Sport verbessert die Hirnfunktion

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Sport verbessert die Hirnfunktion bei älteren Erwachsenen, körperliche Fitness steigert Konzentration und Aufmerksamkeit bei älteren Erwachsenen.

Unser Gehirn altert – so wie auch der Rest des Körpers. Doch es gibt Mittel und Wege, auch im Alter bei scharfem Verstand zu bleiben. Körperliche Aktivität hat sowohl bei gesunden als auch kranken Personen mittelbare und unmittelbare Auswirkungen, Sport verbessert die Hirnfunktion folgerichtig. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass körperliches Training kognitive wie nichtkognitive Hirnfunktionen verbessert und vorbeugend hilft, um diverse neuropsychiatrischer Erkrankungen aufzuhalten.

 

Sport verbessert die Hirnfunktion bei Gesunden, bestätigt eine aktuelle US-Studie

Diese kurze Übersicht konzentriert sich auf Sport und körperliche Aktivität bei normaler Hirnfunktion und fasst zusammen, welche Mechanismen den beobachteten Wirkungen zugrunde liegen könnten, welche methodologischen Schwierigkeiten bestehen, welche Beziehung zu Konzepten von Plastizität und neuralen Reserven vorliegen und welche evolutionäre Relevanz der zunächst überraschend erscheinende Befund hat, dass Sport „gut für das Gehirn“ ist.

Auch laut der am University of Kansas Medical Center durchgeführten Untersuchung, können ältere Erwachsene ihre kognitive Leistung durch körperliche Aktivität bewahren bzw. steigern. Dies bestätigt verschiedene Ergebnisse der letzten Jahre.

Die von Dr. Jeffrey Burns, Professor für Neurologie und Co-Direktor des KU Alzheimer’s Disease Center, durchgeführte Studie umfasste Erwachsene der Altersgruppe 65+, die keinerlei Anzeichen kognitiver Beeinträchtigungen zeigten. Ziel der randomisierten kontrollierten Studie war es festzustellen, welches Trainingsausmaß notwendig ist, um positive Effekte auf das Gehirn älterer Erwachsene zu erzielen.

Dafür wurden Studienteilnehmer in vier Gruppen geteilt, wobei eine Gruppe 75 Minuten, eine 150 Minuten und eine weitere Gruppe 225 Minuten pro Woche trainierten. Als Vergleich dienten Teilnehmer einer Kontrollgruppe, die keiner sportlichen Aktivität nachgingen.

Alle Teilnehmer, die ein Trainingsprogram absolvierten, zeigten gegenüber der Kontrollgruppe kognitive Verbesserungen, wobei die Wirkung mit steigender Bewegungsdauer zunahm. Beispielsweise verbesserte sich die räumlich-visuelle Verarbeitung – d.h. die Fähigkeit sich im Raum zu orientieren und Gegenstände und deren Distanz zueinander wahrzunehmen. Zudem führte regelmäßige Bewegung zu einer Verbesserung der Aufmerksamkeit und Konzentration. Zudem scheint die Intensität, und nicht so sehr die Dauer der Bewegung, wichtig zu sein.

„Für eine verbesserte Hirnfunktion ist es nicht genug sich einfach mehr zu bewegen,“ so Eric Vidoni, Professor für Neurologie am KU Medical Center und Erstautor der Studie. „Wichtig ist es auf Sportarten zu achten, die zur Steigerung der Gesamtfitness beitragen.“

 

“Es macht mir großen Spaß meinen Geist zu trainieren, aber nicht meinen Körper.”

Marjorie Troeh, 80 Jahre alt, befand sich unter den Probanden mit dem kürzesten wöchentlichen Sportprogramm. “Es macht mir großen Spaß meinen Geist zu trainieren, aber nicht meinen Körper,” so Troeh. “Dass Bewegung die Ausdauer und Beweglichkeit verbessert wusste ich. Das aber auch das Gehirn davon profitiert, war mir neu.” “Ich lebe umgeben von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen,” so Troeh. “Es ist mir wichtig alles dafür zu tun, mein Wissen auf diesem Gebiet zu erweitern und meine kognitiven Fähigkeiten zu stärken.

 

Sport verbessert die Hirnfunktion vor allem in Kombination mit einer Reihe anderer Maßnahmen

Demenz-Erkrankungen sind nachwievor nicht heilbar. Doch noch bevor man Symptome wahrnehmen kann, ist eine frühe Diagnose bereits möglich. In diesem frühen Stadium können dann zahlreiche therapeutische Maßnahmen das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Dazu ist aber individuelle Beratung und Betreuung sowie die Adhärenz der Betroffenen notwendig.

„Eine Untersuchung zur Frühdiagnose einer möglicherweise zu erwartenden Demenz-Erkrankung ist für viele Personen der einzig sinnvolle Weg, sich Gewissheit zu verschaffen. Allerdings darf der Patient weder mit der Diagnose alleine gelassen noch die anschließende Therapie versäumt werden“, sagt Professor Tobias Hartmann, der an der Universität des Saarlandes das Deutsche Institut für Demenz-Prävention leitet. Wichtige präventive Maßnahmen sind bei Ernährung und Sport aber auch Hirntraining und sozialem Austausch zu setzen.

Quellen und weitere Informationen:

Eric D. Vidoni, David K. Johnson, Jill K. Morris, Angela Van Sciver, Colby S. Greer, Sandra A. Billinger, Joseph E. Donnelly, Jeffrey M. Burns. Dose-Response of Aerobic Exercise on Cognition: A Community-Based, Pilot Randomized Controlled Trial. PLOS ONE, 2015; 10 (7): e0131647 DOI: 10.1371/journal.pone.0131647

Körperliche Aktivität und Hirnfunktion (2012). Prof. Dr. G. Kempermann. http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00108-011-2935-z

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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