Meningokokken-Infektionen

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Eine Meningokokken-Infektion kann dramatische Folgen haben. Die beiden Verlaufsformen sind Meningitis und Sepsis, die Übertragung geschieht von Mensch zu Mensch.

Eine Infektion mit Meningokokken stellt eine schwere Erkrankung dar, die innerhalb nur weniger Stunden lebensbedrohliche Ausmaße bekommen kann. Die kugelförmigen Meningokokkenbakterien – auch als Neisseria meningitidis bezeichnet – verursachen häufig eine eitrige Hirnhautentzündung (eine Meningitis) und seltener eine Blutvergiftung (Sepsis).

 

Meningokokken in Serogruppen eingeteilt

Meningokokken sind Bakterien, die in verschiedene Serogruppen eingeteilt werden. Die Serogruppen B und C kommen in Europa am häufigsten vor. Zwei Verlaufsformen wie oben erwähnt werden beobachtet, die einzeln oder gemeinsam auftreten können:

  • Meningitis;
  • Sepsis.

Die Sepsis ist die schwerere, dramatischere Verlaufsform einer Meningokokkenerkrankung. 10 bis 20% der an einer Meningokokken C-Infektion Erkrankten sterben dadurch, bei mehr als 20% der Infizierten kommt es zu bleibenden Schäden wie Schwerhörigkeit, Hirnschäden, epileptische Anfälle oder Verlust von Gliedmaßen davon.

 

Meningokokken von Mensch zu Mensch

Einziger Überträger von Meningokokken ist der Mensch. Meningokokken leben im Nasen-Rachenraum, übertragen wird die Erkrankung durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen, Trinken aus dem selben Glas und enge Kontakte wie Küssen.

Ca. 5 bis 10% der Bevölkerung sind Träger von Meningokokken, ohne selbst daran zu erkranken, und stellen somit eine wichtige Infektionsquelle dar.

An Meningokokken kann man in jedem Lebensalter erkranken. Kinder im Alter von 6 Monaten bis zu 5 Jahren sind jedoch im Vergleich zu anderen Altersgruppen am häufigsten betroffen. Bei ihnen ist das Immunsystem noch nicht so gut ausgebildet. Etwa 40% aller Meningokokkenerkrankungen werden im Kleinstkindesalter verzeichnet.

Einen weitere stark gefährdete Bevölkerungsgruppe sind Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren. In dieser Altersgruppe nimmt der Anteil von Meningokokken C-Erkrankungen anteilsmäßig zu, etwa 20% der invasiven Infektionen entfallen auf das Teenager-Alter. Dies erklärt sich durch die vermehrten ­sozialen Kontakte.

 

Meningokokken rechtzeitig erkennen ­

Das Krankheitsbild einer Meningokokken-Infektion ist im Anfangsstadium schwer zu erkennen, da die ersten Symptome jener der echten Grippe sehr ähnlich sind. Eine Soforttherapie mit Antibiotika kann mitunter noch Leben retten.

Mögliche Symptome der Meningokokken-Infektion sind:

  • Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen
  • Nackensteifigkeit: Der Kopf kann nicht mehr frei vor- und zurückbewegt werden
  • Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung bis zum Koma
  • Lichtempfindlichkeit und punktförmige rote Hautblutungen – bereits gefährliches Stadium der Erkrankung
  • Bei Babys Erbrechen, schrilles Schreien und Appetitlosigkeit

Experten betonen, dass zur möglichst raschen Erstellung einer Diagnose der Patient einiges beitragen kann. Die Diagnose der Meningokokkensepsis wird fast immer anhand des typischen Ausschlages erstellt. Kinder sind jedoch meist in ­einem relativ guten Allgemeinzustand, obwohl in diesem Stadium die Meningokokkenerkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Information, genaue Beobachtung und rechtzeitiges Handeln können Leben retten. Bei Verdacht muss sofort ein Arzt oder das nächste Krankenhaus aufgesucht werden. Die Krankheit kann innerhalb von Stunden aus voller Gesundheit in den Tod führen.

Weitere Informationen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/

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