Was Eltern gegen Schulverweigerung tun können

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Wenn Schüler immer wiederkehrend oder länger anhaltend, oft auch unentschuldigt, vom Unterricht fern bleiben, spricht man von Schulverweigerung.

Schulverweigerung die immer wiederkehrt oder länger andauert kann durch verschiedene Probleme des Kindes verursacht werden. Sie beginnt meistens mit stundenweisem Fernbleiben vom Unterricht – beginnend in den Morgenstunden, Nachmittagsunterricht aber auch mit einzelnen Stunden während des Schultages. So kann es in Folge zu gelegentlichem Schulschwänzen kommen und kann letztendlich in einer vollständigen Schulverweigerung enden.

 

Ursachen für Schulverweigerung

Die Ursachen für Schulverweigerung können sehr vielfältig sein, oft auch gemeinsam Auftreten, wodurch ein verstärkender Effekt besteht.

Schulverweigerung durch Angst vor schulischem Versagen. Oft ist Angst vor Leistungsversagen die Ursache: betroffene Schüler sorgen sich davor, die an sie gestellten Leistungsanforderungen nicht erfüllen zu können. Diese Leistungsangst kann durch schulische Überforderung entstehen: beispielsweise aufgrund bestehender Wissenslücken durch Schulwechsel oder längerem krankheitsbedingten Fernbleiben oder auch dadurch, dass der gewählte Schultyp im Sinne der Fähigkeiten des Schülers ungeeignet ist. Ein Schüler kann einfach auch schwer lernen (Lese-Rechtschreibstörung, Rechenschwäche oder auch Konzentrationsprobleme) und so eine Prüfungs- und Versagensangst entwickeln. Aber auch unzureichende Organisation der Lerninhalte oder zu späte oder ungenügende Prüfungsvorbereitung können zu einer solchen Angst führen. Oft ist auch eine zu hohe Erwartungshaltung der Eltern schuld für eine derartige Schulangst. 

Schulverweigerung durch soziale Phobie. Der Zusammenhang Schulverweigerung soziale Phobie kann mit der Sehnsucht verknüpft sein, soziale Bewertungen zu vermeiden. Das Kind, der Jugendliche, scheut sich vor sozialen Kontakten mit Mitschülern oder mit Lehrern. Dabei habe betroffene Kinder oft große Angst davor, sich zu blamieren oder in peinliche Situationen – wie ein hervorgehobene Unwissenheit vor der ganzen Klasse – zu geraten. Solche Schüler fürchten die Bewertung durch andere Menschen und fühlen sich sehr beobachtet auf. Verhaltensanzeichen für eine soziale Phobie ein ausgeprägte Verlegenheit, Scheusein und Angst vor Öffentlichkeit. Betroffene sind oft sehr schüchtern und vermeiden beim verbalen kommunizieren Blickkontakt mit seinem gegenüber. Im Unterricht sind betroffene Schüler, die ihre soziale Phobie »meistern« müssen, auffallend ruhig sagen nur etwas, wenn man sie dazu auffordert. Antworten bzw. eingeforderte verbale Mitarbeit erfolgt dann oft sehr leise, undeutlich oder leicht stotternd. Die soziale Phobie führt durch Angst vor Ablehnung und Spott zu großer Selbstunsicherheit, wobei gleichzeitig die Sehnsucht nach Bestätigung ausgeprägt ist.

»Einfachere« Gründe für Schulschwänzen können auch eine grundsätzlich mangelnde Lernmotivation und eine generelle Schulunlust sein. Auch die Missachtung von Regeln und Normen können verantwortlich sein. Auslöser können durchaus Mobbing sowie Konflikte mit Mitschülern und/oder Lehrkräften sein. Oft zeigen solche Kinder und Jugendliche dissoziale Verhaltensweisen, die sich auch durch aggressives und destruktives Verhalten manifestieren. Man will sich nicht an Regeln und Vorgaben halten, ist aufsässig, ungehorsam, trotzig. Hierbei ist auch der Gruppenzwang nicht zu unterschätzen.

 

Maßnahmen gegen Schulverweigerung

Um bei gefährdetem Kindern und Jugendlichen bereits dem ersten Schulschwänzen zu begegnen, muss individuell alles Erdenkliche unternommen werden. Denn Schulverweigerung führt zu schulischem Versagen, in Folge zu schlechteren Zukunfts- bzw. Berufschancen, was weiters zu psychischen Erkrankungen bis hin zur Kriminalität führen kann.

Um im Einzelfall einer Schulverweigerung angemessen entgegenwirken zu können, müssen die bestehenden Gründe für das permanente Schulschwänzen entdeckt und berücksichtigt werden. Oft bedarf es einer neuen Motivation für den Schulbesuch, oft auch gezielter schulischer Förderung. Dazu kann auch eine Sensibilisierung der Lehrkräfte in Form spezieller Aufmerksamkeit für die betroffenen Schülerinnen und Schüler notwendig sein.

Das frühzeitige Erkennen problematischer Tendenzen bei Kindern und Jugendlichen sowie eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls Therapie kann Betroffene vor weiteren Schwierigkeiten wie Entwicklungs- und Integrationsproblemen bewahren.

Voraussetzung dafür ist, dass betroffenen Kindern und Jugendlichen rasch geholfen wird, bevor die Ängste, das Vermeidungsverhalten und damit die Schulverweigerung der Betroffenen chronisch werden. Hilfsmaßnahmen müssen sowohl spezifisch auf die Symptomatik als auch  die individuelle Situation, also auch das konkrete Umfeld, maßgeschneidert sein und können beispielsweise in der Therapie von Angststörungen oder der Lösung von Mobbingsituationen bestehen. Auch eine Beratung betroffener Eltern und einer Klärung der weiteren schulischen Perspektive dieser jungen Menschen ist wichtig. Bleiben frühzeitige Hilfen aus, verschlechtert sich die Prognose der Kinder und Jugendlichen.

Quelle: http://www.adaa.org/living-with-anxiety/children/school-refusal

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About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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