Senföl-Verbindungen als natürliche Antibiotika

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Senföl-Verbindungen – Glucosinolate – werden eine hemmende Wirkung und Bakterien aber auch Viren unterstellt. Reich enhalten sind sie in Meerrettich (Wasabi), Brunnen- und Kapuzinerkresse.

Senföl-Verbindungen schmecken recht scharf. Seit längerer Zeit werden mögliche medizinische Einsatzgebiete von Senföl erforscht. Ihre breiten antimikrobiellen Anwendungsmöglichkeiten als natürliche Antibiotika sowie antikarzinogene Effekte sind dabei am interessantesten. Deswegen sind Senföl-Verbindungen auch in immer mehr Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln – wie gegen Harnwegs- und Atemwegsinfekten – verfügbar.

Senföl-Verbindungen, Senföl-Derivate, werden als Glucosinolate bezeichnet – sie sind in zahlreichen Pflanzen vorhanden. Besonders häufig sind Senföl-Verbindungen in den Kreuzblütlern – Brassicaceae, zu denen u.a. Meerrettich, Wasabi (japanischer Meerrettich) Brunnen- und Kapuzinerkresse – zu finden.

 

Senföl-Verbindungen sind Prodrugs

Senföl-Verbindungen – Glucosinolate verlieren übrigens im getrockneten Zustand ihre Wirkung – werden erst nach enzymatischer Spaltung durch die sogenannte Myrosinase in die wirksamen Isothiocyanate überführt, sie sind daher Prodrug.

Glucosinolate gelangen als Isothiocyanat – gebunden an Erythrozyten und Proteine – in die Harn- und Atemwege, gelangen von dort in die Atemluft und in den Harn, um dann ihre antimikrobielle Wirkung zu entfalten. Durch die Art der Elimination und dem antimikrobiellen Wirkspektrum ist der Einsatz bei Harnwegsinfekten sowie bei infektiösen Erkrankungen der unteren und oberen Atemwege sinnvoll.

 

Glucosinolate / Isothiocyanat: antimikrobiell, antimykotisch, virustatisch

Isothiocyanat wirkt bakterizid gegen grampositive und gramnegative Bakterien, sowie antimykotisch und virustatisch – auch gegen Influenzaviren.

Benzyl-Isothiocyanat bildet sich durch enzymatischen Spaltung von Glucotropaeolin und wirkt gegen Problemkeime wie MRSA und Pseudomonas aeruginosa selbst noch in einer Verdünnung von 1:50000. Somit kann mit der geringen Menge von 10 Gramm Kapuzinerkresse eine antimikrobielle Wirkung in den Harnwegen erzielt werden.

2006 konnte in einer Studie mit 1649 Patienten mit akuter Sinusitis, akuter Bronchitis sowie akuten Harnwegsinfektionen eine vergleichbare Wirkung durch den EInsatz einer Kombination von Meerettich und Kapuzinerkresse gegenüber Standardantibiotika erreicht werden. Das Sicherheitsprofil der Meerettich / Kapuzinerkresse-Kombination war dabei deutlich besser.

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 219 Patienten konnte 2007 die Rate an Rezidiven bei Harnwegsinfektionen mit der Kombination Meerrettich-Wurzel/Kapuzinerkresse im Vergleich mit Placebo signifikant gesenkt werden.

 

Einschränkungen von Senföl-Verbindungen

Isothiocyanat kommen nicht in Kontakt mit der Darmflora, daSenföl-Verbindungen im oberen Magen-Darmtrakt ins Blut aufgenommen werden. Bei akuten Magen- und Darmgeschwüren sowie bei akuter Nierenentzündung dürfen Präparate mit Senföl-Verbindungen allerdings nicht eingenommen werden, denn diese können zu einer weiteren Reizung führen

Senföl ist wie viele anderen Pflanzenöle chemisch ein Triglycerid mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. In der indischen und bengalischen Küche ist die Verwendung von Senföl als Lebensmittel weit verbreitet, in der EU und in den USA darf Senföl aber nur dann als Lebensmittel vertrieben werden, wenn der Erucasäure-Anteil unter 5 Prozent liegt. Denn im rohen oder ungenügend erhitzten Senföl sind Glyceride der Erucasäure enthalten, die bei zu intensiver Verwendung zu Herzverfettung führen können.

 

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Axel Rhindt

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