Vaginalmykosen lokal und systemisch therapieren

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Vaginalmykosen gehört zu den häufigsten Erkrankungen der weiblichen Genitalien. Lokal und gleichzeitig systemisch behandelt kommt es zum rascheren Therapie­erfolg.

Vor Behandlungsmeginn von Vaginalmykosen – dem Scheidenpilz – wird untersucht, ob es sich um eine akute primäre Vaginalmykose oder um immer wiederkehrende Infekte handelt. Bei unproblematischen, nicht rezidivierenden Vaginalmykosen kann versucht werden, die Symptomatik mit einer Lokaltherapie in den Griff zu bekommen. Hier ist es durchaus möglich, einen guten Therapieerfolg mit negativer Pilzkultur zu erzielen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zusätzlich zu einer systemischen Therapie auch lokale Antimykotika zu geben, weil bekannt ist, dass mit systemischen Antimykotika oft die Heilung verzögert eintreten kann. Wenn man also sowohl lokal als auch systemisch behandelt, hat man einen rascheren Therapie­erfolg. Eine systemische Anwendung von oralen Antimykotika ist nicht immer unproblematisch, z.B. in Hinsicht auf zusätzliche Belastung der Leber.

Eine systemische Anwendung von Antimykotika, wie auch von Antibiotika, sollte immer überlegt durchführt werden, wobei systemische Antimykotika sehr gut verträglich sind. Wenn jedoch eine Patientin bereits eine vorgeschädigte Leber hat – z.B. aufgrund einer durchgemachten Hepatitis-Erkrankung –, dann wird man von einer systemischen Therapie überhaupt Abstand genommen.

Bei rezidivierenden Vaginalmykosen ist der Einsatz von systemischen Antimykotika, eventuell unterstützt mit einer lokalen Therapie angezeigt. Sollte eine Kontraindikation für eine systemische Therapie vorliegen, dann wäre eine lokale Antimykotika-Therapie indiziert. Manche Patientinnen stehen einer Tablettentherapie eher abweisend gegenüber. Andererseits gibt es Patientinnen, die über Wochen und Monate eine Lokaltherapie anwenden und eine Fortsetzung als Beeinträchtigung der Lebensqualität empfinden. Hier sollte eine Systemtherapie angestrebt werden.

 

Psychische Faktoren bei rezidivierenden Vaginalmykosen

Psychische Faktoren spielen bei rezidivierenden Vaginalmykosen für die Therapiewahl eine große Rolle. So hat man in einer Studie festgestellt, dass gerade bei Frauen, die immer wieder Probleme mit Vaginalmykosen haben, die Bereitschaft, wieder eine Lokaltherapie durchzuführen nicht besonders groß ist, da die Vaginalsuppositorien z.B. auch für das Sexualleben als störend empfunden werden.

Warum es bei manchen Frauen zu rezidivierenden Vaginalmykosen kommt, ist nicht ganz geklärt. Offensichtlich gibt es eine lokale Immunschwäche. Verschiedene Untersuchungen weisen darauf hin, dass offensichtlich lokale Faktoren in der Immunabwehr eine beachtliche Rolle spielen.

Basierend auf genetischer Disposition neigen manche Frauen eher zu Vaginalmykosen. So wie manche leichter unter Herpes genitalis oder Warzen im Genitalbereich leiden, gibt es Frauen, die immer wieder von einer Candidiasis betroffen sind.

Bei rezidivierenden Vaginalmykosen nimmt man an, dass sie nicht exogen verursacht sind, sondern es sich um eine endogene Reaktivierung – eine Besiedelung die wieder symptomatisch wird – handelt.

Einer von zahlreichen Risikofaktoren ist die Gabe von Antibiotika. Gerade wenn rezidivierende Harnwegsinfekte vorhanden sind, ist eine Antibiotika-Gabe immer wieder notwendig und die Pilzinfektion ein anschließendes Problem. Dieser Zyklus muss durchbrochen werden.

Hier besteht die Möglichkeit, die Rezidive durch eine zusätzliche Lokaltherapie noch besser in den Griff zu bekommen. Abgesehen von Candida albicans, der ja in ca. 90 Prozent der Fälle als Keim bei der Frau nachgewiesen wird, können auch Candida parapsilosis und Candida glabrata, der auf jegliche Therapie sehr schlecht anspricht, nachgewiesen werden. Wenn man in diesem Fall eine systemische und lokale Therapie kombiniert, hat man eine höhere Erfolgsrate.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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