Thrombozytenaggregationshemmer Acetylsalicylsäure

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Die antithrombotische Eigenschaften der Acetylsalicylsäure wurden vor mehr als 50 Jahren beschrieben, heute gibt es täglich Millionen von Anwendungen.

Acetylsalicylsäure zählt zu den erfolgreichsten Wirkstoffen und wurde 1899 auf den Markt gebracht (Aspirin von Bayer). Heutzutage gibt es zahlreiche Präparate mit Acetylsalicylsäure, wobei deren Wirkung sehr vielschichtig ist. So wird die Acetylsalicylsäure wird als Analgetikum gegen Schmerzmittel, als Antipyretikum gegen Fieber, als Antiphlogistikum gegen Entzündungen sowie auch als sogenannter Thrombozytenaggregationshemmer zur Vorbeugung von Blutgerinnseln angewendet. Der klinische Nutzen einer adäquaten Aspirin-Therapie in der Primär- und Sekundärprophylaxe kardiovaskulärer Erkrankungen wird durch die Ergebnisse zahlreicher placebokontrollierter Studien belegt.

 

Thrombozytenaggregationshemmer Acetylsalicylsäure

Die antithrombotische Eigenschaften der Acetylsalicylsäure wurden in der Mitte des 20. Jahrhunderts beschrieben, wodurch das Aspirin heutzutage der am meisten verordnete Thrombozytenaggregationshemmer ist – bei täglich Millionen von Anwendungen.
Pathogenetisch liegen dem Großteil der kardiovaskulären Erkrankungen atherosklerotische Prozesse zugrunde. In der Folge kommt es durch Läsionen des Endothels bzw. durch die Ruptur atheromatöser Plaquebildungen zur lokalen Plättchenadhäsion und -aktivierung. Dies resultiert schließlich in der Formation ­eines intravasalen Thrombus mit konsekutivem Gefäßverschluss und einer Ischämie des entsprechenden Versorgungsgebiets.
Je nach Lokalisation des Geschehens können sich klinisch Myokardinfarkt, kardiovaskulärer Tod, ischämischer Insult oder auch eine peripher-arterielle Symptomatik präsentieren.

Wirkmechanismus der Acetylsalicylsäure

Die Resorption von Aspirin nach oraler Gabe erfolgt im ­Magen und im oberen Dünndarm, wobei die höchste Plasmakonzentration etwa 30 Minuten nach der Einnahme erreicht wird. Die antithrombotischen Effekte der Acetylsalicylsäure sind auf eine Interaktion, insbesondere mit der Cyclooxygenase-1 der Thrombozyten zurückzuführen. Durch Acetylierung des Serin-530 der Cyclooxygenase-1, kommt es zu einer irreversiblen Inaktivierung des betreffenden Enzyms. Nachdem die anukle­ären Blutplättchen nicht in der Lage sind, Enzyme zu synthetisieren und die inaktivierte ­Cyclooxygenase zu ersetzen, sind Aspirin-vermittelte Effekte über die gesamte Lebensdauer der Thrombozyten von ungefähr 10 Tagen nachweisbar.
Nach einer Einzeldosis Acetylsalicylsäure erholt sich die Aktivität der ­Cyclooxygenase, dem normalen Plättchenumsatz entsprechend, somit um circa 10% pro Tag. Über Inhibition der Cyclooxygenase-1 verhindert Aspirin die Umwandlung von Arachidonsäure zu Prostaglandin-G2 und damit in weiterer Folge die Bildung von Prostaglandin-H2 und Thromboxan-A2. Resultat ist ein Abfall des Thromboxan-A2-Plasmaspiegels. Der Großteil der antithrombotischen Wirkung von Aspirin kommt letztlich ­also durch das Wegfallen des ­vasokonstriktorischen und aggregationsfördernden Potenzials von Thromboxan-A2 zustande. Die Wirkung von Aspirin auf die Cyclooxygenase-2 ist in etwa 170-mal schwächer als auf die Cyclooxygenase-1 und zieht in erster Linie entzündungshemmende Effekte nach sich.

Quelle:

Problematik ­Aspirin-Resistenz. Dr. Thomas Gremmel, PD Dr. Sabine Steiner. Univ.-Prof. Dr. Christoph W. Kopp. MEDMIX 4/2007

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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