Tod durch Sepsis vermeiden

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Tod durch Sepsis – durch schwere Sepsis und septischen Schocks – liegt in deutschen Krankenhäusern 10 bis 20% höher als in vergleichbaren Ländern.

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. (DSG), Deutsche Sepsis-Hilfe e.V., Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) und Sepsis Stiftung zu Tod durch Sepsis: Seit Jahren liegt die Krankenhaussterblichkeit der schweren Sepsis und des septischen Schocks in Deutschland mit 41,2 Prozent 10 bis 20 Prozent höher als zum Beispiel in Australien (18,5 Prozent), den USA (23,2 Prozent) und England (32.1 Prozent). Zwischen 15.000 und 20.000 Todesfälle pro Jahr wären durch Steigerung der Impfraten, Reduzierung vermeidbarer Krankenhausinfektionen und vor allem durch bessere Früherkennung und Behandlung der Sepsis als Notfall vermeidbar.

Sepsis ist meist die Folge einer unbeherrschten Infektion der Atemwege, des Harntrakts, des Bauchraums, des Gehirns oder des Haut- und Muskelgewebes. Sie kann jedoch auch durch Grippeviren, das Ebolavirus oder Malaria ausgelöst werden. Zu spät oder unbehandelt kommt es in der Folge zu irreparablen Organschäden und schließlich zum Tod.

Sepsisplan gegen Tod durch Sepsis

Bei 320.198 beziehungsweise 136.542 Menschen in Deutschland wurde 2015 eine Sepsis beziehungsweise eine schwere Sepsis diagnostiziert. Bei 23,1 beziehungsweise 41,2 Prozent kam es noch im Krankenhaus zum Tod durch Sepsis, viele der Überlebenden erlitten dauerhafte Schäden. Die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe initiierte WHO Resolution „Verbesserung der Prävention, Diagnose und des Managements der Sepsis“, hebt hervor, dass die Mehrzahl der weltweit jährlich über sechs Millionen Sepsistoten vermeidbar ist. Dies macht Sepsis weltweit zur Nummer eins bei den vermeidbaren Todesfällen. Diese Resolution fordert deshalb die Implementierung nationaler Strategien. „Die im internationalen Vergleich hohe Sepsissterblichkeit in Deutschland ist inakzeptabel“ sagt Professor Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung. „Diese erschreckenden Zahlen bedeuten vielfach unnötiges menschliches Leid und mit 7.7 Milliarden Euro direkten Behandlungskosten auch eine extreme finanzielle Belastung für das deutsche Gesundheitssystem“. Es fehlt nicht an materiellen Ressourcen. Kein Land der Welt, außer den USA, gibt mehr für das Gesundheitswesen aus als Deutschland. „Es fehlt an interdisziplinärer und transsektoraler Zusammenarbeit und an einem fach- und sektorenübergreifenden Qualitätsbewusstsein“ sagt Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V.(APS). „Es ist deshalb sehr erfreulich, dass die zentralen medizinischen Fachgesellschaften sich bereit erklärt haben, die Forderung für einen Nationalen Sepsisplan zu unterstützen, und an seiner Entwicklung und Umsetzung mitzuwirken.“

In England, Irland und im Staat New York wurden wichtige Elemente eines Nationalen Sepsisplans implementiert. In England wird jede Familie bei Geburt eines Kindes, mittels einer Broschüre über die Verdachtssymptome einer Sepsis aufgeklärt und über eine Notfallnummer Hilfe angeboten. Am 6. November 2017 hat Gouverneur Cuomo im Staat New York ein Gesetz vorgestellt, welches die Unterrichtung der Schüler über Sepsis regelt.

In Deutschland ist derzeit Sepsis weder in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes noch bei der Arbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berücksichtigt. Nur wenige Krankenhäuser haben bisher krankenhausweite Qualitätsinitiativen zu Diagnose und Behandlungsstandards etabliert, wie sie für weit weniger häufig vorkommende Krankheitsbilder wie Herzinfarkt oder Schlaganfall seit Jahrzehnten Standard sind. Die Initiatoren für einen Nationalen Sepsisplan fordern deshalb, die an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien auf, die Forderung nach einem Nationalen Sepsisplan im Koalitionsvertrag zu verankern.

Quelle: www.aps-ev.de

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