mTOR-Hemmer senken Infektionsrisiko älterer Menschen

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mTOR-Hemmer – die Rapamycin-Analoga (Rapaloge) Everolimus und BEZ235 – können in Kombination angwandt ältere Menschen vor Infektionen schützen.

mTOR-Hemmer unterbrechen die mTOR-Signalwege mTORC1 und mTORC2 und sollen als Medikamente angewandt gegen überschießende Immunreaktionen besonders wirksam sein. Rapamycin war der erste mTOR-Hemmer und ist als Sirolimus sehr bekannt. Rapamycin-Analoga – auch als Rapaloge bezeichnet – sind Weiterentwicklungen, die günstigere pharmakologischen Eigenschaften zeigen. Bekannte Rapamycin-Analoge sind beispielsweise Temsirolimus, Ridaforolimus, Deforolimus und Everolimus. In einer aktuellen Studie zeigte nun die kombinierte Anwendung von Everolimus mit dem neuen Rapamycin-Analogon BEZ235 – auch als RTB101 bezeichnet.

 

mTOR-Hemmer zeigen lebensverlängernde Wirkung

mTOR-Hemmer sind derzeit zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen und zur Krebstherapie zugelassen. Seit geraumer Zeit wird auch Ihr Einsatz als Anti-Aging-Mittel diskutiert

Dem Enzym mTOR wird eine wichtige Rolle in der Förderung von Alterungs­prozessen diskutiert. Dementsprechend brachten mTOR-Hemmer in verschiedenen Unterscuhungen eine lebensverlängernde Wirkung erzielt. Grund dafür könnte eine Verzögerung der sogenannten Immunoseneszenz sein, die eine im Alter nachlassenden Fähigkeit des Immunsystems, Krankheitserreger abzuwehren, bezeichnet. Infektionen verursachen die häufigsten Todesursachen im Alter, somit könnten mTOR-Hemmer, die dieser Immunoseneszenz entgegenwirken, ein längeres Leben bringen.

Kombination Everolimus mit dem Rapamycin-Analogon BEZ235

Erstmals wurde die kombinierte Anwendung von Everolimus und BEZ235 am Menschen getestet. An 12 Zentren in Australien und Neuseeland wurden 264 Studienteilnehmer im Alter von über 65 Jahren, bei denen keine medizinischen Erkrankungen vorlagen, in diese Phase-2a-Studie eingeschlossen. Die Patienten wurden randomisiert mit 0,1 mg/die Everolimus oder Placebo, mit 0,5 mg/die Everolimus oder Placebo, mit 10 mg/die BEZ235 oder Placebo oder aber mit 0,1 mg/die Everolimus plus 10 mg/die BEZ235 oder Placebo behandelt.

Die beiden mTOR-Hemmer (TORC1-Inhibitoren) zeigten in der niedrigen Dosierung eine gute Verträglichkeit. Während der Behandlungsdauer von 6 Wochen war die häufigste unerwünschte Wirkung Durchfall. Hingegen sanken Blutzucker und Cholesterin unter der Behandlung.

Die Kombination von Everolimus mit BEZ235 brachten Anstieg der Antikörper-Titer gegen alle Komponenten eines Grippeimpfstoffs. Weiters zeigte sich ein signifikanten Rückgang bei der Anzahl von Infektionen, bei Atemwegsinfektionen war der Rückgang noch deutlicher. In einer Phase-2b-Studie soll nun die Basis für eine Phase-3-Studie bringen, die Voraussetzung für eine Zulassung ist.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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