Schlafprobleme bei Psoriasis

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Schlafprobleme bei Psoriasis sind ein schwerwiegendes Symptom, schlechter Schlaf ist vor allem mit der Schwere der Psoriasis-Erkrankung assoziiert.

Neben den typischen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen einschließlich Bluthochdruck, Fett-Stoffwechsel-Störungen und Stoffwechselerkrankungen (wie Fettleibigkeit beziehungsweise Adipositas und Diabetes), rheumatischen Erkrankungen (Psoriasis Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sowie Fibromyalgie), Zahnfleisch-Entzündungen, Depressionen, chronischen Nierenschwächen und Schwangerschaftsproblemen treten laut einer aktuellen Untersuchung auch Schlafprobleme bei Psoriasis sehr häufig auf.

Psoriasis wir auch als Schuppenflechte bezeichnet und ist mit ihren roten schuppenden Flecken an der Haut sowie die Kopfschuppen eine gefürchtete Hauterkrankung. Psoriasis-Patienten werden oft stigmatisiert und vermeiden es, sich vor anderen auszuziehen oder öffentlich schwimmen zu gehen. Die Haut juckt und nässt, durch Auftreten der Symptome im Intimbereich ist auch oft das Sexualleben und die Beziehung zum Partner beeinträchtigt.

Grundsätzlich kommt es bei Psoriasis zu entzündlichen Reaktionen der Haut und damit verbunden zu Schmerzen und Juckreiz, die autoimmunbedingten Entzündungen können auch andere Prozesse negativ beeinflussen. Vorangegangene Studien haben bereits eine Verbindung zwischen Psoriasis und Schlafstörungen gezeigt.

 

In Online-Umfrage Schlafprobleme bei Psoriasis untersucht

Allgemein ist gesunder Schlaf für Regeneration, Selbstheilung und den Lernprozess im Gehirn von großer Bedeutung. Nun haben britische Wissenschaftler Psoriasis-Patienten und deren Schlafverhalten untersucht, wobei auch physische und psychologische Ursachen für einen schlechten Schlaf ausgewertet wurden.

Dabei befragten Forscher in Großbritannien 186 Psoriasis-Patienten mittels Online-Umfrage zu ihrem Schlafverhalten und ihren Psoriasis-Symptomen. Schlafqualität und Shlafprobleme bei Psoriasis lässt sich unter anderem durch den Pittsburgh Schlafqualitätsindex (PSQI) bewerten. Der Fragebogen umfasst Schlafqualität, Schlafzeiten, Tagesmüdigkeit und Einnahme von Schlafmedikationen und ergibt einen Wert zwischen 0 und 21. Umso höher der Wert, umso schlechter ist dabei die Schlafqualität.

So berichteten 76,3 % der Psoriasis-Patienten über einen Schlafqualitätsindex-Wert von mindestens 6 und zählten damit zu den schlechten Schläfern. 32,5 % der Patienten litten sogar unter obstruktiver Schlafapnoe –mit starkem Schnarchen, flacher Atmung und immer permanenten Atemaussetzern. Der schlechte Schlaf verursacht tagsüber Müdigkeit. In ihrer Auswertung konnten die Forscher sehen, dass schlechter Schlaf vor allem mit der Schwere der Psoriasiserkrankung assoziiert war. Dabei waren kognitive und körperliche Erregung, Juckreiz und Depressionen die Hauptursachen für schlechten Schlaf bei Psoriasis-Patienten.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Schlafprobleme bei Psoriasis ein schwerwiegendes Symptom darstellen können. Da guter Schlaf wesentlich zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen kann, sollten Schlafprobleme bei Psoriasis als ernstzunehmende Begleiterscheinung der gefürchteten Hauterkrankung behandelt werden.

Referenzen:

Henry AL, Kyle SD, Chisholm A, Griffiths CEM, Bundy C. A cross-sectional survey of the nature and correlates of sleep disturbance in people with psoriasis. Br J Dermatol. 2017;177(4):1052-1059. doi:10.1111/bjd.15469.

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Dr. Reinhold Lautner

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