Schmerzmittel und SYSADOA helfen bei Arthrose

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Gegen die Volkskrankheit Arthrose existiert keine kurative Behandlung, Schmerzmittel und SYSADOA bringen Betroffenen Linderung ihrer Beschwerden.

Bis heute existiert keine kurative Behandlung der Volkskrankheit Arthrose. Doch zunehmend ­findet im Verständnis der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates ein Paradigmenwechsel statt: Das entzündliche Geschehen im Gelenk hat größere ­Bedeutung als bisher angenommen. So kommen neben den konservativen Analgetika nun verstärkt auch einige SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-­Arthritis) zum Einsatz, die direkt in die Zytokinproduktion eingreifen. Den größten Nutzen hat der Patient jedoch weiterhin von einer möglichst frühen Diagnose und baldigem Therapiebeginn.

Die jährliche Rate der Neuerkrankungen an Osteoarthrose steigt kontinuierlich an. Von den über 60-Jährigen sind bereits 80% betroffen. Nicht nur die – zum Teil beträchtlichen – Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, sondern auch Krankenstandstage, Krankenhausaufenthalte und Langzeitinvalidität gehen mit dieser chronischen Erkrankung einher und zeigen die volkswirtschaftliche Bedeutung einer effektiven Therapiestrategie.

 

Risikofaktor extreme Beanspruchung

Neben der genetischen Prädisposition spielen mechanische Gelenksschädigungen nach Unfällen und extreme Belastung durch Beruf und Übergewicht eine wichtige Rolle in der Entstehung der Arthrose. Schwer arbeitende Menschen sind am stärksten bedroht. Jedes Gelenk kann grundsätzlich betroffen sein, aufgrund der hohen Beanspruchung sind jedoch Hüft- und Kniegelenke und die Wirbelsäule am stärksten gefährdet. Die Volkskrankheit Arthrose ist im Allgemeinen nicht heilbar und verläuft progredient.

 

Frühe Diagnose bei Arthrose entscheidend

Dem Allgemeinmediziner kommt bei der Diagnosefindung einer Arthrose eine besondere Rolle zu, in unklaren Fällen ist weiters das Hinzuziehen eines Rheumatologen unerlässlich. Zunächst wird versucht, bei Patienten mit einschlägigen Symptomen wie Schmerzen und Bewegungseinschränkung eine andere rheumatische Erkrankung auszuschließen, insbesondere die chronische Polyarthritis. Dazu stehen nach Anamnese und körperlicher Untersuchung entsprechende Laboruntersuchungen und besonders bildgebende Verfahren zur Verfügung, um die Diagnose zu sichern.

Es muss somit versucht werden, die Krankheit so früh wie möglich zu diagnostizieren und bereits bei der Entstehung zu stoppen. Nur so kann der beträchtliche Leidensdruck der Betroffenen ausreichend reduziert werden.

Zunehmend wird klar, dass besonders Il-1 und TNF-alpha an dem knorpeldestruierenden, entzündlichen Geschehen beteiligt sind. So stimuliert Il-1 proteolytische Enzyme, die den Knorpelabbau beschleunigen und hemmt zugleich die Resynthese von Proteoglycanen. Die bisherigen konservativen therapeutischen Maßnahmen beschränkten sich auf Schmerztherapie, entzündungshemmende Maßnahmen wie NSAR, die Verabreichung von Knorpelbestandteilen und die intraartikuläre Applikation von Cortison.

Wichtig bei Patienten mit Arthrose ist eine suffiziente Behandlung der bestehenden Schmerzsymptomatik mit Schmerzmittel. Neben Paracetamol kommen vor allem NSAR aber auch Opioide sowie Arzneipflanzen wie die Teufelskralle zum Einsatz.

Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-Arthritis – SYSADOA

SYSADOA sind gekennzeichnet durch eine chondroprotektive und indirekt analgetische Wirkung, die verzögert einsetzt, dafür aber noch nach Absetzen der Medikation anhält (Carry-over-effect). Zu ihnen zählen die Substanzen Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure, Diacerein und Glucosaminsulfat sowie pflanzliche Extrakte aus Avocado, Sojabohne oder Artischocke.

Durch eine durchschnittlich 5 mal pro Woche durchgeführte intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure kann eine langanhaltende Verbesserung von Gelenkschmerzen erreicht werden. Der Knorpelaufbau kann angeregt und die Diffusion zwischen Synovia und Knorpel verbessert werden.

Das oral eingenommene Chondroitinsulfat gilt als knorpelaufbauende Substanz und soll die Zerstörung des Gelenksknorpels aufhalten. Diacerein (ein halb-synthetisches Antraquinonderivat) hemmt die proinflammatorische Zytokinproduktion und die Effekte von Il-1, ohne aktiv in die Prostaglandinsynthese einzugreifen. Dadurch wird es, abgesehen von laxierender Wirkung, gut vertragen und keine schweren unerwünschten Wirkungen treten in Erscheinung.

Quelle: http://oarsi.org/education/oarsi-guidelines

https://www.rheumatology.org/Practice/Clinical/Patients/Diseases_And_Conditions/Osteoarthritis/

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/osteoarthritis/basics/definition/con-20014749

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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