Rosskastanie gegen Venenleiden

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Die Anwendung von Rosskastanie gegen Venenleiden gilt als Adjuvanz zur konservativen Therapie, Gewichtsreduktion, Bewegung und Er­näh­rungs­um­stel­lung.

Zwei Bäume haben einen ähnlichen Namen, obwohl sie aus verschiedenen Pflanzenfamilien stammen: Die Edelkastanie und die Rosskastanie. Das rührt daher, dass die Früchte bzw. Samen eine entfernte Ähnlichkeit besitzen. Dem Auszug aus den Blättern der Edelkastanie wird traditionell, wahrscheinlich verursacht durch den Gehalt an Saponinen, eine Auswurf fördernde Wirkung zugeschrieben. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse gibt es keine.

Die Rosskastanie ist wie die Linde ein vielbesungener Baum. Während der Türkenbelagerung wurde der Samen von den Türken als Heilmittel für ihre Pferde verwendet. Da bei uns das Sammeln der Rosskastanien nicht mehr gebräuchlich ist, stammt das Ausgangsmaterial für die pharmazeutische Verarbeitung ebenfalls aus Ost- und Südosteuropa.

In den charakteristisch aussehenden Samen, die aus den gelbgrünen, stacheligen, im Reifezustand aufspringenden Kapselfrüchten meist in Einzahl, selten zu zweit oder gar als Drillinge selbstregelnd entlassen werden, gibt es ein verwirrendes Stoffgemisch mit zahlreichen Bestandteilen. Deshalb richtet man sich bei der Bewertung nach dem leicht abzukristallisierenden Teil, der dann auf den Medikamentenpackungen Aescin genannt wird.

 

Aescin in der Rosskastanie gegen Venenleiden

Rosskastanienextrakt kann manchmal der Wirksamkeit von Kompressionsstrümpfen gleichkommen. Rosskastanien finden nicht als Teedroge Verwendung, hier ist eine komplizierte fachgerechte Aufbereitung notwendig.

Trockenextrakte aus der Rosskastaniensamen – lateinisch Aesculus hippocastanum – beinhalten als Hauptwirkstoffe Aescin. Aescin, dass auch das Enzym Hyaluronidase  hemmt, ist ein Gemisch aus Triterpensaponin- und Flavon-Glykosiden. Über die Herabsetzung der Kapillarpermeabilität soll Aescin antiexsudativ und gefäßabdichtend wirken, wobei Experten eine Stabilisierung der lysosomalen Membran vermuten.

Bezogen auf die erwähnte gleichwertige Wirkung von Rosskastanienextrat wie Kompressionsstrümpfe konnte in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 240 Patienten – entweder mit Kompressionstherapie (Kompressionsklasse II), mit Rosskastanien­extrakt (2-mal 50 mg) oder mit Placebo behandelt – nach 12 Wochen festegestellt werden, dass das Unterschenkelvolumen der beobachteten Patienten mit Kompressionstherapie um 46,7 ml, mit Rosskastanien­extrakt um 43,8 ml verringert wurde. In der Placebogruppe wurde hingegen eine Zunahme von 9,8 ml beobachtet.

Es gibt Hinweise aus einer Studie aus dem Jahr 2012 darauf, dass Rosskastanie gegen Venenleiden für eine kurzfristige Behandlung wirksam und sicher ist.

Weitere Informationen zu Rosskastanie gegen Venenleiden:

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/druginfo/natural/1055.html 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23152216

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MEDMIX Online-Redaktion

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