstattung in Deutschland

Da die Behandlungskosten im Vergleich zu den sonst übrigen Pauschalen der gesetzlichen Krankenversicherung relativ hoch sind, wurde in Deutschland nun entschieden, dass nur chronisch Erkrankte und Patienten, die auf andere konservative Maßnahmen nicht ansprechen, eine Erstattung durch die Krankenkasse erhalten. Viele Patienten müssen somit zunächst einen langen Leidensweg von mindestens sechs Monaten gehen, bis sie die Extrakorpale Stoßwellentherapie kostenfrei erhalten können. Dabei steigt das Risiko, dass diese Patienten über die Plantarfasziitis hinaus noch einen größeren Fersensporn entwickeln und Zeiten unnötiger Arbeitsunfähigkeit hinzukommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) weist überdies darauf hin, dass bei der Diagnose und Therapie der Ultraschall-Anwender eine Schlüsselrolle einnimmt, die der Gemeinsame Bundeausschuss G-BA in seinem Beschluss nicht berücksichtigt hat. Als schonendste und günstigste Diagnosemaßnahme gilt der Ultraschall. Dieser sollte jedoch durch einen ausgewiesenen Ultraschall-Spezialisten erfolgen. Nur ein erfahrener Sonografie-Spezialist kann zum Beispiel bei beidseitigem Befall eine generalisierte Enthesiopathie rheumatischer Genese – also eine schmerzhafte Erkrankung des Sehnenansatzes – schnell erkennen und so eine nicht sinnvolle Behandlung vermeiden.

Die Plantarfaszie – also die Sehnenplatte an der Unterseite des Fußes – hat bei einem gesunden Menschen eine Dicke von drei bis vier Millimetern, während bei einer Plantarfasziitis die Faszienschichten oft auf sieben bis zehn Millimeter verdickt sind. Auch diffuse hypoechogene Strukturen, die als Ödeme aufgrund von kleinsten Rissen interpretiert werden – im Ultraschall dunkel dargestellte Flächen – kann der Spezialist erkennen.

Der Erfolg einer ESWT-Therapie hängt ebenso wie die Diagnostik stark vom Anwender ab. Denn es komme bei der Extrakorpalen Stoßwellentherapie neben Dauer, Intensität und Frequenz auch auf die exakte Applikation der Stosswellen an, wobei es bislang kein einheitliches Behandlungsschema gibt.

Quellen: G-BA: Extrakorporale Stoßwellentherapie kann zukünftig auch ambulant zur Fersenschmerz-Behandlung eingesetzt werden. https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/743/

 

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