SYSADOA bzw. DMOAD in der Arthrosetherapie

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Beim Therapiekonzept der SYSADOA bzw. DMOAD kommen Substanzen zum Einsatz, die keine Sofortwirkung ausüben, aber langsam positive Effekte entfalten sollen.

Beim Therapiekonzept der SYSADOA bzw. der DMOAD werden Wirkstoffe angewendet, die zwar nicht sofort wirken – wie im Gegensatz dazu zum Beispiel Antirheumatika oder intraartikuläre Steroide –, aber langsam bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie in der Arthrosetherapie positive Effekte entfalten sollen. Eine Gelenkarthrose ist eine sehr häufig auftretende Alterserscheinung, die bereits in jüngeren Jahren durch Verletzungen, Entzündungen oder allgemeiner Überlastung der Gelenke schon dazu führen können, dass der Gelenkknorpel beschädigt oder abgebaut wird.

 

SYSADOA und DMOAD

Langsam wirkende Substanzen in der Arthrosetherapie unterteilen sich in sogenannte SYSADOA und DMOAD, die den früheren »Chondroprotektiva« entsprechen (Tabelle 1).

Gegenüberstellung DMOAD und SYSADOA


Eigenschaften von DMOAD Eigenschaften:

  • Verlangsamung der Knorpeldegeneration
  • Verstärkung der Regeneration
  • Stimulierung der Chondrozytenproliferation
  • Steigerung der Kollagensynthese

Eigenschaften von SYSADOA:

  • Keine NSAR
  • Keine direkte analgetische Wirkung
  • Verzögerter Wirkungseintritt
  • Nach Absetzen prolongierter Effekt

 

Tabelle 1

Charakterisiert sind SYSADOA – englisch Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-Arthritis – durch eine fehlende direkte analgetische und krankheitsmodifizierende Wirkung. Ihr Wirkungseintritt erfolgt verzögert, dafür hält die Wirkung für einen definierten Zeitpunkt nach Absetzen des Präparates an (Carry-over-Effekt).

Die derzeit als SYSADOA geltenden Substanzen sind vor allem das orale Chondroitinsulfat, Glukosaminsulfat sowie Diacerrhein und einige pflanzliche Extrakte aus Avocado, Sojabohne oder Artischocke, weiters die intraartikulär applizierbare Hyaluronsäure.

 

DMOAD – Chondroprotektiva

Für DMOAD (Disease Modifying Osteo-Arthritis Drugs), früher auch Chondroprotektiva genannt, ergeben sich zwei mögliche Wirkprinzipien: Die verlangsamte Knorpeldegeneration und das Remodelling – die verstärkte Knorpelregeneration. DMOAD-Kandidaten sollten folgende Eigenschaften aufweisen: Stimulierung der Chondrozytenproliferation, vermehrte Kollagen-II- und Proteoglykansynthese, eine Verminderung der enzymatischen Matrixdegeneration sowie einen Antizytokineffekt, vor allem gegen IL-1. Theoretisch als DMOAD möglich erscheinen Matrixbestandteile, wie beispielsweise Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure, weiters Metalloproteinase-Inhibitoren (zum Beispiel Tetrazykline) und darüber hinaus auch Zytokine oder Zytokinantagonisten (z.B. Diacerrhein).

Für die genannten Substanzen bestehen starke Hinweise auf krankheitsmodifizierende Wirkungen (DMOAD-Wirkung). Symptomatische und prolongierte Effekte auch nach Absetzen (SYSADOA-Wirkung) können für die genannten Substanzen als gesichert und vorausgesetzt gelten. Diese Substanzen sind auch fester Bestandteil internationaler Empfehlungen zur Therapie der Osteoarthrose oder besser Osteoarthritis. Auch Cortison hat schmerzhemmende Eigenschaften. Es kann peroral, intravasal, intramuskulär und auch intraartikulär eingesetzt werden.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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