Stechapfel: pharmakologische Eigenschaften von Datura stramonium

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Der Stechapfel ist eine Pflanze mit giftigen und medizinischen Eigenschaften, der nach wie vor eine große Bedeutung für die Volksmedizin Asiens hat.

Der Stechapfel – Datura stramonium, Solanaceae – ist in vielen Kulturen als Bestandteil von verschiedenen rituellen und medizinischen Zubereitungen bekannt. Die Indianer nennen ihn »die heilige Blume des Nordsterns«. Im Mittelalter war Datura stramonium ein beliebtes Zauber-, Hexen- und Heilmittel. Doch auch heute noch hat der Stechapfel mit seinen giftigen und medizinischen Eigenschaften in der Ethnomedizin Asiens – nicht zuletzt aufgrund des großen pharmakologischen Potenzials – einen beachtlichen Stellenwert.

 

Wirkstoffe vom Stechapfel

Mehrere Alkaloide, Kohlenhydrate, Fette, Proteine ​​und Gerbstoffe wurden in Datura stramonium nachgewiesen. Als wirksame Inhaltsstoffe wurden in der Pflanze Tropanalkaloide entdeckt, in den Samen auch Beta-Carboline. Die wichtigsten sind Scopolamin und Hyoscyamin/Atropin, daneben Apoatropin, Apohyoscin, Tropin, Belladonnin, Meteloidin, Norhyoscin oder Noratropin.

 

Pharmakologische Eigenschaften von Datura stramonium

Die Blätter oder das Kraut wurden allein oder gemeinsam mit anderen Kräutern ­geraucht, geräuchert, gekaut oder als Tee getrunken. Zerstoßene Samen oder Blätter wurden auch mit Salbengrundlage vermischt eingerieben oder alkoholischen Getränken zugegeben. Die bekannten Hexensalben wurden am Bauch im Bereich des Solarplexus einmassiert und bewirkten so Visionen und Halluzinationen.

Verschiedene in einer großen indischen Studie 2012 nachgewiesene Wirkungen von Stechapfel sind: analgetische und antiasthmatische Aktivität, antimikrobielle, entzündungshemmende und sogar antikanzerogene Wirkungen. Weiters zeigten die Stechapfel-Inhaltsstoffe antimykotische Aktivitäten gegen einige Pilz-Erreger. Weiters werden Effekte vermutet, die als Mückenschutz dienlich sind. Vielfach untersucht und bestätigt sind die anticholinergene Effekte, die auch ein Suchtpotenzial darstellen – aufgrund der Internetverfügbarkeit durchaus problematisch.

 

Sicherheitsaspekte

Aufgrund der Toxizität der Pflanze ist eine sehr sorgfältige Anwendung und große Erfahrung erforderlich. Die Einnahme induziert charakteristische Symptome wie Mundtrockenheit, starkes Durstgefühl, verschwommene Wahrnehmung mit prominenter Mydriasis – Weitstellung der Pupillen – sowie erhöhter Herzfrequenz. In Folge kommt es zu Halluzinationen, Delirium und Verlust der motorischen Koordination – Auswirkungen, die letztlich sogar zu Atemversagen bis hin zum Tode führen können.

Quelle und weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3621465/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2938509/

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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