Phytotherapie bei Magen-Darm-Beschwerden

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Leichtere Magen-Darm-Beschwerden sind in der Medizin eines der wichtigsten Anwendungsgebiete für den Einsatz der Phytotherapie.

Die Phytotherapie wird häufig bei leichteren Beschwerden im Magen-Darm-Trakt eingesetzt. Oft wird bei Magenbeschwerden pauschal die Einnahme eines »Magentees« – meist mit bitter schmeckenden Komponenten – als Mittel der Wahl empfohlen. Die Beschwerden können aber unterschiedliche Ursachen haben, warum auch die Phytoherapie differenziert erfolgen muss.

 

Phytotherapie bei Durchfall

Akute, unspezifische Durchfall-Erkrankungen können mit Zubereitungen behandelt werden, die einen hohen Gerbstoffgehalt aufweisen. Beispielsweise ist in leichten Fällen die Anwendung von getrockneten Heidelbeeren sehr beliebt.

Ein weiteres altbewährtes Hausmittel ist Schwarzer Tee, der nicht zu stark zubereitet werden, aber 10 Minuten ziehen sollte. Wobei der Gehalt an Coffein vor allem bei Kindern und empfindlichen Personen zu berücksichtigen ist.

Ein weiteres bekanntes Mittel in der Phytotherapie bei Durchfall ist Kakaopulver, das mit Wasser zu einem Brei verrührt wir.

Bei Durchfall und Reizdarm kommen beispielsweise pflanzliche Präparate, die ätherisches Pfefferminzöl in Magensaft resistenten Kapseln enthalten, zum Einsatz.

 

Phytotherapie bei Verstopfung

Der Gebrauch von Laxantien – auch wenn diese natürlichen Ursprungs sind – sollte stets mit großer Vorsicht und eher nur kurzfristig erfolgen. Eine Behandlung sollte immer mit mild wirkenden Substanzen wie Füll- und Quellstoffen – z.B. Leinsamen und indische Flohsamen – oder osmotisch wirkenden Laxantien wie getrocknete Früchte (Feigen, Mannit, Milchzucker) beginnen.

Anthrachinon-haltige Arzneimittel wirken stark, mit einem Wirkungseintritt ist etwa 8 Stunden nach Einnahme zu rechnen. Auf die mögliche unbedenkliche Verfärbung des Harns während der Therapie sollten Patienten auf jeden Fall aufmerksam gemacht werden. Anthrachinon-haltige Präparate sollten nicht länger als 1 bis 2 Wochen ohne Unterbrechung angewendet werden, standardisierte Arzneimittel erlauben eine sehr exakte individuelle Dosierung.

 

Phytotherapie bei Sodbrennen

Sodbrennen – oft Auswirkung einer Überproduktion an Magensaft, gekoppelt mit einem Reflux der Magenflüssigkeit in die Speiseröhre – kann mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden bzw. die Symptome mit schleimhältigen Zubereitungen gelindert werden. Traditionell werden vor allem Tees aus Malven-Blättern – der seit Jahrhunderten beliebten Käsepappel – und Malven-Blüten zubereitet.

Den enthaltenen Polysacchariden werden säurepuffernde und säurebindende Eigenschaften zugeschrieben. Die Polysaccharide haben sich als relativ hitzestabil erwiesen, deshalb kann die Herstellung eines Aufgusses empfohlen werden. Bei Sodbrennen sollten auf jeden Fall Zubereitungen, die Bitterstoffe enthalten, vermieden werden.

 

Phytotherapie bei Dyspepsien bzw. Völlegefühl

Bei gesunden Menschen sollten ein Aperitif, ein Magenbitter und der Einsatz verschiedener Gewürze die Nahrungsmittel bekömmlicher machen. Pflanzliche Arzneimittel zur Phytotherapie wirken hier prinzipiell ganz ähnlich: die Geschmacksempfindungen »bitter«, »scharf« und »aromatisch« stimulieren die Sekretion von Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen und führen zu einer Verbesserung der Verdauung.

Altbewährte Heilpflanzen zur Behandlung dyspeptischer Beschwerden sind Centaurii herba, Millefolii herba, Absinthii herba und Menthae piperitae folium. Der Thujongehalt von Zubereitungen aus Wermutkraut gilt als toxikologisch unbedenklich, ethanolische Auszüge daraus sollten aber doch aus Sicherheitsgründen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

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Lena Abensberg

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