Nicht immer Bier: Hopfen als Arzneipflanze

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Der Hopfen ist nicht nur im Brauereiwesen sehr beliebt. Die Arzneipflanze Hopfen hilft bei Verdauungsstörungen, bei Schlaflosigkeit und bei anderen nervösen Störungen.

Der Hopfen – Humulus lupulus – gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und kommt in Mitteleuropa, vorwiegend in Deutschland und Österreich vor. Er wird in Kulturen – nur weibliche Pflanzen werden vegetativ vermehrt – gezogen und wird auch aus China und den USA importiert. Hopfen ist der zweite Bestandteil, der für den (bitteren) Geschmack unseres Bieres bedeutend ist und den angenehmen Gegensatz zur Süße des Malzes bildet

Hopfen ist eine verhältnismäßig junge Arzneipflanze, die in der Antike noch nicht medizinisch verwendet wurde. Die Arzneipflanze Hopfen wird in den letzten Jahrzehnten aber immer öfter als pflanzliches Medikament eingesetzt. So findet man Extrakte aus Hopfenzapfen in Kombination mit der Baldrianwurzel die häufigste Darreichungsform pflanzlicher Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Der Hopfen wächst als 3 bis 6 m hohe (in Kultur bis über 10 m wachsende), rechtswindende Liane mit gegenständigen, handförmig eingeschnittenen Blättern. Männliche Blüten sind grün und wachsen in lockeren Rispen. Weibliche Blüten sind grünlich-gelb und stehen in zapfenartigen, scheinährigen Blütenständen, den sog. „Dolden“ oder Hopfenzapfen. Hopfen blüht im September und Oktober und riecht kräftig würzig und hat einen bitterem Geschmack.

Hopfen etablierte sich erst im 20. Jahrhundert zusammen mit dem Baldrian als Arznei. Klinische Prüfungen der jüngsten Vergangenheit konnten zeigen, dass diese Kombination in der Behandlung von Unruhezuständen und Einschlafstörungen sinnvoll ist. Grundsätzlich hilft Hopfen hilft bei Verdauungsstörungen, bei Schlaflosigkeit und bei anderen nervösen Störungen; er wirkt leicht beruhigend, antibakteriell, appetit- und verdauungsanregend sowie schlaffördernd und ist geeignet als mildes Magenbittermittel.

Hopfen enthält eine Vielzahl von Bitter- und Aromastoffen, außerdem ätherische Öle und Harze. Hervorzuheben ist der Bitterstoff Humulon und die Mono- und Sesquiterpene des ätherischen Öles.

Hopfen-Tee

Um einen Tee zuzubereiten werden 0,5 g zerkleinerte Hopfenzapfen mit kochendem Wasser übergossen und bedeckt stehen gelassen; nach 10-15 min. abseihen und lauwarm trinken.

Es gibt Hopfen als geschnittene Drogen, Drogenpulver oder Trockenextraktpulver für Aufgüsse oder Abkochungen oder andere Zubereitungen sowie als flüssige und feste Darreichungsformen zur innerlichen Anwendung. Hopfenzapfen werden als Tee oder als Hopfenkissen angeboten. Zahlreiche Teegemische der Indikationsgebiete Nerven-Schlaf-Beruhigungsmittel enthalten Hopfenzapfen. Zur Verstärkung der Wirkung wird Hopfenextrakt durch Extraktion mit Alkohol hergestellt.

Hopfenextrakt wird als pflanzliches Arzneimitten auch vereinzelt in Monopräparaten verwendet. Bekannter sind aber dutzende Kombinationspräparate – zu  „Beruhigungs-, Nerven- und Schlafmittel“ gerechnet –, die oft als Bestandteil neben Baldrian, Melisse, Passionsblume u.v.m. zu finden ist.

CAVE. Frische Hopfenzapfen können bei Hautkontakt zu Hautreizungen bzw. zu Allergien führen. Wechselwirkungen mit anderen Mittel sind aber keine bekannt. Hopfenzubereitungen sollten vor Licht geschützt und kühl, nicht länger als 1 Jahr, aufbewahrt werden.

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Lena Abensberg

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