Osteoporose und Lebenserwartung

0

Osteoporose-Patienten sollen ein erhöhtes Risiko haben, frühzeitig zu sterben. Nur jeder zehnte Patient erhält eine adäquate Osteoporosetherapie.

Entgegen der häufig verlautbaren Annahme eines erhöhten Sterberisikos bei Osteoporose-Patienten, zeigte die Untersuchung interessante Ergebnisse. Der Studie zufolge, beträgt die Lebenserwartung nach einer Osteoporose-Diagnose sowie bei sich bereits in Behandlung befindlicher Frauen unter 75 mehr als 15 Jahre. Selbiges gilt für Männer unter 60 Jahren.

In einer Detailauswertung der Studie betrug die verbleibende Lebensdauer nach Beginn einer Osteoporosetherapie im Durchschnitt 18,2 Jahren bei 50-jährigen Männern und 7,5 Jahre bei 75-jährigen Männern. Bei Frauen lag die geschätzte Lebenserwartung, je nach Alter, bei 26,4 bzw. 13,5 Jahren. Die unlängst im Journal of Bone and Mineral Research veröffentlichten Ergebnisse der Studie schlossen die Daten von 58.637 Patienten mit bestehender Osteoporose und 225.084 Personen gleichen Alters bzw. Geschlechts ohne Osteoporose ein. Die Sterbedaten der Patienten wurden bis 2013 gesammelt, wodurch sich eine Follow-up Periode von 10 bis 17 Jahren ergab. „Zu Beginn einer Osteoporose ist die Frage der Behandlung wenig komplex. Die Herausforderung liegt jedoch darin zu wissen, wie lange die Behandlung verabreicht werden sollte,“ fasste der Erst-Autor der Studie, Dr. Bo Abrahamsen, die Ergebnisse zusammen.

 

Adäquate, effektive Osteoporosetherapie bringt lange Lebenserwartung

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass Personen, die eine effektive Osteoporosetherapie erhalten, durchaus auch über eine lange Lebenserwartung verfügen. Daher ist es essenziell die Entwicklungen innerhalb der Osteoporose-Therapien weiter voranzutreiben. „Wir dürfen uns nicht mit dem Verfügbaren zufrieden zu geben. Es gilt weiterhin, evidenzbasierte Strategien zu entwickeln, um eine langfristige Osteoporosetherapie zu ermöglichen,“ so Dr. Bo Abrahamsen.

 

Eine effektive Osteoporosetherapie wird zu selten gemacht

Eine wirksame Osteoporosetherapie erhält nur etwa jeder zehnte Betroffene, den viele Patienten wissen um ihre Erkrankung nichts – auch da Osteoporose anfangs keine deutlichen Symptome zeigt. 40% aller Frauen über 50 haben eine erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche und ausschließlich der rechtzeitige Beginn einer optimalen Osteoporose-Therapie kann die steigende Häufigkeit von pathologischen Frakturen verhindern. Generell wird als Basistherapie die tägliche Supplementation von 500-1.000mg Kalzium, ev. in Kombination mit 400-800 IE Vitamin D empfohlen.

Share.

About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

Comments are closed.