Micro-RNAs bei Diabetes assoziierten Gefäßschäden

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Durch den Einsatz von Micro-RNAs soll zukünftig die Behandlung von PAVK- und Herzinfarkt- sowie Diabetespatienten verbessert werden.

Diabetes beeinflusst die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität sehr stark und gehört deswegen zu den häufigsten Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen. Hier sollen neue Erkenntnisse zu molekularen Mechanismen positiv auf die diabetesinduzierte Gefäßschädigung wirken. So können Micro-RNAs – kurze Ribonukleinsäureketten – zumeist ein ganzes Netz von Proteinen regulieren und so vielfältige Funktionen von Zellen steuern. Man hat herausgefunden, dass Micro-RNAs sehr effektiv in biologische Prozesse eingreifen können – beispielsweise können oftmals einzelne Micro-RNAs die Produktion zahlreicher Proteine hemmen.

 

Rolle der Micro-RNAs bei Diabetes bedingten Gefäßschäden

Der Einsatz von Micro-RNAs, auch mi-RNAs genannt, könnte ein viel versprechender Ansatz zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze zu verschiedenen kardiovaskulären Erkrankungen sein. Darauf weisen hunderte Studien in den letzten Jahren hin. Beispielsweise wollen Experten der kardiovaskulären Forschung damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen neue Diagnosemöglichkeiten und Therapien entwickeln, die Behandlung von PAVK-, Diabetes- und Herzinfarkt-Patienten soll damit verbessert werden.

Micro-RNAs spielen bei allen physiologischen und pathologischen Prozessen eine Rolle und sind unter anderem
wichtig, damit sich Blutgefäße bilden, stabilisieren und regulieren können. Dies ist beispielsweise in der Embryonalentwicklung, bei der Heilung von Verletzungen, bei Tumor- sowie Herz-Kreislauferkrankungen von Bedeutung. Auch bei Patienten mit Typ-2-Diabetes wurden im Vergleich zu Nicht-Diabetespatienten eine Erhöhung der mi-RNA-483-3p beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass die Erhöhung den programmierten Zelltod der Endothelzellen im Blutgefäß früher herbeiführt und dies zur Ausbildung der typischen Gefäßschäden beim Diabetiker beitragen könnte. In experimentellen Studien brachte die Hemmung der mi-RNA-483-3p in Zellen von Diabetespatienten zu einer verbesserten Endothelfunktion.

 

Endothelzellfunktion unterstützen, ohne das Tumorwachstum anzuregen

Zukünftig wollen Wissenschafter weiter untersuchen, inwieweit man nun für den Menschen gefahrlos Micro-RNAs wie z.B. die mi-RNA-483-3p verändern kann, um z.B. gezielt das Endothel von Diabetespatienten zu schützen. Problematisch ist, dass die Tumorbildung ebenfalls mit einem verstärkten Wachstum von Blutgefäßen und einer größeren Resistenz gegenüber dem Zelltod einhergeht. Deswegen muss die Funktion der bestehenden Blutgefäße verbessert werden ohne Tumor fördernde Nebenwirkungen. Unter den derzeit etwa 2000 bekannten mi-RNAs soll ein Kandidat gefunden werden, der die Endothelzellfunktion unterstützt, ohne ein Tumorwachstum anzuregen.

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Axel Rhindt

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