Vitamin-E-Mangel durch hohe Blutfettwerte

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Neue Untersuchungen zeigen, dass Vitamin-E-Mangel durch hohe Blutfettwerte entstehen kann. Denn hohe Blutfettwerte verhindern, dass Vitamin E ins Gewebe gelangt.

Wieviel Vitamin E braucht unser Körper? Dies ist eine Frage, die unter Wissenschaftern immer wieder für heftige Diskussionen sorgt. Unlängst berichteten Wissenschafter der Oregon State University nun über neue Erkenntnisse hinsichtlich eines möglichen Zusammenhangs zwischen zu hohen Blutfettwerten und Vitamin-E-Mangel im Gewebe. So seien zu hohe Cholesterin- und Triglyzeridwerte daran schuld, dass Vitamin E in der Blutbahn verweilt, statt in jene Gewebe vorzudringen, in denen es dringend benötigt wird.

Hohe Blutfettwerte geben falsches Bild des Vitamin E-Status

Die soeben im American Journal of Clinical Nutrition erschienen Daten zeigten zudem, dass die alleinige Messung von Vitamin E aus dem Blut, ein falsches Bild darüber verleiht, ob eine Person tatsächlich über ausreichende Mengen oder Vitamin-E-Mangel verfügt. Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig, so die Experten, denn alleine in den USA nehmen etwa 90 Prozent der Bevölkerung zu wenig Vitamin E durch ihre Nahrung auf. Vitamin E ist besonders in Hinblick auf Arterien, Gehirn, Leber, Augen und Haut wichtig. Essenziell ist es jedoch in allen Geweben des Körpers. Als fettlösliches Antioxidans spielt es unter anderem eine wichtige Rolle in der Neutralisierung freier Radikale.

Vitamin-E-Mangel nach wie vor großes Problem

„Einige Experten raten immer wieder dazu, den empfohlenen Vitamin E Tagesbedarf zu senken. Aber in Hinblick auf die von uns beobachteten Absorptionsprobleme, ist die empfohlene Dosis von 15 mg täglich notwendig bzw. gerechtfertigt,“ so Maret Traber, Erstautorin der Studie. „Vitamin-E-Mangel ist nach wie vor ein großes Problem,“ so die Wissenschafterin.

„Die aktuelle Erkenntnisse sind besonders in Hinblick auf übergewichtige Menschen bzw. bei Personen mit metabolischem Syndrom wichtig,“ so Traber. „Nahezu jedes Gewebe im unserem Körper ist ständig oxidativen Angriffen ausgesetzt und benötigt Vitamin E um diesen standzuhalten. Aber jenes Vitamin E, welches zum Schutz des Gewebes benötigt wird, ist häufig in unserem Kreislaufsystem gefangen. Es zirkuliert zwar im Körper, gelangt aber nicht ins Gewebe.“

Vitamin E blieb bei höheren Blutfettwerten länger im Blutserum

An der Studie nahmen 41 Männer und Frauen Teil, darunter jüngere und ältere Erwachsene, die eine markierte Form von Vitamin E zu sich nahmen. Dadurch konnte der Weg des Vitamins durch den Körper nachverfolgt werden. Dabei stellte sich heraus, dass Vitamin E bei Teilnehmern mit höheren Blutfettwerten wesentlich länger im Blutserum blieb, als bei Personen mit normalen Cholesterin- bzw. Triglyzeridwerten.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass nur 24 Prozent – statt der bisher angenommenen 81 Prozent – des durch Nahrung oder Supplementierung aufgenommene Vitamin E tatsächlich absorbiert wird.

„In anderen Worten, gehen wir davon aus, dass weniger als ein Drittel des eingenommen Vitamin E tatsächlich ins Gewebe vordringt,“ so Traber. Befindet sich Vitamin E im Blut, dient dies zwar dem Schutz von LDL und HDL Cholesterin vor Oxidation. Dies ändert jedoch nichts daran, dass nicht genügend Vitamin E in unser Gewebe vordringt.“

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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