Schwarzpappel – eine Pflanze in andauernder Unruhe

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Die Schwarzpappel – Populus nigra – galt jahrhundertelang als Heilmittel gegen Entzündungen. Der Baum gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Europäische Schwarzpappel – Populus nigra, zur Familie der Weidengewächse Salicaceae gehörend – ist ein typischer Baum der fluss­nahen Auwälder. Der Sage nach gaben die Römer der Pappel den Namen Populus, weil deren Blätter, wie das Volk, sich im Zustand andauernder Unruhe befänden.

Die Schwarzpappel ist im Auwald unverwechselbar – mit ihrer dunklen, für den Namen verantwortliche Rinde. Populus nigra ähnelt im Wuchs der Silberpappel, ist aber dichter verzweigt und hat eben eine dunklere Rinde. Der Baum benötigt viel Wasser, bevorzugt durchlässige Böden und toleriert vorübergehende Überschwemmungen, aber keine Trockenheit. Die bartlosen, gezähnten Blätter haben feine Blattstiele und sind an den langen Trieben größer und dreieckiger, an den Kurztrieben rautenförmig. Die männlichen Blüten sind purpurfarben und geschmeidig, die weiblichen grüngelb und hart. Flussbegradigungen und die landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Auen haben die Schwarzpappel europaweit in ihrem Bestand zurückgedrängt. Eine natürliche Vermehrung der zweihäusigen Schwarzpappel konnte vielerorts nicht mehr stattfinden, da die männliche Schwarzpappel oft etliche Kilometer entfernt von den nächsten weiblichen Bäumen steht.

 

So wird die Schwarzpappel verwendet

Das glatte Schwarzpappel-Holz ist eines der wertvollsten unter den europäischen Pappeln. Es ist zäh und leicht und bei Skulpturenschnitzern sehr beliebt. Auch Holzschuhe werden gerne aus Pappelholz gemacht. Da es eines der leichtesten Laubhölzer ist, verwendet man es auch für die Herstellung von Sperrholz, Obstkisten, für Streichhölzer, Spankörbe, Spanschachteln und Blindholz. Der Pappelflaum – die watteähnlichen Samen – kann als Füllung für Kissen oder als Isoliermaterial eingesetzt werden.

Als Heilmittel sind die Pappel-Blattknospen in alten Arzneibüchern beschrieben. Sie enthalten Wirkstoffe, die denen der Weidenrinde ähnlich sind. Dazu gehören ätherisches Öl, Flavonoide und Phenolglykoside, vor allem Salicin, Salicortin und weitere Ester des Salicins.

Der bekannte Arzt und Anatom des antiken Griechenlands, Galenos von Pergamon, auch Aelius Galenus oder Galēn genannt, empfahl bereits vor etwa 4.000 Jahren die Anwendung einer Salbe – hergestellt aus den Knospen der Schwarzpappel gegen Entzündungen. Die Salbe wurde Unguentum Populi genannt und galt lange Zeit als Allheilmittel. In der Volksheilkunde wird die Pappelsalbe traditionell auch heute noch bei Hautentzündungen und Hämorrhoiden angewendet.

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Lena Abensberg

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