Testosteron und metabolisches Syndrom

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Es gibt Hinweise dafür, dass ein Mangel an Testosteron das Risiko für ein metabolisches Syndrom, abdominelle Adipositas bzw. Typ-II-Diabetes erhöht.

Ein metabolisches Syndrom zeigt als Teilaspekt eine Abdominelle Adipositas, die einen erheblichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Das dabei auftretende vermehrte, viszerale Bauchfett geht als eine Art Hormonfabrik nicht nur mit erhöhten Insulin- und Adipozytokin-Sekretionen einher, sondern auch mit erniedrigten Tes­tosteron-Spiegeln.

Ursache dafür ist vermutlich der veränderte Stoffwechsel: Erhöhte Insulinausschüttung und Insulinresis­tenz vermindern die Testosteronbildung bzw. werden zusätzlich durch eine erhöhte Leptinausschüttung und -resistenz des Zentralnervensystems im Hypothalamus weniger Gonadotropine und damit sekundär weniger Testosteron gebildet.

Für die medizinische Praxis bedeutet dies, dass bei Patienten mit metabolischem Syndrom ein eventueller Testosteronmangel bzw. Hypogonadismus und umgekehrt bei Patienten mit Hypogonadismus in der Diagnose und Behandlung ein möglicherweise vorliegendes metabolisches Syndrom berücksichtigt werden sollte.

 

Metabolisches Syndrom erhöht Risiko für Hypogonadismus

Das Risiko eines Hypogonadismus – der endokrinen Funktionsstörung der Hoden, die zu Testosteronmangel führt – ist laut Studienergebnissen bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms 2,6-fach erhöht, wobei die Testosteronwerte mit der Ausprägung des metabolischen Syndroms absinken.

Höhere Testosteron- und SHBG-Spiegel sind direkt mit höherer Insulinsensitivität und indirekt mit dem metabolischen Syndrom assoziiert.

 

Ob Testosteronmangel das Risiko für metabolisches Syndrom, abdominelle Adipositas oder Typ-II-Diabetes erhöht

Es gibt auch Hinweise, dass ein Testosteronmangel das Risiko von abdomineller Adipositas und metabolischem Syndrom bzw. Typ-II-Diabetes erhöht. Niedrige Testosteron- und SHBG-Spiegel stellten sich in Studien als ein unabhängiger Parameter und Promotor für eine metabolische Störung heraus. Eine Gewichtsreduktion bzw. der Abbau von Körperfett kann dazu beitragen, einem Testosteronmangel entgegenzuwirken.

Eine Vielzahl von Interventionsstudien zeigt auch den günstigen Einfluss einer Testosteronsubstitution, und zwar nicht nur auf Bauchumfang und Fettmasse, sondern auch auf die Insulinsekretion und -sensitivität, das Lipidprofil sowie den Blutdruck.

Eine Testosterontherapie weist daher nicht nur zur Behandlung des Hypogonadismus sondern möglicherweise auch des metabolischen Syndroms ein großes Potenzial auf, insbesondere in der Verlangsamung oder Stoppung der Progression zum Typ-II-Diabetes oder zu ­kardiovaskulären Erkrankungen.

Für die medizinische Praxis bedeutet dies, dass bei Patienten mit metabolischem Syndrom ein eventueller Testosteronmangel bzw. Hypogonadismus und umgekehrt bei Patienten mit Hypogonadismus in der Diagnose und Behandlung ein möglicherweise vorliegendes metabolisches Syndrom berücksichtigt werden sollte.

Quelle und weitere Informationen:

Testosteron und metabolisches  Syndrom. Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler. MEDMIX 1-2/2008.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3354945/

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