Periphere Nervenstimulation bei Rückenschmerzen

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Die periphere Nervenstimulation kann bei chronischen Rückenschmerzen die Schmerzen lindern. Es werden weniger Medikamente benötigt, die Lebensqualität steigt.

 

Chronische Schmerzen, Rückenschmerzen, sind ein weit verbreitetes Problem, Millionen Menschen leiden auch in unseren Breiten darunter. Chronische Rückenschmerzen sind Schmerzen, die über mehr als drei Monate hinweg intermittierend oder kontinuierlich auftreten. Die Ursache zu finden, ist oft nicht leicht – schwere chronische Schmerzen – beispielsweise bei Vernarbungen nach Bandscheiben-Operationen – sind dementsprechend schwer zu behandeln. Chronische Rückenschmerzen können durch unterschiedliche Verletzungen und Erkrankungen – wie  beispielsweise auch Nervenschäden oder durch Krebs – entstehen. Sie beeinträchtigen die Erwerbsfähigkeit und zahlreiche Alltagsaktivitäten und ganz allgemein die Lebensqualität.

 

Periphere Nervenstimulation bei chronischen Rückenschmerzen

Hier soll die periphere Nervenstimulation als eine interventionelle Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen. Durch die Abgabe sanfter Impulse an die peripheren Nerven mittels Elektroden soll ein angenehmes Kribbelgefühl im stimulierten Schmerzareal erzeugt werden, so soll die Schmerzwahrnehmung vermindert werden.

Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen führte nun die periphere Nervenstimulation – abgekürzt PNS – zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen und zu einer besseren Lebensqualität, zusätzlich verringerte sich bei den Betroffenen der Bedarf an Schmerzmitteln. Dies ergab eine heuer in Österreich und der Schweiz durchgeführte Studie.

 

Periphere Nervenstimulation in österreichisch-/schweizer Studie bringt positive Effekte

In einer prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie, an der 118 Patienten in 11 Zentren in ganz Österreich und der Schweiz teilnahmen, wurde die periphere Nervenstimulation auf ihre langfristige Wirksamkeit und Sicherheit bei Rückenschmerzen hin untersucht und heuer unter anderem im Rahmen der österreichischen Schmerzwochen präsentiert. Die Ergebnisse waren vielversprechend.

Die periphere Nervenstimulation ist eine interventionelle Maßnahme zur Therapie chronischer Schmerzen. Dabei geben implantierte Elektroden sanfte elektrische Impulse an die peripheren Nerven ab und erzeugen ein Kribbelgefühl im stimulierten Areal. Dadurch wird die Schmerzwahrnehmung vermindert.

Nach einer Teststimulationszeit von mindestens sieben Tagen wurde 105 Studienteilnehmern das permanente System zur Nervenstimulation direkt im Bereich der maximalen Schmerzen implantiert.

Dabei scheint ein bedeutendes Kriterium für die Wirksamkeit der peripheren Nervenstimulation der Grad der Abdeckung der besonders stark schmerzenden Stellen zu sein. In der Untersuchung kam es bei den Patienten während des Behandlungszeitraums zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen und folglich zu einer gesteigerten Lebensqualität.

Weters reduzierte sich sehr die zusätzliche Gabe von Analgetika – von Opioiden, nicht-steroidalen Antirheumatika NSAR und Antikonvulsiva. Komplikationen aufgrund der chirurgischen Intervention wurden nur selten beobachtet, berichteten die Studienautoren.

 

Quelle und weitere Informationen:

Kloimstein H,  Likar R  et al: Peripheral nerve field stimulation (PNFS) in chronic low back pain: a prospective multicenter study. Neuromodulation. 2014 17(2):180-7

 

Bildtext: Die periphere Nervenstimulation soll Betroffenen mit chronischen Rückenschmerzen helfen, den Alltag aktiver zu begehen und die allgemeine Lebensqualität zu steigern. © Leigh Prather / shutterstock.com

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