Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft

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Die Anwendung von aus Fischöl produzierten Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft soll das Neugeborene vor Asthma schützen können.

Unlängst wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft und dem Risiko der neugeborenen Kinder, später an Asthma zu erkranken, untersucht, wobei sich positive Effekte nachweisen ließen.

In den westlichen Industrienationen hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Asthma-Neuerkrankungen deutlich gesteigert. Gleichzeitig haben sich auch die Ernährungsgewohnheiten in den untersuchten Ländern sehr verändert. So hat sich beispielsweise durch den vermehrten Einsatz von pflanzlichen Ölen beim Kochen – aber auch durch veränderte Fütterungsbedingungen bei den Nutztieren – das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung sehr verändert. Hier sind vor allem die Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sind hiervon betroffen, wobei diese langkettigen, mehrfach ungesättigte Fettsäuren – LCPUFA kurz für long-chain polyunsaturated fatty acids – in größeren Mengen in Lachs, Thunfisch oder Hering vorkommen.

 

Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft in The New England Journal of Medicine

Im Vorjahr wurde in der medizinischen Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine eine internationale Studie publiziert, die den Zusammenhang zwischen der Anwendung von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft und dem Risiko der Kinder, an Asthma zu erkranken, untersucht hatte.

Zu diesem Zweck wurden Schwangere, die sich in der 24. Schwangerschaftswoche befanden, in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt täglich 2,4 g LCPUFA (mit 55% Eicosapentaensäure und 37% Docosahexaensäure) in Form von Fischölkapseln und die andere Gruppe die gleiche Menge an Placebo (Olivenölkapseln). Die insgesamt 695 Kinder dieser Frauen wurden über fünf Jahre hinweg klinisch begleitet.

Kinder, deren Mütter mittels Fischöl Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft eingenommen hatten, zeigten später ein geringeres Risiko, an Asthma zu erkranken (16,9 %) als Kinder, deren Mütter zur Kontrollgruppe gehörten (23,7 %). Der Effekt war umso größer, wenn bei den Müttern zu Beginn der Studie eine niedrige Blutkonzentration an Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure nachgewiesen wurde. Ein zusätzlicher Effekt war, dass bei den neugeborenen Kindern, deren Mütter durch Fischölkapseln Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft angewandt hatten, das Risiko für Infektionen der unteren Atemwege reduziert werden konnte(31,7 % vs. 39,1 %).

Eine Nahrungsergänzung durch langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft – und hier im dritten Trimester – reduzierte in der UNTerscuhung sowohl das Risiko, dass das Kind in den ersten fünf Lebensjahren an Asthma erkrankte, als auch das Risiko für Infektionen der unteren Atemwege.

Referenzen:

Bisgaard H, Stokholm J, Chawes BL, Vissing NH, Bjarnadóttir E, Schoos AM, Wolsk HM, Pedersen TM, Vinding RK, Thorsteinsdóttir S, Følsgaard NV, Fink NR, Thorsen J, Pedersen AG, Waage J, Rasmussen MA, Stark KD, Olsen SF, Bønnelykke K. Fish Oil-Derived Fatty Acids in Pregnancy and Wheeze and Asthma in Offspring. N Engl J Med. 2016 Dec 29;375(26):2530-9. doi: 10.1056/NEJMoa1503734.

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Axel Rhindt

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