Schweinepest-Virus resistente Schweine mit CRISPR/Cas9 entwickelt

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Gentechnisch veränderte Schweine, die mit der Gen-Schere CRISPR/Cas9 entwickelt wurden, sind resistent gegen eine Infektion mit dem klassischen Schweinepest-Virus.

Eine aktuell in PLOS Pathogens publizierte Gentechnik-Studie berichtet von genetisch veränderten Schweinen, die gegen das klassische Schweinepest-Virus (CSFV) resistent sind. Schließlich zeigte sich dabei, dass die Anwendung der revolutionären molekularbiologischen Methode CRISPR / Cas9 diese Schweine vor einer Infektion mit dem Virus schützen kann.

Zukünftig könnte dieser neue Einsatz der sogenannten Genschere CRISPR / Cas9 auch potenzielle Vorteile gegenüber kommerziellen Impfungen bringen. Denn damit könnten man effektiver die mit Schweinepest verbundenen wirtschaftlichen Verluste vermeiden.

 

Schweinepest und ihre große wirtschaftliche Bedeutung

Die Klassische Schweinepest kann als sehr infektiöse, oft auch tödliche Krankheit erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen. Bereits 1833 konnten Forscher damals diese auch als Europäische Schweinepest bezeichnete Krankheit bei Schweinen als Infektionskrankheit identifizieren.

Weil diese Infektionskrankheit für die Schweineindustrie so eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hat, untersuchen Wissenschaftler das Virus seit langem sehr ausführlich. Trotz der Bemühungen vieler Regierungsbehörden, die Krankheit aus Schweinepopulationen auszumerzen, ist sie dennoch weit verbreitet. Deswegen es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis das Virus wieder Schweine infiziert und neue Krankheitsausbrüche auslöst.

 

Mit der Genschere CRISPR/Cas9 dem Virus den Kampf ansagen

Prinzipiell ist es daher dringend notwendig, wirksame Ansätze zur Beseitigung des Virus zu entwickeln. Aus diesem Grund entwickelten nun die Forscher Schweinepest-resistente Schweine, indem sie die revolutionäre Genschere CRISPR / Cas9 mit RNA-Interferenz (RNAi) kombinierten.

Die Forscher zeigten, dass die gentechnisch veränderten Schweine die Virus-Vervielfältigung wirksam einschränkten sowie die Symptome und die Sterblichkeit deutlich verringerten. Darüber hinaus konnte diese Krankheitsresistenz auch auf die Nachkommen der ersten Schweine-Generation weitergegeben werden.

Derzeit führen die Forscher Langzeitstudien durch, um die Sicherheit und Wirksamkeit dieser CRISPR/Cas9-Methode bei den gentechnisch veränderten Tiere weiter zu beobachten.

 

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische ist der Europäischen Schweinepest in Symptomen und Verlauf sehr ähnlich. 2014 haben littauische Behörden erstmals erkrankte Wildschweine in der EU gemeldet. Seither breitet sich die Infektionskrankheit vor allem im Osten weiter aus. In der EU traten im Baltikum und in Polen sowie in Tschechien weitere Fälle auf. Im April 2018 meldeten ungarische Behörden einen ersten Fall bei einem Wildschwein, im September wurde das Virus auch erstmals in Westeuropa entdeckt bei einem Wildschweinkadaver in Belgien nahe der Grenze zu Luxemburg.

Quelle:

Zicong Xie et al. Genetically modified pigs are protected from classical swine fever virus. December 13, 2018https://doi.org/10.1371/journal.ppat.1007193

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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