Osteoporose: Störungen im Immunsystem

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Bei Entstehung der Osteoporose spielen neben Östrogenmangel, genetischen Ursachen, hormonellen Veränderungen oder Rauchen auch Störungen im Immunsystem eine wichtige Rolle.

Die sys­temische Skeletterkrankung Osteoporose ist durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes charakterisiert. Dadurch kommt es vermehrt zu Knochenbrüchen. Derartige osteoporotische Frakturen treten bei beiden Geschlechtern mit steigendem Alter vermehrt auf, wenngleich die Zunahme des altersabhängigen Frakturrisikos bei Frauen höher ist als bei Männern. Bei der Entstehung der Osteoporose spielen neben den klassischen Faktoren wie Östrogenmangel, genetischen Ursachen, hormonellen Veränderungen oder Rauchen auch Störungen im Immunsystem eine bedeutende Rolle.

Missverhältnis zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau

Osteoporose verursacht ein Missverhältnis zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau. Dadurch kommt es zu Veränderungen der Knochenmasse und der Mikroarchitektur des Knochengewebes. Das führt zu einer Abnahme der Knochenfestigkeit und damit zu einem erhöhten Risiko für Brüche.

Die Wechselwirkung zwischen dem Immunsystem und der Osteoporose spielt eine bedeutendere Rolle als bisher angenommen. Dass zahlreiche entzündliche Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus oder Morbus Crohn langfristig mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko einhergehen, ist hinreichend bekannt. Aber auch von klassischen Entzündungen unabhängige Mechanismen führen zu einer exzessiven Osteoklastenaktivität und damit zum Knochenabbau.

Grundsätzlich sind mehr als der Hälfte der Osteoporose-Erkrankungen erblich bedingt. Zu den weiteren Risikofaktoren dieser multifaktoriellen Erkrankung gehören hormonelle Veränderungen, Umweltfaktoren, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel. Einen wichtigen Risikofaktor stellt wie eingangs bereits erwähnt das Rauchen dar.

Pro-inflammatorische Zytokine. Pro-inflammatorische Zytokine aktivieren die knochenangreifenden Osteoklasten und bremsen gleichzeitig die knochenaufbauenden Osteoblasten. Ein Blockade solcher Zytokine und anderer beteiligter Moleküle könnte die Bekämpfung der Osteoporose deutlich effektiver machen. Bei älteren Menschen findet sich oft eine erhöhte Produktion der Zytokine und anderer Auslöser von Entzündungen; dies bezeichnet man nach dem italienischen Gerontologe Claudio Francheschi als Inflammaging.

RANKL. Neue Behandlungsansätze sollen unmittelbar in den Knochenstoffwechsel eingreifen und die Knochenzerstörung frühzeitig stoppen. Ein solcher Therapieansatz mit einem Antikörper gegen den RANK-Liganden (RANKL) ist bereits verfügbar. RANKL (Receptor activator of nuclear factor kappa B ligand) ist eine Substanz, die unter anderem von einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den T-Zellen, gebildet wird. Dieser Botenstoff des Immunsystems fördert die Bildung knochenabbauender Zellen.

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Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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