MRT bei Rückenschmerzen meist nicht erforderlich

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Bei erstmalig auftretenden Rückenschmerzen sollte der Arzt keinesfalls aufwändige und kostspielige bildgebende Verfahren wie eine MRT-Untersuchung machen lassen.

Heutzutage sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems in unseren Breiten die häufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit. Den es gibt kaum Menschen, die im Laufe des Lebens nicht unter Rückenschmerzen gelitten haben oder aktuell daran leiden. Jedoch müssen behandelnde Ärzte nicht jeden spontan auftretenden Rückenschmerz bis ins Detail mittels Bildgebung abklären lassen. Denn oft verschwinden solche Rückenschmerzen von selbst wieder beziehungsweise nach einer konservativen Therapie wie Schmerzmedikamente und Krankengymnastik sowie Massagen.

 

Bildgebung für die Diagnose smart einsetzen

Dementsprechend müssen kostenintensive, bildgebende Verfahren daher nicht routinemäßig zum Einsatz kommen. Stattdessen sollten sie nur bei Patienten mit schweren Symptomen wie Lähmungserscheinungen oder besonderem Risikoprofil die Diagnose unterstützen. Denn Basis für die Diagnose sollte zunächst die ausführliche klinische Untersuchung bilden. Erst nach der Anamnese entscheidet der Arzt dann, ob er eine Bildgebung benötigt.

 

Rückenschmerzen und Wirbelsäulen-Erkrankungen sind weit verbreitet

Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen – also altersbedingte Abnutzungserscheinungen, gehören zu den Volkskrankheiten der Industrienationen. Gründe dafür sind die vornehmlich sitzende Tätigkeit, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Wie eingangs erwähnt sind bildgebende Untersuchungen routinemäßig bei erstmalig auftretenden Rückenschmerzen nicht erforderlich. Hier schätzen das viele Patienten falsch ein. Denn nach den geltenden Leitlinien sollten bildgebende Verfahren erst dann zum Einsatz kommen, wenn Lähmungserscheinungen auftreten oder wenn bestimmte Risikofaktoren – so genannte Red-Flags – nachweisbar sind, die auf eine ernsthafte Erkrankung der Wirbelsäule hindeuten.

So können beispielsweise klopfschmerzhafte Wirbelsäulenschmerzen mit gleichzeitigen Entzündungszeichen im Labor – oder klinisch als Fieber – Hinweis für eine Wirbelsäulenentzündung sein. Schließlich können nächtlich stärker werdende Rückenschmerzen bei gleichzeitigem Vorliegen von Ermüdbarkeit, Gewichtsverlust sowie Appetitlosigkeit auf Wirbelsäulenkrebs hinweisen.

 

Wann bildgebende Verfahren eingesetzt werden sollten

Bildgebende Verfahren sollten bei Patienten zum Einsatz kommen, die seit Jahren unter Diabetes mellitus leiden oder immunsuppressive Therapien einnehmen. Auch bei Patienten mit vorausgegangenen Krebsleiden ist eine sofortige bildgebende Diagnostik angeraten. Natürlich sollten auch sehr starke, in die Beine ausstrahlende Schmerzen durch eine Bildgebung abgeklärt werden.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist hier an erster Stelle zu nennen, da sie auch die Weichteilstrukturen der Wirbelsäule (z.B. die Bandscheiben oder das Rückenmark) und sogar Frühveränderungen gut darstellt. Die dreidimensionale Bildgebung zeigt alle degenerativen Schäden an der Wirbelsäule und liefert wichtige Hinweise für die Therapieentscheidung.

 

Wann die Bildgebung erfolgen sollte

Erst wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen andauern und sich als therapieresistent erweisen, muss eine Bildgebung erfolgen. Doch für viele Ärzte ist es problematisch, dass die Betroffenen häufig vehement eine Bildgebung einfordern.

Quelle und Informationen: Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V.

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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