Langfristiger Opioidkonsum erhöht das Risiko von Depressionen

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Zwar kann Opioidkonsum kurzfristig die Stimmung aufhellen. Allerdings kann die langfristige Nutzung das Risiko von neu einsetzenden Depressionen erhöhen.

Wie eine Studie der Saint-Louis-University zeigte, kann Opioidkonsum einerseits kurzfristig positive auf die Stimmung wirken. Andererseits erhöht er aber auch bei langfristiger Nutzung das Risiko neu einsetzender Depressionen.

 

Opioidkonsum veränderte Neuroanatomie und senkte den Testosteron-Level

Die US-Forscher untersuchten bei 3 großen Patientengruppen, wie Anwendungsdauer und Dosis von Opioidkonsum mit erhöhtem Risiko für Depressionen zusammenhängen. Dabei entdeckten sie, dass der Opioidkonsum Veränderungen in der Neuroanatomie und einen niedrigen Testosteron-Level verursachte. Letztendlich zeigte sich der Zusammenhang unabhängig von der bekannten Auswirkung von Schmerzen auf Depressionen.

Grundsätzlich war bei langfristiger Nutzungsdauer der Opioidkonsum mit neu auftretenden Depressionen vergesellschaftet. Allerdings zeigte sich keine Zusammenhang mit der Höhe der Dosierung.

Deswegen sollten sich sowohl Patienten als auch ihre Ärzte bewusst machen, dass die Nutzung von opioidhaltigen Analgetika über länger als 30 Tage neben der Schmerzreduktion auch das Risiko von Depressionen erhöht.

Die Forscher verwendeten Daten aus der Veterans Health Administration (VHA), dem Baylor Scott & White Health (BSWH) und dem Henry Ford Health System (HFHS) aus den Jahren 2000 bis 2012. Die Datensätze enthielten 70.997 VHA-Patienten, 13.777 BSWH-Patienten sowie 22.981 HFHS-Patienten mit HFHS. Die Patienten waren neue Opioidkonsumenten im Alter von 18 bis 80, die vor Therapiebeginn keine Depressionen hatten.

Es zeigte sich, dass zwölf Prozent der VHA-Schmerzpatienten, 9 Prozent der BSWH-Schmerzpatienten und 11 Prozent der HFHS-Schmerzpatienten nach dem Opioid-Analgetikum-Einsatz erstmals Depressionen erlebten.

„Die Ergebnisse waren bei allen drei Gruppen bemerkenswert konsistent, obwohl die Gruppen sehr unterschiedliche Patientencharakteristika und Demografien aufwiesen“, sagte Erstautor Jeffrey Scherrer. Bei allen drei Patientengruppen rief die längere Behandlungsdauer mit opioidhaltigen Analgetika erstmals auftretende Depressionen hervor.

Opioide, die die Patienten der Studie verwenden waren: Codein, Fentanyl, Hydrocodon, Hydromorphon, Levorphanol, Meperidin, Oxycodon, Oxymorphon, Morphin sowie Pentazocin.

Quelle: Jeffrey Scherrer, et al. . Prescription Opioid Duration, Dose, and Increased Risk of Depression in 3 Large Patient Populations. Annals of Family Medicine. Januar 2016

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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