Schwangerschaftsdiabetes – Individuelle Intervention

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Bei 4 von 10 übergewichtigen oder adipösen Frauen mit hohem Schwangerschaftsdiabetes-Risiko hilft eine individuelle Lebensstilveränderung zur Vermeidung der Erkrankung.

Gestationsdiabetes bei Hochrisiko-Frauen kann durch simple, individuelle Lebensstilveränderung vermieden werden. Es ist ein leidiges Thema – Übergewicht und Fettleibigkeit – Schätzungen zufolge sind mehr als 60 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter übergewichtig. Auch viele werdende Mütter unterschätzen die Gefahr einer übermäßigen Gewichtszunahme und riskieren unter anderem die Entwicklung einer Schwangerschaftsdiabetes. Experten sprechen von der sogenannten Gestationsdiabetes, kurz GDM.

Zu Gestationsdiabetes neigen insbesondere übergewichtige werdende Mütter oder jene, die im Zuge der Schwangerschaftsmonate mehr zunehmen, als allgemein empfohlen wird. Dennoch sind sich viele Frauen der Gefahr einer Schwangerschaftsdiabetes und den damit verbundenen Komplikationen nicht bewusst. Auch beim ungeborenen Kind ist der Zuckerspiegel zu hoch und kann, sofern er nicht wieder normalisiert wird, die Reifung von Niere und Leber verzögern. Im schlimmsten Fall drohen Frühgeburten. Zudem kann die Gestationsdiabetes und das Übergewicht der Mutter dazu führen, dass das Kind ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit und einer gestörten Zuckerregulation hat.

Aus diesem Grund bedarf es effektiver Intervention, um der Entwicklung einer GDM entgegenzuwirken.

Die Finnische Gestational diabetes prevention study (RADIEL) wurde zwischen 2008 und 2014 durchgeführt. Insgesamt nahmen 293 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes oder einem BMI über 30 teil. Die Frauen befanden sich durchschnittlich in der 13. Schwangerschaftswoche und wurden beliebig einer Interventionsgruppe oder eine Kontrollgruppe zugeteilt. Innerhalb der Interventionsgruppe wurden die Frauen individuell in punkto Ernährung, körperlicher Bewegung und Gewichtskontrolle beraten. Die Kontrollgruppe erhielt die normale pränatale Standardversorgung.

Tatsächlich stellten die Forscher einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen fest. So lag die Rate der Gestationsdiabetes bei der Interventionsgruppe bei 13,9 Prozent, verglichen mit 21,6 Prozent in der Kontrollgruppe.

Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft war in der Interventionsgruppe ebenfalls geringer. Frauen in dieser Gruppe verbrachten einen größeren Teil ihrer Freizeit mit sportlichen Aktivitäten und verbesserten, im Vergleich zur Kontrollgruppe, ihre Ernährungsgewohnheiten.

„Eine simple und individuelle Intervention reduzierte die Rate der Gestationsdiabetes bei Hochrisiko-Frauen um 39 Prozent,” so Dr. Saila Koivusalo vom Helsinik University Hospital.

„Im Zuge der RADIEL Studie ist es uns gelungen, auf persönliche Präferenzen der Teilnehmerinnen einzugehen, beispielsweise in Bezug auf sportliche Aktivitäten,“ so die Wissenschafter.

Außerdem wurde die jeweilige Beratung dem Zustand der Frauen angepasst. Frauen die beispielsweise nicht in der Lage waren regelmäßig Sport zu betreiben wurden intensiver in Sachen Ernährung beraten. „Die Lifestyle-Interventionen sollten vor allem durchführbar sein, d.h. Frauen sollten diese Dinge ohne großen Aufwand in ihren Lebensalltag integrieren können.“

Die aktuellen Erkenntnisse sind vielversprechend und die Ergebnisse einer Nachfolgestudie werden bis 2017 erwartet. „Es wird interessant sein zu sehen, ob sich diese Ergebnisse auch auf die spätere Gesundheit der Mutter und Kinder auswirken,“ so Dr. Koivusalo.

Quelle: Saila B. Koivusalo, Kristiina Rönö, Miira M. Klemetti, Risto P. Roine, Jaana Lindström, Maijaliisa Erkkola, Risto J. Kaaja, Maritta Pöyhönen-Alho, Aila Tiitinen, Emilia Huvinen, Sture Andersson, Hannele Laivuori, Anita Valkama, Jelena Meinilä, Hannu Kautiainen, Johan G. Eriksson, Beata Stach-Lempinen. Gestational Diabetes Mellitus Can Be Prevented by Lifestyle Intervention: The Finnish Gestational Diabetes Prevention Study (RADIEL). Diabetes Care, 2015; dc150511 DOI: 10.2337/dc15-0511

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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