Vinpocetin gegen Mittelohrentzündung

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Der altbekannter Schlaganfall-Arzneistoff Vinpocetin aus der Pflanze Kleines Immergrün scheint auch eine wirksame Behandlung bei Mittelohrentzündung zu sein.

Vinpocetin könnte sich als sehr wirksame Alternative in der Behandlung von Mittelohrentzündungen sein. Die Substanz  soll nach Ansicht der Forscher von der Georgia State University und der University of Rochester Medical Center die Schleimüberproduktion unterdrücken, antibakteriell wirken und einhergehenden Hörverlust reduzieren.

 

Vinpocetin aus dem Kleinen Immergrün

Vinpocetin ist  und wird als Arzneistoff verwendet. Es wirkt erweiternd auf die Blutgefäße im Gehirn und erhöht den zerebralen Catecholaminstoffwechsel. Bis dato wurde der Arzneistoff – ein halbsynthetischer Abkömmling des (+)-Vincamins, dem Hauptalkaloid des Kleinen Immergrün – bei zerebrovaskulären Störungen, Schlaganfall, Demenz und schwachem bis mittelstarken Psychosyndrom aber auch bei Alzheimer eingesetzt.

 

Studie bestätigt Entzündungshemmung und Verbesserung der antimikrobiellen Abwehrkräfte bei Mittelohrentzündung

Die Studie ergab, das die topischen Verabreichung von Vinpocetin die Entzündungen und die Überproduktion von Schleim durch Streptococcus pneumoniae Bakterien unterdrückt, den Hörverlust im Mittelohr reduziert sowie eine deutlich verbesserte Bakterienfreiheit im Tierversuch bringt.

„Unsere vorläufigen Daten deuten darauf hin, dass das Vinpocetin eine entscheidende Rolle bei der Entzündungshemmung und der Verbesserung der antimikrobiellen Abwehrkräfte bei Otitis media spielt“, reüssiert Dr. Jian-Dong Li, Direktor des Instituts für Biomedizinische Wissenschaften an der Georgia State University.

Vinpocetin ist als Arzneistoff im Europäischen Arzneibuch monografiert.

 

Häufige Arztbesuche durch Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung oder Otitis media ist einer der häufigsten Beratungsanlässe beim Hausarzt. Sie tritt häufig im Kindesalter auf, da in jungen Jahren die Eustachische Röhre noch kurz und weit ist. Das erleichtert das Aufsteigen von Bakterien aus dem Nasenrachenraum.

Otitis media beginnt mit einem Stechen im Ohr, das Kind greift sich immer wieder ans Ohr und liegt hauptsächlich auf der schmerzenden Seite. Die Erkrankung muss nicht sofort antibiotisch behandelt werden, man kann die regulären Ordinationszeiten wahrnehmen. Eine altersgerechte Versorgung mit Schmerzmitteln ist angezeigt.

 

Einfache Maßnahmen bei Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen genügt meistens ein einfacher Test, um grob zwischen Otitis externa und Otitis media als häufigste Ursache von Ohrenschmerzen unterscheiden zu können. Wenn sich beim Ziehen am Ohrläppchen die Ohrenschmerzen oder der Druck auf die Ohrmuschel verstärken, ist der Gehörgang entzündet und es lieg eine Otitis externa vor.

Bei der Mittelohrentzündung spielt das Ohrläppchenziehen keine Rolle und das betroffene Kind bleibt weitgehend beschwerdelos bleiben. Auch das Alter spielt eine Rolle, denn bei Kleinkindern ist häufig das Mittelohr zu tun, bei älteren Kindern und Erwachsenen kommt es grundsätzlich eher zu einer Entzündung des äußeren Gehörganges … beispielsweise beim Baden im Freibad oder in der Therme.

Bei der Mittelohrentzündung treten neben den meist heftigen Schmerzen immer wieder Fieber und das Gefühl eines „verlegten“ Ohres auf. Eine einfache erste Behandlungsmöglichkeit im Rahmen der Selbstmedikation ist die Anwendung von abschwellenden Nasentropfen: Achtung – die Tropfen gehören in die Nase und nicht in das Ohr.

Besonders wichtig für Eltern ist zu wissen, dass bei Fieber ab 39 °C, starkem Druckgefühl im Ohr und plötzlich stark nachlassendem Hörvermögen sowie bei Schwindel, Erbrechen und Nackensteifigkeit sofort ein Arzt zu konsultieren ist.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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