Minimalinvasive Chirurgie bei Rheuma-Patienten

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Die minimalinvasive Chirurgie wird in Orthopädie und Unfallchirurgie seit Jahrzehnten in der Arthroskopie der Gelenke eingesetzt und gewinnt weiter an Bedeutung.

Die minimalinvasive Chirurgie gewinnt nicht nur zunehmend an Bedeutung, weil die dadurch entstehenden kleineren Hautnarben aus kosmetischen Gründen sehr erfreulich sind. Medizinische Gründe für minimalinvasive Chirurgie sind eine geringere Störung der Gewebedurchblutung und damit eine schnellere Heilung bei geringerer Infektionsgefahr.

 

Minimalinvasive Chirurgie-Verfahren in Orthopädie, Unfallchirurgie und immer öfter auch Rheumatologie

Die minimalinvasive Chirurgie wird in der Orthopädie und Unfallchirurgie seit Jahrzehnten in großer Zahl in der Arthroskopie der Gelenke eingesetzt. Auch in der Endoprothetik haben minimalinvasive Zugänge ihren Stellenwert, sind aber aufgrund spezifischer Komplikationen wie bleibender Nervenschäden umstritten.

In der Unfallchirurgie konnte durch minimalinvasive Osteosynthesen in der Behandlung von Knochenbrüchen eine höhere Heilungsrate bei schnellerer Heilung des Knochens durch eine geringere Störung der Gewebedurchblutung nachgewiesen werden.

Mit der Einführung einer wirksameren Immunsuppression durch die sogenannten Biologika um die Jahrtausendwende können zunehmend auch beim Rheumatiker minimalinvasive Chirurgie-Verfahren eingesetzt werden.

Wo früher aufgrund der Entzündungen der die Gelenke umgebenen Gewebe wie zum Beispiel der Sehnenscheiden große Zugänge erforderlich waren, um die erkrankten Gewebe radikal zu entfernen, sind diese heutzutage deutlich seltener erforderlich. Somit können die Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie zunehmend auch für Rheumatiker genutzt werden.

Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da die entzündungshemmenden Medikamente und die Artheriosklerose zu einer verzögerten Knochenheilung führen können. Ein weiterer Vorteil schnellerer Knochenheilung ist die kürzere Ruhigstellung mit einer geringeren Gefahr eines Bewegungsverlustes.

Wichtig bei der Durchführung der minimalinvasiven Chirurgie beim Rheumatiker ist, dass keine Kompromisse bezüglich der Gründlichkeit der Operation eingegangen werden, nur um auf Biegen und Brechen minimalinvasiv operieren zu können.

Die besondere Herausforderung für den orthopädischen Rheumatologen ist daher, die Indikation für die minimalinvasiven Verfahren oder das offene Vorgehen korrekt zu stellen, sowie die Bereitschaft, dann auf ein offenes Verfahren umzuschwenken, wenn sich das minimalinvasive Verfahren intraoperativ als nicht geeignet herausstellen sollte.

Die minimalinvasive Chirurgie erweitert das Spektrum in der operativen Behandlung von Rheumatikern erheblich, die Indikationsstellung hierfür erfordert aber mindestens ebenso viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl wie die Durchführung dieser Operationen. Da künftig durch die großen Fortschritte der immunologischen Forschungen mit einer weiteren Verbesserung der medikamentösen Immunsuppression zu rechnen ist, wird die minimalinvasive Chirurgie in der operativen rheumaorthopädischen Therapie weiter an Bedeutung gewinnen.

Quelle:

Statement »Der „kleinstmögliche Eingriff“ – Wie minimalinvasive Chirurgie heute bei Rheuma-Patienten eingesetzt wird « – Professor Dr. med. Ralph Gaulke, Leiter der Sektion Obere Extremität, Fuß- und Rheumachirurgie, Ständiger Vertreter des Direktors an der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover zum 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), September 2018, Mannheim

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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