Morbus Dupuytren – aktuelle Behandlungsoptionen

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Bei Morbus Dupuytren ist die Hand ist in ihrer Funkion sehr stark beeinträchtigt, die Ursache dieser Bindegewebe-Erkrankung ist bis dato unbekannt.

Morbus Dupuytren wird auch als Dupuytren-Kontraktur bezeichnet und beschreibt eine Erkrankung an der Handinnenseite. Abgesehen von einer gewissen erblichen Vorbelastung ist die Ursache der Bindegewebe-Erkrankung weitgehend ungeklärt. Bei Diabetes, Epilepsie und Alkoholmissbrauch tritt Morbus Dupuytren häufiger auf, gewöhnlich sind Männer nach dem 50. Lebensjahr betroffen. Frauen erkranken seltener daran.

 

Krankheitsverlauf

Bei Morbus Dupuytren bilden sich Knoten, Verhärtungen und Stränge im Bereich der Sehnen an den Handflächen die – vor allem bei Männern im mittleren bis höheren Lebensalter vorkommt. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium beginnen sich die Finger immer mehr einzuziehen, am häufigsten sind Ring- und Kleinfinger betroffen.

Betroffene Patienten können einzelne Finger immer schlechter ausstrecken, da sich Bindegewebe in der Handinnenflächen übermäßig vermehrt – mit Bildung der eingangs erwähnten Knoten und Strängen. Das Bindegewebe vernarbt entlang der Fingerbeugesehnen und im Bereich der Hohlhandfaszie. Diese an sich gutartigen Wucherungen gehen von speziellen Bindegewebszellen – den Fibroblasten – aus, die zuviel Kollagen herstellen.

Morbus Dupuytren Stadieneinteilungen

Tubiana et al. aus dem Jahr 1961:

  • Stadium 0: ohne Krankheitszeichen
  • Stadium 1: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 0° und 45°
  • Stadium 2: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 45° und 90°
  • Stadium 3: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 90° und 135°
  • Stadium 4: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen über 135°

 

Morbus Dupuytren kann bei einigen Patienten langsam fortschreiten. Die Krankheit präsentiert sich dann Jahre lang konstant. Doch bei anderen kann es innerhalb nur weniger Monate zu einer starken Dupuytren-Kontraktur –der Verkrümmung der Finger – kommen.

Patienten mit Morbus Dupuytren in frühem Stadium behandeln

In frühen Stadien von Morbus Dupuytren werden Massagen, physikalische Behandlungen und Heilgymnastik empfohlen, um das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen. Relativ neu ist die Anwendung der Strahlentherapie als Alternative zur Operation.

Vor allem im frühen Stadium kann eine Röntgenbestrahlung das Fortschreiten der Erkrankung stoppen, sogar eine Verbesserung der Symptomatik wurde bei einigen Patienten beobachtet. Zur Durchführung dieser Behandlung wird die betroffene Hand über einen Zeitraum von fünf Tagen pro Therapieeinheit zwei Minuten mit Röntgen bestrahlt. Nach einer fünfwöchigen Pause lässt sich die Therapie wiederholen, wobei ein Krebsrisiko zu berücksichtigen ist. In späteren Stadien ist die Strahlentherapie weniger effektiv.

 

Chirurgie bei Morbus Dupuytren

Eine Operation bei Morbus Dupuytren wird bei Schmerzen und deutlicher Funktionseinschränkung, die Finger ausstrecken beziehungsweise die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen zu können, empfohlen. Keinesfalls sollte zu früh operiert werden.

Mit dem chirurgischen Eingriff werden die Finger wieder begradigt. Unter örtlicher Betäubung oder einer Kurznarkose legt der Operateur mit mehreren Schnitten das Bindegewebe frei, entfernt die Knoten und Stränge. Nach zwei Wochen postoperativer Schonung kann der Patient die Finger wieder gebrauchen. Auch danach kann die Bestrahlung eingesetzt werden, um ein erneutes Auftreten der Wucherungen zu verhindern.

Die sogenannte Nadelfasziotomie ist eine schonende Alternative zur offenen Operation und kann bei strangförmiger Wucherung angewandt werden. Dabei wird der Bindegewebe-Strang in der Handfläche unter örtlicher Betäubung mit einer Nadel durchgestoßen. So werden die Finger mit sanftem Druck gestreckt, bis der Bindegewebe-Strang reißt und die Finger sich wieder bewegen lassen. So wird die Erholungszeit verkürzt, es treten nur leichte Schmerzen auf.

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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