Risikofaktoren für Depressionen im Alter

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Einsamkeit, Behinderung, Krankheit und Schmerzen, soziale Konflikte, ökonomische Belastungen etc. sind Risikofaktoren für Depressionen im Alter.

Allgemein werden in den Lehrbüchern unterschiedliche Risikofaktoren für das Auftreten ­von Depressionen im Alter (Altersdepression) angegeben. Dazu gehören unter anderem die Einsamkeit, eine Behinderung, eine chronische Krankheit sowie Schmerzen, soziale Konflikte sowie ökonomische Belastungssituationen. Grundsätzlich stellen vor allem in der Altenpflege stellen diese Risikofaktoren eine große Bedeutung und Herausforderung für Angehörige und Pflegepersonal dar.

 

Untersuchungen zu Depressionen im Alter

Um der Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren für Depressionen im Alter auf dem Grund zu gehen, wurde weiland eine umfangreiche Untersuchung an 605 Patienten im Alter von 75 Jahren durchgeführt. In einer mehrzeitigen Evaluierung erfasste die Untersuchung Zustand und Veränderungen der psychischen Verfassung von Senioren. Weiters überprüften die Forscher eine mögliche Korrelation mit dem Auftreten bestimmter »Life-Events«. Zu diesen zählten beispielsweise Krankheit, Tod des Lebenspartners oder eines Haustieres, Konflikte mit Kindern oder Enkelkindern.

Bei der Anfangsuntersuchung waren 16,9% der Untersuchten verdächtig, an einer Depression zu leiden. Besonderes Augenmerk wurde in weiterer Folge jenen 285 Menschen geschenkt, die Anfangs nicht depressiv waren und auch zuvor nie an einer ­Depression gelitten hatten. In dieser Kohorte traten insgesamt 86 Fälle einer Late-onset-Depression auf.

Bei fast allen diesen Fällen waren ein oder mehrere »Life-Events« aufgetreten. Allerdings konnte für bestimmte einzelne Ereignisse jedoch kaum ein statistisch signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden.

Schließlich gab es einen gewissen Trend zum gehäuften Auftreten einer Altersdepression jedoch beim Vorliegen einer erhöhten Angstsymptomatik. Weiters waren auch Konflikte mit Kindern und Enkelkindern ein starker Risikofaktor, hier sogar mit statistischer Signifikanz).

Hingegen führte der Tod des Lebenspartners im Allgemeinen sogar zu einer signifikanten Verringerung des Depressionsrisikos. Dies geschah wohl vor allem deswegen, weil dann meist die Pflegebelastung wegfiel.

 

Psychotherapie bei Depressionen im Alter kaum im Einsatz

Ob belastende Lebenssituationen nun tatsächlich zum Auftreten psychischer Störungen wie Depressionen im Alter führen, hängt auch von der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen ab. In diesem Zusammenhang ist vor alllem entscheiden, ob Betroffene die nötige zwischenmenschliche sowie psychotherapeutische Unterstützung erhalten.

Oft braucht es nicht mehr als zwanzig oder dreißig Psychotherapie-Stunden, um die Probleme zu lösen. Umso bedauerlicher scheint es, dass die Psychotherapie bei älteren Menschen kaum zum Einsatz kommt.

Beispielsweise wurden in einer Untersuchung von etwa 10.000 ambulanten Patienten nur 0,6% der über 60-Jährigen psychotherapeutisch behandelt. Jedoch könnte auch der ältere ­Patient von einer Psychotherapie profitieren. Daher wäre es laut Experten wünschenswert, diese Therapieoption auch bei Älteren häufiger anzuwenden.

Literatur:

Gülfizar Sözeri-Varma. Depression in the Elderly: Clinical Features and Risk Factors. Aging Dis. 2012 Dec; 3(6): 465–471.

Amy Fiske, Julie Loebach Wetherell, Margaret Gatz. Depression in Older Adults. Annu Rev Clin Psychol. 2009; 5: 363–389.

Pozzi C1, Lanzoni A, Lucchi E, Bergamini L, Bevilacqua P, Manni B, Garzetta G, Barbieri S, Khazri S, Chattat R, Graff M, Fabbo A, Morandi A. A pilot study of community-based occupational therapy for persons with dementia (COTID-IT Program) and their caregivers: evidence for applicability in Italy. Aging Clin Exp Res. 2018 Nov 28. doi: 10.1007/s40520-018-1078-7.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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