Mini-Mental-State zur Erkennung kognitiver Störungen

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Der sogenannte Mini-Mental-State (MMS) ist der bekannteste Test, um kognitive Störungen sowie allgemein die kognitiven Fähigkeiten abzuschätzen.

Bekanntermaßen ist Mini-Mental-State das bekannteste sowie auch am häufigsten eingesetzte Kurz-Screening zur Einschätzung des kognitiven Leistungsstandes. Der Mini-Mental-State wurde von Folstein und
seinen Mitarbeitern 1975 erstellt und in die deutsche Sprache von Kessler, Denzler und Markowitsch 1990 als Mini-Mental-State Test MMST eingeführt.

Der wichtigste Einsatzbereich des Mini-Mental-State sind Patienten im geriatrischen Bereich, bei denen eine Demenz vermutet wird. Dabei wird er zur diagnostischen Verifizierung und Abklärung von psychischen Leistungsstörungen sowie zu deren Verlaufsbeobachtung eingesetzt. Der Mini-Mental-State unterstützt Ärzte jedoch nicht bei der Diagnose der verschiedenen Arten von Demenz.

 

Der MMS-Test ermöglicht eine rasche Durchführung

Der Mini-Mental-State ist seit den 1990er Jahren in unseren Breiten ein gängiges Werkzeug. Damit können in kürzester Zeit – in fünf bis knapp 10 Minuten – die kognitiven Fähigkeiten sowie Gedächtnisstörungen und sogar eine Demenz eruiert werden. Benötigte Utensilien zur Durchführung des MMS-Test sind eine Uhr, Schreiber und zwei Blätter Papier. Wenngleich er eine neuropsychologische Testung keinesfalls ersetzen kann, ergänzt der Mini-Mental-State solche sehr gut.

Schließlich beinhaltet der MMS-Test auch Fragen und Aufgaben zu Orientierung und Aufmerksamkeit, zum Rechnen und zum Gedächtnis, zur Sprache und der Ausführung einer Anweisung, zum Lesen und Schreiben sowie zu einer konstruktiven Handlungsplanung.

 

Keine exakte Differenzierung möglich

Wie gezeigt umfasst der MMS-Test zwar zahlreiche Qualitäten der Hirnleistungen. Jedoch ist er zur Abgrenzung von dementen und depressiven sowie komplex affektiv gestörten Patienten von Gesunden konzipiert. Allerdings kann er nicht die unterschiedlichen Patienten mit kognitiven Störungen differenzieren.

Dementsprechend zeigten verschiedene Untersuchungen auch, dass der MMS-Test Grenzen in der Sensitivität unter anderem von leichten kognitiven Beeinträchtigungen und aphasischen Störungen sowie fokalen Störungen aufweist.

 

Modified Mini-Mental State Examination

Der 3MS ist eine Abwandlung des MMS-Test, da dieser eine niedrige Sensitivität bei spezifischen Hirnläsionen, Amnesie und leichten kognitiven Defiziten aufweist. Deswegen wurde der 3MS vor allem für Patienten mit Schlaganfall konzipiert. Er unterscheidet sich vom MMS-Test vor allem durch Erweiterungen im Zusammenhang mit Inhalt, Umfang und Schwierigkeitsgrad der Fragestellung.

Literatur:

Folstein MF, Folstein SE, McHugh PR. »Mini-mental state«. A practical method for grading the cognitive state of patients for the clinician. J Psychiatr Res. 1975 Nov;12(3):189-98.

Creavin ST, Wisniewski S, Noel-Storr AH, Trevelyan CM, Hampton T, Rayment D, Thom VM, Nash KJ, Elhamoui H, Milligan R, Patel AS, Tsivos DV, Wing T,Phillips E, Kellman SM, Shackleton HL, Singleton GF, Neale BE, Watton ME, Cullum S.. Mini-Mental State Examination (MMSE) for the detection of dementia in clinically unevaluated people aged 65 and over in community and primary care populations. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Jan 13;(1):CD011145. doi: 10.1002/14651858.CD011145.pub2.

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