Risikopatienten für ein Pankreaskarzinom

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Durch Verfügbarkeit und Entwicklung neuer Bildgebungsverfahren werden zystische Läsionen des Pankreas häufiger diagnostiziert und Risikopatienten besser erkannt.

Durch die Entwicklung und Verfügbarkeit neuer Bildgebungsverfahren werden zystische Läsionen des Pankreas wesentlich häufiger diagnostiziert. Zeichnet sich im Zuge einer solchen Untersuchung eine Läsion ab, die sich möglicherweise in ein Pankreaskarzinom entwickeln könnte, versetzt dies Patienten häufig in Panik.

Sie bestehen auch häufige CT-Scans bzw. auf Biopsien, um die Läsion zu beobachten, oder entscheiden sich für eine Operation. Da auch Ärzte und Experten die Gefahr dieser Anomalitäten nur schwer einzuschätzen wissen, kommt es häufig zur operativen Entfernung eines Abschnitts der Bauchspeicheldrüse. Oftmals ist die Läsion jedoch ungefährlich.

Einem internationalen Expertenteam, geleitet von Wissenschaftern am Mayo Clinic’s campus in Jacksonville, Florida, gelang nun die Erstellung eines Profils für Hochrisikopatienten. Anhand ihrer Analyse ist es nun möglich, das tatsächliche Risiko einer bestehenden Läsion einzuschätzen. Ihre Erkenntnisse publizierten die Experten kürzlich im wissenschaftlichen Journal Digestive and Liver Diseases.

„Die von uns identifizierten Faktoren, die das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen, ermöglichen es uns besser zwischen Patienten mit hohem und geringem Risiko zu differenzieren,“ so Michael B. Wallace, Studienleiter und Gastroenterologe an der Mayo Clinic. „Hochrisikopatienten können die notwendigen Scans und Biopsien somit häufiger durchlaufen bzw. sich für operative Eingriffe entscheiden. Patienten mit geringem Risiko benötigen eine wesentlich weniger strenge Überwachung.“

Pankreaskarzinom frühzeitig diagnostizieren

„Es ist schwer, ein Pankreaskarzinom frühzeitig zu diagnostizieren – der Großteil der Betroffenen erhält die Diagnose leider erst in späteren Stadien. Zu diesem Zeitpunkt sind die Heilungschancen in der Regel verschwindend gering. Unser Ziel war es festzustellen, welche Patienten besonders gefährdet sind,“ so Dr. Wallace. Die aktuelle Studie liefert hierzu wertvolle Einblicke.“

Die in dieser Studie evaluierten Läsionen, die in weiterer Folge einen Tumor bilden können, werden als intraduktale papilläre muzinöse Neoplasien bezeichnet. Sie kommen häufig vor, führen aber nur bei einem Teil der Betroffenen tatsächlich zu einem Pankreaskarzinom.

Um Strategien zur Identifizierung von Hochrisikopatienten zu entwickeln, untersuchten Dr. Wallace und seine Kollaborationspartner – darunter Spitalsärzte aus den USA und Europa – Daten von 1.126 Pateinten mit Pankreasläsionen.

Von dieser Gruppe, entwickelten nur 84 Patienten ein invasives Pankreaskarzinom. Letztere erfüllten alle oder zumindest einige jener Kriterien, die sie zu Hochrisikopatienten machen, darunter langjähriger Zigarettenkonsum und Fettleibigkeit. Zudem zeigten sie zwei zentrale Symptome der Erkrankung, nämlich Gelbsucht und Steatorrhoe.

Die aktuelle Studie optimiert die aktuellen Leitlinien für die Behandlung von unspezifischen Pankreas-Läsionen,“ so Dr. Wallace. „Wir hoffen, wir können besorgte Patienten, die diese Läsionen haben, beruhigen bzw. ihnen vermitteln, dass sie kein hohes Risiko aufweisen.“

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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