Verhaltensregeln bei Halsschmerzen

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Halsschmerzen sind in neun von zehn Fällen durch eine Virusinfektion verursacht. Wer schnell wieder gesund sein will, sollte sich dementsprechend verhalten.

Während der kalten Jahreszeit haben viele Menschen mit Halsschmerzen zu kämpfen, die zwar meist harmlos sind und recht rasch abklingen – häufig auch ohne Behandlung innerhalb von wenigen Tagen. Viele häufig betroffene Personen haben persönliche Verhaltensregeln dagegen entwickelt., wobei neben » ruhiger treten « , der körperlichen Schonung, gerne Tees, Vitamine und Mineralstoffe sowie Inhalationen angewendet werden. Es gibt zusätzlich eine breite Palette rezeptfreier Medikamente, die bei Halsschmerzen effektiv die Beschwerden lindern.

Wichtig: Allgemein ist für die Übertragung von Bakterien und Viren eine Tröpfcheninfektion verantwortlich. Daher ist die Hygiene der Hände die beste Vorbeugung gegen Infektionen aller Art in der kalten Jahreszeit.

 

Viren als Verursacher

Eine Erkältung bzw. ein grippaler Infekt sind die häufigste Ursache für Halsschmerzen. Dabei dringen können mittels Tröpfcheninfektion die Viren – allen voran Rhino- und Coronaviren – in den oberen Atemweg eindringen. Es kommt zu einer Schwellung der Nasenschleimhäute, die eine gesteigerte Produktion von Nasensekret verursacht. Das Abrinnen des Sekretes in den Nasenrachenraum – postnasal drip – fördert Ausbreitung der Virusinfektion in den Rachen, die geschädigten Schleimhäute und schlechte Abwehrkräfte begünstigen das ungefilterte Einströmen der Luft mit allen Erregern und Schadstoffen in Mund- und Rachenraum.

Halsschmerzen zeigen als klinisches Bild oft Bläschen, Rötung und schmerzhaftes Anschwellen der Schleimhäute im Mund-, Hals- und Rachenraum. Hinzu kommen Schluckbeschwerden, Heiserkeit und ein Halskratzen sowie äußert unangenehme Schmerzen beim Sprechen und der Nahrungsaufnahme.

Die größte Gefahr ist es, wenn die durch die Erkältung bereits geschädigte Schleimhaut zusätzlich von Bakterien befallen wird und es zu einer sogenannten Superinfektion kommt. Dann ist mit einem komplizierteren Verlauf zu rechnen und es müssen in letzter Konsequenz Antibiotika eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt aber:

  • Halsschmerzen dauern durchschnittlich 3 bis 5 Tage.
  • Das Fieber geht meist innerhalb von 2bis 3 Tagen zurück.
  • Eitrige Komplikationen wie Peritonsillar-Abszess, Mittelohr- (Otitis media) oder Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) treten selten bis sehr selten auf.
  • Aufgrund des geringen Risikos einer Komplikation sollten keine Antibiotika eingesetzt werden.

Mit richtigen Verhaltensregeln und wirksamen Mitteln aus der Apotheke sollten Halsschmerzen nach wenigen Tagen verschwinden. Sollte das nicht der Fall sein, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren – vor allem bei weiteren Alarmzeichen wie hohes Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, eitrige Pünktchen auf der Rachenschleimhaut und so genannte Eiterstippchen.

Verhaltensregeln bei Halsschmerzen einhalten

Flüssigkeit: Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme – denn die Schleimhäute im Rachen sollten gut befeuchtet sein, damit das Immunsystem die Viren gut bekämpfen kann – viel Trinken beschleunigt auch den Abtransport der Erreger. Lutschbonbons und Lutschtabletten halten die Schleimhäute ebenfalls feucht. Das Trinken warmer Getränke – wie die berühmte heiße Zitrone oder spezielle Hals- und Rachen-Teemischungen – lindert die Halsschmerzen, wobei auch kalte Flüssigkeiten auf der gereizten Rachenschleimhaut angenehm sein können. Warme Flüssigkeiten fördern auch die Durchblutung der Schleimhäute und aktivieren so die lokale Abwehr. In diesem zusammenhang haben auch warme Halswickel ihren Stellenwert. Eine gute Befeuchtung erzielt ebenso das Gurgeln mit Salzwasser (ein Viertel Teelöffel Salz auf ein Glas Wasser) oder pflanzliche Aufgüsse.

Auf frische Raumluft achten: Überheizte Räume mit trockener Luft beeinträchtigen die Abwehrfunktion der Schleimhäute, weswegen Luftbefeuchter nebst Kontrolle der Luftfeuchte mit einem Hygrometer Sinn machen. Auch der Aufenthalt in der frischen Luft ist empfehlenswert, wobei der Hals mit einem Schal gegen die Kälte geschützt werden sollte.

Stimme schonen:Die Heiserkeit nimmt der Stimme die Kraft, das Anhebenkann zu Beschwerden führen. Wer in dieser Situation sprechen muss, sollte dennoch nicht schreien oder angestrengt flüstern, sondern so normal wie möglich reden. Denn auch das Flüstern kann der Stimme schaden, wenn dabei die Stimmbänder stark aneinander gepresst werden und so zu einer höheren Belastung führen. Wer heiser ist, sollte sich nicht räuspern, denn dabei schlagen die Stimmbänder mit Wucht aneinander.

Gurgellösungen: Gurgeln bringt desinfizierende und schmerzstillende Arzneistoffe sehr effektiv auf die entzündeten Schleimhäute. Die Nachteile am Gurgeln: Es gibt Menschen, die nicht gurgeln können, weil es bei ihnen einen Würgereiz auslöst. Zum Gurgeln eignen sich verschiedene natürliche Zubereitungen wie lauwarmer Salbeitee oder verdünnte Lösungen mit Salbei, Thymian und anderen ätherischen Ölen oder auch verdünnte Kamillentinktur. Mittel mit synthetischen Stoffen enthalten desinfizierende Substanzen – eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Wirkstoffen.

Sprays: Alternativ zum Gurgeln gibt es auch Rachen-Sprays, die ähnlich wie Gurgellösungen zusammengesetzt sind. Sie enthalten Kamille und desinfizierende Substanzen, eventuell in Kombination mit örtlich betäubenden Stoffen.

Verfügbare Darreichungsformen und wirkstoffe bei Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen und Entzündungen in Mund- und Rachenraum sind Spül- und Gurgellösungen in ihrer Wirkung oft nicht sehr effektiv. Die Wirkstoffe erreichen zwar die Schleimhaut im Mund, schaffen es aber oft nicht bis zu den Gaumenmandeln, der Rachenhinterwand oder in den Schlund. Hier ist auf geeignete Darreichungsformen zu achten.

Langsam lösliche Lutschpastillen (-bonbons) oder Lutschtabletten mit Antiseptika sollten gleichmäßig über den Tag verteilt nach den Mahlzeiten angewendet werden. Ist das vor der Mahlzeit geschehen, so sollten mindestes 30 Minuten vergangen sein, damit der eingesetzte Wirkstoff möglichst lange im Mund- und Rachenraum wirken kann.

Bei der Anwendung von Sprays sollte die betroffene Person beim Einsprühen mit einem lauten Aaaaaaaaah das hintere Gaumensegel anheben, um das Einatmen des Sprüh-Aerosols zu vermeiden.

Das Inhalieren eines Aerosols mittels Inhalator hat den Vorteil, dass der Wirkstoff über den Rachen hinaus bis in den Kehlkopfbereich vordringen kann.

Alternativ oder auch in Kombination einer systemischen und lokalen Anwendung kommen häufig orale Arzneiformen zur Anwendung, die die Halsschmerzen für mehrere Stunden lindern können.

Pflanzliche Arzneimittel und homöopathische Mittel werden oft ergänzend aber auch monotherapeutisch eingesetzt. Bonbons und Halspastillen befeuchten die Schleimhäute über Stimulation der Speichelbildung und lösen die Produktion von Lysozym und Immunglobulinen aus. Kräuterzusätze aus Salbei, Eukalyptus, oder Latschenkiefer wirken moderat desinfizierend, salzhaltige Lutschtabletten beruhen ebenfalls auf Befeuchtung und Abschwellung der Rachenschleimhaut, Isländisch Moos zeigt Schleimhaut auskleidenden Effekte, wobei ein ein ähnliches Wirkprinzip Hyaluronsäure-haltige Lutschtabletten haben, bei denen das Lutschen einen Hydrogel-Komplex auf der Schleimhaut bilden soll.

 

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Dr. Darko Stamenov

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