Meningokokken-Impfung gegen Meningokokken-Meningitis

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Meningokokken-Meningitis ist eine ernstzunehmende, teils lebensbedrohliche Erkrankung, die man allerdings mit der Meningokokken-Impfung verhindern kann.

Grundsätzlich kann die Meningokokken-Impfung gegen Meningokokken-Erkrankungen schützen. Denn schließlich gilt die Meningokokken-Meningitis als zwar seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung. Tatsächlich kann sie schwerwiegende Folgeerscheinungen verursachen sowie innerhalb von 24 Stunden sogar zum Tod führen. Dabei lösen diese sogenannten invasiven Meningokokken-Infektionen schwerste Hirnhautentzündungen aus. In Folgen gehen die Bakterien ins Blut über und lösen eine Sepsis aus.

Nichtzuletzt aufgrund solcher dramatischer Krankheitsverläufe empfehlen die Impfkommissionen in unseren Breiten seit einigen Jahren die Meningokokken-Impfung. Die gilt vor allem für Personen mit erhöhtem Risiko für Meningokokken-Erkrankungen, wie Säuglinge und Kleinkinder. Speziell Säuglinge können aufgrund ihres unreifen Immunsystems besonders häufig und schwer an daran erkranken.

Weiters sind Jugendliche aufgrund ihres sozialen Verhalten besonders gefährdet. Dazu gehört das Rauchen, Küssen, der Besuch von verschiedenen Events sowie Skikursen und Auslandsreisen mit der Schule. Auch junge Soldaten, Studenten und Schüler in Wohnheimen gehören zu den Risikogruppen.

 

Meningokokken-Meningitis

Bei etwa der Hälfte der Fälle der Meningokokken-Erkrankungen entwickelt sich eine Meningokokken-Meningitis. Diese Gehirnhautentzündung kann anfangs grippeähnliche Symptome hervorrufen. Deswegen wird sie anfangs ja auch leicht fehldiagnostiziert. Die Erkrankung kann innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich sein. Schließlich leiden auch eta 20% der Überlebenden dauerhaft an Folgeschäden. Denn eine Meningokokken-Meningitis kann in Folge beispielsweise bleibende Hirnschäden sowie Taubheit und Blindheit verursachen. Als Behandlung müssen jedenfalls rechtzeitig Antibiotika eingesetzt werden.

 

Ursache der Meningokokken-Erkrankungen

Grundsätzlich kann die Meningokokken-Impfung invasive Meningokokken-Erkrankungen verhindern. Eine Meningokokken-Erkrankung kann sich unter anderem durch eine Gehirnhautentzündung, Mengitis, oder eine Blutvergiftung, Sepsis, zeigen. Prinzipiell sind Meningokokken Bakterien, die ausschließlich beim Menschen vorkommen. Bei Gesunden können sie die Schleimhaut des Nasenrachenraumes besiedeln, ohne Krankheitserscheinungen auszulösen.

Verursacher sind Meningokokken-Bakterien, von denen es verschiedene Serogruppen gibt. In unseren Breiten ist der Typ B am häufigsten, gefolgt von C und Y. Gegen die Serogruppen A, C, W und Y gibt es seit längerem eine Impfung. Grundsätzlich gilt die Herstellung eines Impfstoffes gegen Meningokokken B aber als schwieriger.

 

Meningokokken über Tröpfcheninfektion übertragen

Normalerweise werden die Meningokokken über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Sie besiedeln den Nasen-Rachenraum des Menschen und können durch Küssen, Husten oder Niesen weitergegeben werden. Etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung leben Meningokokken ohne zu erkranken.

Jedoch können diese Träger sehr wohl Meningokokken an andere weitergeben. Deswegen stecken sich die meisten Betroffenen auch bei offensichtlich gesunden Kontaktpersonen – wie Familienmitglieder, Freunde oder Betreuungspersonen – an.

 

Symptome der Meningokokken-Erkrankung

Meningokokken-Erkrankungen sind aufgrund anfänglich unspezifischer Symptome schwer zu diagnostizieren und zeichnen sich oft durch einen schnellen Verlauf aus. So dauert es von der Ansteckung bis zum Ausbruch in der Regel drei bis vier Tage.

Anfangs treten grippeähnliche Symptome auf, wobei in der Folge dann oft auch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit sowie Nackensteifheit zu beobachten sind. Bei einem großen Teil der Erkrankten treten zusätzlich kleine, punktförmige Hautblutungen auf, die sich schnell vergrößern können.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome häufig schwieriger zu deuten, da die Symptome oft trügerisch mild sind.

Nach wie vor wird die Meningokokken-Impfung zu selten durchgeführt

Jährlich werden auch heute noch dutzende Meningokokken-Erkrankungen und auch Todesfälle gemeldet. Obwohl wie oben erwähnt Impfexperten die die Meningokokken-Impfung empfehlen. Allerdings auch hier nicht allen Kindern, sondern nur solchen mit Immundefekt.

Beispielsweise betreiben auch viele Ärzte in Deutschland die Beratung der Eltern, das Kind gegen Meningokokken B impfen zu lassen, mit wenig Nachdruck. Und das, obwohl zahlreiche Krankenkassen die Meningokokken-Impfung auch für Kinder ohne Immundefekt bezahlen.

Hingegen empfiehlt der österreichische Impflan die Meningokokken-Impfung aktuell wie folgt:

  • erstens Meningokokken B: für alle Kinder und Jugendlichen möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat.
  • zweitens Meningokokken C: für Kleinkinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen; möglich auch schon ab einem Alter von 2 Monaten.
  • drittens Meningokokken ACWY: für Jugendliche 1x im Schulalter (vollendetes 10.-13. Lebensjahr) im kostenfreien Impfprogramm. In bestimmten Situationen ab dem 2. Lebensjahr sinnvoll.

 

Weiters wird für nachfolgende Personengruppen ebenfalls eine Meningokokken-Impfung (Bakterien-Typ je nach Situation bitte beim Arzt erfragen) empfohlen:

  • erstens Menschen mit Immundefekten,
  • zweitens Reisende in Gebiete mit hohem Infektionsrisiko,
  • drittens Menschen mit beruflichem Erkrankungsrisiko wie beispielweise Kinderärzte und Intensivmediziner, sowie
  • und schließlich Kontaktpersonen im Umfeld von Meningokokken-Patienten.

Literatur:

1. World Health Organization. Meningococcal meningitis, fact sheet 19 February 2018 (available at: http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/meningococcal-meningitis – last accessed 12/2018).

2. World Health Organization. Meningococcal vaccines: WHO position paper, 11/2011. Weekly Epidem. Rec. No. 47, 2011;86:521-40

3. Österreichischer Impfplan (www.bmg.gv.at/home/Impfplan – last accessed 12/2018)

4. Stephens DS, et al. Lancet 2007;369:2196–210.

5. Rosenstein NA, Perkins BA, Stephens DS et al. N Engl J Med 2001;344:1378–88.

6. NHS Choices – Meningitis Complications. Available at: https://www.nhs.uk/conditions/meningitis/complications/ (Last accessed 12/2018)

7. European Centre for Disease Control. Annual epidemiological report 2012. Available at: http://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/Annual-Epidemiological-Report-2012.pdf (accessed 12/2018)

8. Goldschneider I, et al. Human immunity to the meningococcus. I. The role of humoral antibodies. J Exp Med 1969; 129:1307-26.

9. Jahresbericht Meningokokken 2017; https://www.ages.at/service/service-oeffentliche-gesundheit/referenzzentralen/rz-meningokokken/ (last accessed 12/2018)


Quelle: www.gsk.at

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