Psychische Folgen der Adipositaschirurgie

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Bessere psychotherapeutische Versorgung nach der OP nötig: psychische Folgen der Adipositaschirurgie zeigen, dass nicht jeder dafür geeignet ist.

Operative Eingriffe zur Reduktion des Körpergewichts werden in den letzten Jahren immer häufiger durchgeführt. Während die meisten Menschen von einer solchen Operation sowohl körperlich als auch psychisch profitieren, konnten Mediziner bei einem Teil der Patienten psychische Folgen mit negativen Auswirkungen beobachten: Mehrere Studien deuten darauf hin, dass nach Adipositaschirurgie die Rate an Selbstmorden und selbstschädigendem Verhalten zunimmt. Vor allem Menschen, die im Vorfeld schon psychische Beschwerden hatten, tragen ein erhöhtes Risiko. Bei bestimmten psychischen Störungen sollte der Eingriff deshalb erst nach erfolgreicher Behandlung durchgeführt werden, etwa bei einer Bulimie, einer akuten Suchterkrankung, einer Borderline-Störung oder einer Schizophrenie. Experten plädieren auch für eine psychosoziale Nachsorge zur Verbesserung der Lebensqualität Betroffener.

 

Psychische Folgen wie Depressionen nach der Adipositaschirurgie häufig und gefährlich

Die Adipositaschirurgie ist heute bei extremem Übergewicht ist die das Mittel der Wahl. Beim größten Teil der Patienten führt die Operation zu einer erheblichen Verbesserung der körperlichen und auch der psychischen Gesundheit. Im Vergleich zu den konservativen Therapien ist vor allem die Erfolgsrate wesentlich besser: Viele Patienten verlieren langfristig 50 bis 60 Prozent ihres Übergewichts, was zu einer deutlichen Verbesserung bei Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes mellitus führt.

Doch die Fettleibigkeit zieht nicht nur körperliche, sondern oft auch psychische Probleme wie etwa Depressionen nach sich. Diese verbessern sich kurz- bis mittelfristig nach der Adipositaschirurgie ebenfalls, Experten sprechen von der „Honeymoon-Phase. Doch die Gefahr, dass psychische Probleme später wieder zunehmen und sich sogar verstärken, ist beträchtlich. Dies reicht bis hin zu einem erhöhten Suizidrisiko. Warum sich bei manchen Menschen die psychischen Beschwerden nach dem Eingriff verschärfen und welcher Zusammenhang genau mit der Adipositaschirurgie besteht, ist bislang noch nicht geklärt.

Wann man besser auf die Adipositaschirurgie verzichten sollte

Wichtig ist, dass fettleibige Menschen mit psychischen Problemen nicht stigmatisiert und eine Operation leichtfertig verweigert wird. Psychische Folgen im Allgemeinen – wie eine Binge-Eating-Störung oder auch Missbrauch in der Kindheit – haben sich beispielsweise nicht als Risikofaktor und Kontraindikation für die Adipositaschirurgie erwiesen.

Anders sieht es bei akuter Alkohol- oder Drogensucht, bei Bulimia nervosa oder bei unbehandelten und instabilen psychopathologischen Zuständen wie Schizophrenie, Borderline oder bipolaren Störungen aus. Diese Patienten sollten sich keinem adipositaschirurgischen Eingriff unterziehen – solange die Erkrankung nicht therapiert ist. Nach erfolgreichen Behandlung sollte dann eine Neubewertung erfolgen.

Grundsätzlich spielt die psychosoziale Betreuung vor und nach der Operation eine wichtige Rolle, um die Patienten besser dabei unterstützen zu können, mit den einschneidenden Veränderungen, die sich aus der Adipositaschirurgie ergeben, umgehen zu lernen.

Literatur:

 

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Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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