Androgenetische Alopezie mit Minoxidil behandeln

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Androgenetische Alopezie wird bei lokaler Anwendung an erster Stelle mit dem Wirkstoff Minoxidil – in 2- und 5%-igen Minoxidil-Lösungen – behandelt.

Minoxidil

Minoxidil

Unter den lokal anzuwendenden Wirkstoffen bei androgenetischer Alopezie steht Minoxidil an vorderster Stelle. Ursprünglich als Antihypertensivum entwickelt, verursachte seine systemische Anwendung bei vielen Patienten eine auffallende Hypertrichose.

In Einzelfällen war dieser Effekt so stark, dass die Patientinnen aus ästhetischen Gründen die Fortführung der Behandlung verweigerten. Diese beobachtete Hypertrichose führte zu Versuchen, Haarwachstumsstörungen mit lokalen Minoxidil-Applikationen zu behandeln.

 

Wirkung von Minoxidil

Zwei Gründe erschwerten ursprünglich die Entwicklung eines derartigen Produktes: Einerseits ist Minoxidil galenisch problematisch und andererseits sollte ausschließlich eine Beeinflussung der Haarwurzeln ohne Senkung des Blutdrucks erfolgen.

Dem­entsprechend war bei ausreichender Stabilität eine gute, aber keine zu ­gute Resorption verlangt. Nach jahrelangen Versuchen wurden schließlich die heute zur Ver­fügung stehenden 2 und 5%igen Minoxidillösungen entwickelt.

Bei Magistraliter-Zubereitungen ist weder die Förderung des Haarwachstums noch das Fehlen unerwünschter Wirkungen (hypo­tone Effekte) gesichert.

Die Wirkung von Minoxidil ­beruht

  • auf einer Vermehrung und Stimulierung der perifollikulären Kapillaren, was die Teilung der Stammzellen des Haares anregt,
  • auf einer beschleunigten Differenzierung der Haarzellen und auf einer gesteigerten DNS-Synthese sowie
  • auf einer erhöhten Synthese von Prostaglandinen E2.

Minoxidil greift nicht in spezifischer Weise in die Pathophysiologie der androgenetischen Alopezie ein. Es verbessert die Durchblutung der Haarwurzel und regt die Haarbildung an. Aus diesem Grund lässt sich Minoxidil bei praktisch allen Haarwachstumsstörungen einsetzen.

Zahlreiche, nach den Richtlinien der EBM durchgeführte Untersuchungen an vielen tausend Männern und Frauen bestätigten die therapeutische Wirkung lokaler Minoxidilanwendungen bei androgenetischer Alopezie und bei anderen diffusen Haarwachstumsstörungen.

Der Haarausfall sistiert, fallweise erfolgen innerhalb einiger Monate sogar eine Vermehrung und eine Verstärkung der Haare. Bei 11.000 Patienten ergab sich nach mindestens sechsmonatiger Anwendung von 2%igem Minoxidil folgende Beurteilung: bei 20% der Fälle ausgezeichnet, bei 45% der Fälle gut, bei 30% der Fälle zufriedenstellend und nur bei 5% der Fälle unbefriedigend.

 

Androgenetische Alopezie im Selbstversuch mit Minoxidil behandelt

Von 144 deutschen Ärzten mit androgenetischer Alopezie beurteilten im Selbstversuch 90% Minoxidil als erfolgreich und 70% setzten nach dem Prüfzeitraum die Behandlung selbst fort. – Mit 5%igen Minoxidil tritt die Besserung des Haarausfalls rascher ein als mit 2%igem Minoxidil.

Besonders wichtig sind die Ergebnisse einer Sicherheitsstudie: die zweimal tägliche Applikation von 5%igem Minoxidil bei 1.088 Patienten über 32 bis 96 Wochen ergab bei 1.043 Patienten Serumspiegel unter 5ng/ml, bei 38 Probanden wurden Werte zwischen 5,1 und 10ng/ml gemessen; nur in sieben Fällen fanden sich Serumspiegel zwischen 10,1 und 16,5ng/ml.

Da Auswirkungen auf den Blutdruck erst ab einem Serumspiegel von 21,7ng/ml eintreten, besteht selbst bei den wenigen Patienten in der letztgenannten Gruppe eine hohe Sicherheits-Marge. Jede Behandlung der androgenetischen Alopezie, einer genetisch bedingten Erkrankung wirkt nur so lange wie sie durchgeführt wird. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer jahre- bis jahrzehntelangen Therapie. Wird die Anwendung abgebrochen, setzt der Haarausfall erneut ein.

Quelle und weitere Informationen:

Haarausfall: Frauen leiden meist viel mehr als Männer. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Raab. MEDMIX 7-8/2006.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMHT0001200/

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Axel Rhindt

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