Noni-Fruchtextrakt aus dem indischen Maulbeerstrauch

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Die exotische Frucht Noni und der Nonisaft sollen verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit bewirken. Klare wissenschaftliche Beweise dazu fehlen aber.

Der indische, ursprünglich aus Polynesien stammende Maulbeerstrauch – Morinda citrifolia aus der Pflanzenfamilie der Rötegewächse der Rubiaceae – bringt die Noni-Frucht hervor. Die Noni-Frucht verzehrten die Einheimischen während größerer Hungersnöte als Nahrung. Außerdem nutzen sie die Noni-Frucht sowie die Maulbeerstrauch-Blätter, Wurzel und Rinde auch als Heilmittel.

 

Nonisaft aus den Früchten

Noni bekam 2003 in Form des Fruchtsaftes im Rahmen der EU eine Genehmigung als »Novel food«. Wobei dies keine Bestätigung für mögliche Gesundheitsvorteile darstellt, wie die europäische Lebensmittelbehörde EFSA betont. Noni ist eine grüne Frucht, die etwa so groß wie Kartoffeln werden. Weiters sind die Früchte ähnlich konsistent wie die Ananas. Neben den positiven Wirkungen auf die Gesundheit kommen verschiedene Teile des Maulbeerstrauchs auch in Kosmetika zum Einsatz.

Schließlich soll der Nonisaft umfassende positive gesundheitliche Effekte bewirken. Gegen Herzkrankheiten und Bluthochdruck, Entzündungen und Magengeschwüren sowie sogar gegen Depression und Krebs. Doch wissenschaftlich nachvollziehbare Belege für derartige Wirkungen fehlen bislang. Deswegen kann man anhand der vorliegenden Studiendaten solche positiven Effekte wissenschaftlich nicht bestätigten.

Wegen einer Reihe von experimentellen Befunden wie die Hemmung der Neogenese und der Proliferation des Tumorgewebes sowie der Degeneration bestehender Gefäße im Tumor und der Apoptose begannen sich Wissenschaftler mit Noni wissenschaftlich zu beschäftigen. Experten entdeckten in diesem Zusammenhang auch moderate antioxidative Eigenschaften.

 

Nonisaft schadet die Leber nicht

Ursprünglich vermutete man, dass der Nonisaft gar nicht so harmlos sei. Beispielsweise wurden nach dem Genuss von Nonisaft über 1 bis 4 Monate einige Fälle von akuter Hepatitis dokumentiert, die sich nach dem Absetzen allerdings wieder besserten. Allerdings zeigten sich bei Überprüfung durch die EFSA keine überzeugenden Hinweise darauf, dass Nonisaft der Auslöser der Lebererkrankung war.

Zu den Inhaltsstoffen zählt das sogenannte Proxeronin, das einerseits als Kolloid, und andererseits als Alkaloid beziehungsweise als Enzymvorstufe bezeichnet wird. Am ehesten triftt die Bezwichnung biochemische Verbindung zu.

Schließlich ergab die Sicherheitsbewertung durch den wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU, dass anhand der Datenlage keine speziellen gesundheitsfördernden Wirkungen von Nonisaft zu erwarten sind. Auch andere Produkte enthalten Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, denen allerdings sehr wohl positive Effekte bieten sollen.

Literatur:

Brett J. West, Shixin Deng, Fumiyuki Isami, Akemi Uwaya, Claude Jarakae Jensen. The Potential Health Benefits of Noni Juice: A Review of Human Intervention Studies. 2018 Apr; 7(4): 58. doi: 10.3390/foods7040058

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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