Periphere Nervenstimulation bei chronischem Kreuzschmerz

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Die Periphere Nervenstimulation bei chronischem Kreuzschmerz bringt einen geringeren Schmerzmittelverbrauch und eine Steigerung der Lebensqualität der Patienten.

Die periphere Nervenstimulation (PNS) führt bei chronischem Kreuzschmerz zu einer signifikanten Verbesserung des Schmerzzustandes, dadurch auch zu einer besseren Lebensqualität bei gleichzeitig verringertem Schmerzmittelbedarf.

Kreuzschmerzen stellen den häufigsten Grund für Funktionsbeeinträchtigungen im Alltag bei Personen unter 45 Jahren dar. Kreuzschmerzen zeichnen sich durch einen überaus guten Verlauf aus, aber auch durch eine sehr große Rückfallquote. Neben dem großen Leid der Betroffenen liegt die Bedeutung von Kreuzschmerzen auch auf wirtschaftlicher Ebene. Die Kosten von Kreuzschmerzen betragen 0,8 bis 2,1% des Brutto­inlands­produkts von Industriestaaten, wobei die indirekten Kosten den weitaus größten Anteil ausmachen.

Studie in Österreich und der Schweiz zur Wirksamkeit der peripheren Nervenstimulation

Die periphere Nervenstimulation ist eine interventionelle Maßnahme zur Therapie chronischer Schmerzen. Dabei geben implantierte Elektroden sanfte elektrische Impulse an die peripheren Nerven ab und erzeugen ein Kribbelgefühl im stimulierten Areal. Dadurch wird die Schmerzwahrnehmung vermindert. Dass diese periphere Nervenstimulation (PNS) sehr eindrucksvolle Wirksamkeit bringt, zeigten unlängst die Ergebnisse einer prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie, deren Ziel die Evaluierung der langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit der PNS bei Kreuzschmerzen (cLBP, chronic Low Back Pain) war. 118 Patienten in 11 Zentren in Österreich und der Schweiz nahmen daran teil.

Nach einer Teststimulationszeit von mindestens sieben Tagen wurde 105 Studienteilnehmern das permanente Stimulationssystem direkt im Bereich der maximalen Schmerzen implantiert. Ein wichtiges Kriterium für die Wirksamkeit der peripheren Nervenstimulation war offensichtlich der Grad der Abdeckung der besonders stark schmerzenden Stellen. Während des Behandlungszeitraums kam es zu einer signifikanten Verbesserung aller Schmerz- und Quality-of-Life-Parameter. Ebenso reduzierte sich die zusätzlich Medikamenteneinnahme von Opioiden, nicht-steroidalen Antirheumatika und Antikonvulsiva hochsignifikant. Komplikationen aufgrund der chirurgischen Intervention waren selten.

Quelle: Kloimstein H,  Likar R  et al: Peripheral nerve field stimulation (PNFS) in chronic low back pain: a prospective multicenter study. Neuromodulation. 2014 17(2):180-7


Bildtext: Ob Schulter, Hüfte oder Knie – Arthrose kann zu chronischen Schmerzen führen. © Sebastian Kaulitzki / shuttestock.com

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Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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