Venenerkrankungen im Alter vorbeugen und behandeln

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Venenerkrankungen im Alter werden sehr oft viel zu spät erkannt. Besenreisern, Krampfadern und Co. sind aber keineswegs nur typische Frauenleiden.

Die Bedeutsamkeit der Thematik Venenerkrankungen im Alter wird aus verschiedenen Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen (z.B. die Bonner Venenstudie) ersichtlich, die unter anderem besagen, dass 90% der Menschen – speziell in Mitteleuropa – Venenveränderungen und 56% Varizen haben.

Ohne Behandlung kommt es oft zur Ausbildung einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) und eines Ulcus cruris venosum. 25% der Ulcera entstehen durch eine nicht behandelte Varikose der Stammvenen.

 

Venenerkrankungen differentialdiagnostisch abklären

Geschwollene oder schmerzende Beine sowie sichtbare Knoten können eine Fülle von Ursachen haben und gehören auf jeden Fall differentialdiagnostisch abgeklärt. Die ersten Anzeichen für Venenerkrankungen sind Besenreiser und kleineren Krampfadern. Viele Patienten kommen zu spät zur Untersuchung teilweise erst in Stadien der chronisch venösen Insuffizienz.

Auf die Entstehung von Venenerkrankungen nehmen zahlreiche unterschiedliche Faktoren Einfluss. Dazu zählen neben Erbfaktoren, Körpergröße und Bewegungsverhalten auch Faktoren wie Rauchen, Übergewicht und die Art der beruflichen Tätigkeit – beispielsweise wenn man überwiegend sitzt die die Gefahr größer.

Die große Mehrzahl der Bevölkerung in unseren Breiten ist mehr oder minder schwer von Venenerkrankungen betroffen. Jeder fünfte davon muss sich im Laufe seines Lebens aus diesem Grund einem Eingriff unterziehen, jeder achte Erwachsene leidet an einer Form der chronischen Venenerkrankungen.

Auf jeden Fall müssen Venenerkrankungen ernst genommen werden – sonst riskiert man offene Wunden oder Thrombosen bis hin zu tödlichen Lungenembolien. In der Medizin gibt es eine Reihe innovativer Therapien, die zum Teil bereits die herkömmlichen chirurgischen Methoden abgelöst haben. Mittlerweile lassen sich Krampfadern auch mit Hilfe von Laser- und Hochfrequenzwellentherapie entfernen.

 

Venenerkrankungen im Alter medikamentös und operativ behandeln sowie Kompressionsverbände einsetzen

Zur Therapie von Venenerkrankungen sind operative und medikamentöse Methoden verfügbar. Ein relativ neues, innovatives, minimal invasives Konzept in der Varizenchirurgie – als Alternative zu Stripping – ist die endovenöse Obliteration. Dabei kann die Obliteration thermisch, mittels Radiofrequenzkatheter, Laser bzw. Wasserdampf oder chemisch durch Schaumverödung erfolgen. Durch den Eingriff entstehen keine Narben und der Behandlungsablauf kann intraoperativ mittels Ultraschall kontrolliert werden.

Zur Therapie der oberflächlichen Thrombophlebitis werden neben Kompressionsverbänden (Kurzzug), Heparin (topisch und bei Bedarf systemisch), Antiphlogistika, Enzyme und Flavonoide eingesetzt.

Zur konservativen Behandlung der Venenerkrankungen mit Venenmedikamenten ist zu bemerken, dass Venenmedikamente gegen Ödeme wirken, die Venenwand abdichten, antientzündlich wirksam sind und die Gefäßwände vor Schäden schützen können. Sie sind aber kein Ersatz für Kompression, Operation oder Verödung.

 

Pflanzenheilkunde bei Venenerkrankungen

Rosskastanie. Der in den Samen der Rosskastanie enthaltene Wirkstoff Aescin kommt häufig bei Beschwerden chronischer Venenerkrankungen unterstützend zum Einsatz. Beschwerden wie Schweregefühl, Schmerzen, Schwellungen und Juckreiz in den Beinen sowie nächtliche Wadenkrämpfe bessern sich beim Einsatz der Rosskastanie. Aescin dichtet geschädigte Blutgefäße ab, so dass weniger Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe übertritt. Dadurch wird die Ansammlung von Wasser in den Beinen verringert. Obwohl man die Erwähnung der Rosskastanie erst in den Kräuterbüchern aus der Mitte des 16. Jahrhunderts findet, ist diese Phytotherapie schnell zum festen Bestandteil der Humanmedizin geworden.

Weinlaub. Eine weitere Heilpflanze, die einen positiven, unterstützenden Einfluss bei Venenerkrankungen zeigt, ist das rote Weinlaub. Es enthält etwa fünf Prozent Flavonoide – beispielsweise die Substanzen Quercitrin und Rutin sowie verschiedene Gerbstoffe. Rotes Weinlaub soll positiv auf die Venenfunktion wirken, wobei speziell die Flavonoide – sekundäre Pflanzenstoffe – dafür verantwortlich sein sollen. Die Wirkungen sind der Rosskastanie ähnlich, sind entzündungshemmend, dichten die Gefäßwände ab und verhindern ein Eindringen von Wasser ins Gewebe.

Mäusedornwurzelstock. Der Mäusedornwurzelstock ist ebenfalls ein altbekannter pflanzlicher Wirkstoff zur
unterstützenden Hilfe gegen Beschwerden bei Venenerkrankungen – vor allem bei leichten Durchblutungsstörungen der Venen, die moderate Schmerzen und ein Schweregefühl in den Beinen hervorrufen. Medizinisch verwendet wird der Wurzelstock Mäusedorns – Rusci aculeati rhizoma, dessen wichtigste Inhaltstoffe Saponine sowie Ruscin und Ruscosid sind, hinzu kommen ätherische Öle und Phytosterole. Die Qualitätsanforderungen im Europäischen Arzneibuch (PhEur) fordern übrigens ein Gehalt an Steroidsaponine von mindestens 1%.

Zinnkraut. Zur Stärkung des Bindegewebes in Prophylaxe und Therapie von Venenerkrankungen kann unterstützend Zinnkraut eingesetzt werden, das sich mit seinem hohen Gehalt an Kieselsäure hier bewährt hat. Diese sorgt nicht nur für gesunde und harte Finger- und Fußnägel, sondern strafft auch die Haut und verbessert ebenfalls die Durchblutung.

Venenerkrankungen vorbeugen

  • viel Bewegung, die Venenpumpe mittels körperlicher Aktivitäten wie Wandern, Walken, Laufen und Radfahren stärken.
  • bei Berufen mit langem Sitzen oder Stehen bzw. mit wenig Bewegung sollte man es organisieren, dass man zwischendurch regelmäßig die Beine hoch lagern kann.
  • Beine beim Sitzen überschlagen behindert den Blutfluss und sollte vermieden werden.
  • Wenn es in den Beinen zu warm wird, weiten sich die Venen und die Blutzirkulation verschlechtert sich. Kalte Beingüsse und kühle Umschlägen sind hilfreich, Saunagänge sollte eher nicht gemacht werden.
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang weitet ebenfalls die Venen und sollte vermieden werden.
  • Achten Sie auf die S-L-Regel: „Sitzen und Stehen sind schlecht; Laufen und Liegen sind lobenswert.“
  • Tragen von Kompressionsstrümpfen, dadurch werden die Venen von außen komprimiert und deren Querschnitt verringert sich – die Venenklappen können so besser schließen und das Blut wird besser abtransportiert.

Weitere Informationen:

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/patientinstructions/000615.htm

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/varicose-veins/basics/definition/con-20043474

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About Author

Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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