Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Patienten

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Patienten-Aufklärung und Prävention können viel dazu beitragen, um Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Patienten weitestgehend auszuschalten.

 

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems – wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Herzinfarkt sind nachwievor die häufigsten Krankheiten in den Industrienationen. Nahezu jeder zweite Todesfall ist auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurückzuführen. Für Herz-Kreislauf-Patienten ist es daher fundamental wichtig, bestehende Risikofaktoren zu kennen und gegebenenfalls dagegen anzukämpfen oder auszuschalten. Der Patient kann kann durchaus vieles unternehmen, um sein persönliches Herz-Kreislauf-Risiko zu reduzieren.

 

Schlafapnoe, Herzschwäche und Schlaganfall

Ein unbehandeltes schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) geht mit einer Beeinträchtigung der Pumpfunktion des linken und des rechten Ventrikels einher. Zusätzlich sind die vorübergehenden Atemstillstände während des Schlafes ein unabhängiger Risikofaktor für Herzkreislauf-Krankheiten. So ist ein OSAS mit einem erhöhten Risiko einer globalen Pumpschwäche (Spätfolge: manifeste Herzinsuffizienz) assoziiert. Während der negative Einfluss eines unbehandelten schweren OSAS auf die systolische und diastolische linksventrikuläre Herzpumpenleistung bereits gut bekannt ist, sind die Auswirkungen eines OSAS auf die rechtsventrikuläre Performance noch unklar.

Schlafbezogene Atemstörungen zeigen sich durch Schnarchen und Atempausen im Schlaf. Sie sind ernst zu nehmende Risikofaktoren für die Entstehung von hohen Blutdruck und Vorhofflimmern sowie Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle. In etwa 60% der Fälle von Schlaganfall und transitorischer ischämischer Attacke(TIA) wird gleichzeitig ein Schlafapnoe-Syndrom nachgewiesen.

 

Parodontitis – Lokale Antibiotika-Behandlung meist ausreichend

Die Gesamtmenge der im Mund befindlichen Bakterien ist bei Herz-Kreislauf-Patienten signifikant höher als bei gleichaltrigen Kontrollgruppen. Die Rolle von chronischen Infektionen jeder Art als Trigger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bekannt, die Gesamtbelastung mit Parodontitis­keimen und vor allem die Menge an Actinobacillus-actinomycetemcomitans in der Zahnfleischtasche sind signifikant mit koronaren Herzkrankheiten assoziiert.

Ein Zusammenhang des Erkrankungsrisikos mit der Taschentiefe konnte hingegen noch nicht nachgewiesen werden. Der Einsatz von Antibiotika bei Parodontitis scheint sowohl systemisch als auch mittels lokaler Gaben (Instillationen) zielführend zu sein.

 

Erektionsprobleme als frühes Warnsignal für gefährliche Herz- Kreislauf-Krankheiten

Eine erektile Dysfunktion (ED) kann ein frühes Warnsignal für gefährliche Herz-Kreislauf-Krank­heiten und ein erhöhtes Mortalitätsrisiko sein. Die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion beträgt in der Allgemeinbevölkerung ca. 20–30% und steigt bei kardiovaskulären Risikopatienten auf 50–70%. In mehreren Studie stellte sich die erektile Dysfunktion als hochprädiktiv für die Gesamtmortalität und den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz sowie Schlaganfall heraus. Die erektile Dysfunktion scheint somit keine eigenständige Erkrankung sondern vielmehr ein frühes Symptom einer endothelialen Dysfunktion und generalisierten Atherosklerose zu sein.

 

Depression zählt zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Patienten

Patienten mit Depression neigen stärker zu Thrombosen als psychische gesunde Menschen und und weisen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen auf. Somit sollte eine Depression sehr rasch behandelt werden, den eine frühzeitige Therapie kann helfen, Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu verhindern, wie mehrere Studie ergaben.

In diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz von Antidepressiva zu bewerten, sie können einer Studie zufolge die Plättchenfunktion und damit auch das Herzinfarkt-Risiko von Menschen mit Depression verbessern.

Quelle:

Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Patienten: Mit Prävention zur optimierten Patientenversorgung. Mag. Stefanie Riemer. MEDMIX 09-2009, S5-7.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V

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