Trotzphase und ihre Bedeutung

0

Zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr kommen Kinder in die Trotzphase, in der die Kleinsten die Bedeutung des Wortes »nein« entdecken und die Reaktionen darauf testen.

Zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr ist es im Leben unserer Kinder meistens soweit: Es wird die Bedeutung des Wörtchens »nein« entdeckt, erforscht und der Umgang damit augenscheinlich vergnüglich erprobt. In dieser Trotzphase beginnen die Kleinkinder auch das »Ich« anstelle des eigenen Vornamens zu verwenden, was in Folge erstmals die Willensäußerung »Ich will nicht« beziehungsweise »Ich will« möglich macht. Doch nicht jede Idee lässt sich verwirklichen und nicht jeder Wunsch ist durchsetzbar. Diese für das weitere Leben und auch den Charakter sehr wichtigen Erfahrungen, die Kinder in dieser Phase des Lebens machen müssen, können so manche Tränen und auch Geschrei hervorrufen.

 

Die Trotzphase ist wichtig

Wenn die Trotzphase beginnt, ist das positiv, da das Kind einen neuen wichtigen Entwicklungsschritt macht. Die Kinder lernen zu laufen, werden mobiler und entdecken ihre Persönlichkeit und den eigenen Willen. Die Eltern stellen gerade deswegen mehr Regeln und Verbote auf. Dabei müssen sie wie das Laufen und Sprechen lernen, ihre Gefühle zu regulieren und nicht jedes Bedürfnis zu befriedigen.

Für Eltern ist ein positiver Umgang mit ihren Kindern auch deren Trotzphase entscheidend. Denn es kann sehr lange dauern. Eltern sollten in diesen Phasen besonders aktiv und selbsbewußt erziehen. Kinder erkennen sofort, wenn Eltern Schwäche zeigen und versuchen dies auszunutzen. Deswegen müssen Eltern ihren Kindern zeigen, wie man Wut anders äußern kann, müssen Grenzen aufzeigen, sollten aber auch nicht jede Kleinigkeit verbieten.

 

Kämpfe in der Trotzphase

In der Trotzphase erleben die Kinder erstmals ein Diskrepanz zwischen Wollen und Können, die sehr verunsichernd sein kann. Die eigenen inneren Spannungen führen dann nicht selten oft zu heftigen Gefühlsausbrüchen. Noch mehr stört es die betroffenen Kinder, wenn die Eltern ihrem Willen etwas entgegenzusetzen haben.

Sie reagieren darauf mit Frustrationen, die nicht selten in den berühmt-berüchtigten Anfällen in der Trotzphase enden. Dann stampfen die Kinder, sie schreien, sie werfen und wälzen sich auf den Boden, stoßen Sachen um oder werfen mit Gegenständen um sich. Das kann bis zum Luftanhalten führen, wodurch es manchmal sogar zu kurzen Ohnmachtsanfällen kommen kann.

Erfahrungen in der Trotzphase für das weitere Leben sehr wichtig

Die erste Trotzphase – die mehrere Monate andauern kann – ist sehr anstrengend für Eltern. Aber auch für das Kind ist sie eine Belastung. Und wenn die Trotzphase noch so schwierig ist und manche Eltern sich kaum mehr zu helfen wissen: In dieser Zeit macht das Kind einen Schritt, der für sein weiteres Leben und das Zusammenleben wichtig ist: Es lernt, seinen Willen zu steuern und damit verbundene frustrierende Erlebnisse zu verarbeiten. Das sind Erfahrungen, die für das spätere Leben von großer Bedeutung sind.

Share.

About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Comments are closed.