Vitamin E – Tocoferole und Tocotrienole

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Tocoferole und Tocotrienole – Vitamin E – wirken antioxidativ, entzündungshemmend, antikoagulativ, antiatherogen, neuroprotektiv, immunstimulierend und antikanzerogen.

Vitamin E ist wichtiger Bestandteil des antioxidativen Systems, das primär die oxidationsempfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Phospholipide in allen Biomembranen, Blut- und Depotfetten schützt. Das Fett-Antioxidans kommt in Arzneimittel, Kosmetika und Lebensmitteln vor.

Allen voran bei rheumatischen Erkrankungen aber auch bei Infektionen, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Katarakt, Diabetes, Krebs sowie neurodegenerativen Erkrankungen – alles mit oxidativem Stress assoziierte Erkrankungen – kommt Vitamin E orthomolekularmedizinsch vorzugsweise zur Anwendung.

 

Vitamin E bei Rheuma

In verschiedenen Untersuchungen wurden Wirkung und Vorteile einer Supplementierung mit Vitamin E bei Rheuma bzw. Arthritis und Arthrose bestätigt. Dabei kam Vitamin E in unterschiedlichen Dosierungen (vor allem 200 bis 400 IE/Tag aber auch 800 bis 1200 IE) zur Anwendung. Der Mikronährstoff soll neben Entzündungshemmung und Schmerzlinderung auch die Gelenkssteifigkeit vermindern können sowie den Verbrauch von NSAR senken. Aufgrund der guten Verträglichkeit von Vitamin E – bis auf Einzelfälle mit leichten GIT-Reizungen – kann die Einnahme bei Rheuma versucht werden.

 

Vitamin E in Nahrungsmitteln

Fettlösliches, von Pflanzen gebildetes Vitamin E findet sich als natürlicher Oxidationsschutz vorwiegend in Samen, Nüssen, Mandeln, Keimlingen und deren kaltgepressten Ölen. Vitamin E kommt aber auch in Gemüse, Vollkorngetreide und Kräutern vor.

Mit Abstand die reichhaltigste Quelle für Vitamin E ist Weizenkeimöl bzw. Weizenkeimlinge, auch Sonnenblumen-, Maiskeim- und Olivenöl sind wichtige Lieferanten – weiters in fetthältige Lebensmittel wie Butter, Milch, Margarine, Eiern, Käse, Fleisch und Fisch.

 

Tocoferole und Tocotrienole

Natürliches Vitamin E ist ein Gemisch aus Tocoferole und Tocotrienole. Als wichtiges fettlösliches Antioxidans und Radikalfänger schützt Vitamin E oxidationsempfindliche Lipide besonders in Biomembranen und Lipoproteinen vor Schäden durch Sauerstoffradikale.

Beispielsweise senkt Vitamin E die LDL-Oxidierbarkeit und den HbA1c-Wert. Besonders aggressive Lipidperoxid-Radikale können abgefangen und so zerstörerische, autooxidative Kettenreaktionen unterbrochen werden, indem Tocoferol als „Kettenbrecher“ selbst zum deutlich trägeren Tocoferoxyl-Radikal wird. Dieses kann dann entweder von anderen Antioxidanzien, wie Vitamin C oder selenhältigen Glutathionenzymen regeneriert, oder in Form von Addukten „stillgelegt“ werden.

Neben den antioxidativen Effekten hat Vitamin E auch ausgeprägte entzündungshemmende Qualitäten wie Verminderung der COX- und Lipoxygenase-Aktivität, CRP-Senkung, Hemmung von Proteinkinase C und NFКB.

Durch die verminderte Freisetzung von Thromboxan-A2 zeigt Vitamin E einen antikoagulativen Effekt. Bei den antikanzerogenen Eigenschaften von Vitamin E dürften besonders γ-Tocoferol – als Hauptbestandteil des Nahrungs-Vitamin E – und γ-Tocotrienol eine Rolle spielen. Diese beiden Inhaltsstoffe sind auch stärker antiatherogen und antioxidativ als α-Tocoferol.

Einnahmeempfehlungen (Quelle: U.S. National Library of Health)


Kleinkinder (ausreichende Zufuhr von Vitamin E):

  • 0-6 Monate: 4 mg / Tag
  • 7 bis 12 Monate: 5 mg / Tag

Kinder:

  • 1 bis 3 Jahre: 6 mg / Tag
  • 4 bis 8 Jahre: 7 mg / Tag
  • 9 bis 13 Jahren: 11 mg / Tag

Jugendliche und Erwachsene:

  • 14 Jahre und älter: 15 mg / Tag
  • Schwangere Teenager und Frauen: 15 mg / Tag
  • Stillende Teenager und Frauen: 19 mg / Tag

 

Maximale Tagesdosen von Vitamin E für Erwachsene betragen 1.500 IE / Tag für natürliche Formen und 1.000 IE / Tag für synthetische.

Mangelerscheinungen. In unseren breiten sind Mangelerscheinungen (wenn dann im Zusammenhang mit Krankheiten, bei denen gleichzeitig die Aufnahme von Fetten gestört ist) selten, da Tocopherol sehr gut in der Leber und im Fettgewebe gespeichert werden kann.


Quellen:

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/002406.htm

https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-e/

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