Melisse – ein Liebling der Honigbienen

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Die unterschiedlichen Inhaltsstoffe der Melisse bedingen die vielfältige Wirkung und die mehrfachen Anwendungsgebiete – allen voran Stress, Nervosität und Schlafstörungen.

Die Melisse – Melissa officinalis, der Familie der Lippenblütler (Laminaceae) zugehörig – war urspünglich vorwiegend im östlichen Mittelmeergebiet und in den westlichen asiatischen Regionen beheimatet. Heute wird die Heilpflanze auch in Mittel- und Westeuropa wie Spanien angebaut, am häufigsten kommt sie aber aus Kulturen am Balkan – Bulgarien oder Rumänien – zu uns.

 

Die ausdauernde Melisse

Die ausdauernde Melisse blüht zwischen Juni bis September mit kleinen weißen, manchmal rosa gefleckten Blüten und hat spitze, ovale und gezahnte Blätter, wächst am Rand von Hecken, aber auch im Garten. Die Heilpflanze wird bis zu 80 cm hoch und liebt humusreiche Böden in sonniger, geschützter Lage.

Die würzig-aromatische Geruch der Melisse erinnert an Zitronen – sehr gut nach Zerreiben der Melissenblätter wahrnehmbar. Die Zitronenmelisse riecht um vieles intensiver.

 

Wirkung und Anwendung der Melisse

Die Melisse enthält ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Citronellal, Citral, Citronellol, Nerol und Geraniol und Glykoside, Labiaten-Gerbstoffe, Triterpene und Flavonoide. Diese unterschiedlichen Inhaltsstoffe bedingen die vielfältige Wirkung und die mehrfachen Anwendungsgebiete. Die Heilpflanze wirkt beruhigend, schlaffördernd sowie entblähend, mild krampflösend und choleretisch, aber auch virustatisch und antibakteriell.

Die Melisse wird daher einerseits bei Stresssymptomen, bei Nervosität und Schlafstörungen eingesetzt. Andererseits lindert sie Magenbeschwerden, nervöse Herzbeschwerden, bekämpft Blähungen und Herpesinfektionen und fördert den Gallenfluss. In der Volksmedizin wird die Melisse auch bei Erkältungskrankheiten als schweißtreibendes und kräftigendes Mittel empfohlen.

 

Melissenblätter als Tee und Entspannungsbad

Melissenblätter werden oft allein angeboten – in Filterbeuteln zur Teeherstellung. Melissentee wird aber auch in zahlreichen Teegemischen mit Baldrian oder Hopfen eingesetzt: zur Beruhigung bei psychovegetativen Herzbeschwerden und bei Nervosität zur Schlafförderung. Weiters werden Melissenblätter als Zusatz für einige andere Teegemische wie z.B. Kräutertees bei Magen- oder Gallenbeschwerden verwendet.

Bei der Zubereitung werden zwei bis drei Teelöffel Melissenblätter werden mit einer Tasse heißem Wasser übergossen, 10 Min. zugedeckt ziehen gelassen, abgeseiht. Mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Melissentee langsam und schluckweise trinken. Eine Kombination mit Baldrian, Orangenblüten oder auch mit Hopfen ist ratsam wie zB in Spezies nervinae, der Nerventee des Arzneibuches.

Für ein Melissen-Entspannungsbad benötigt man 100 g Melissenblätter, die mit 1 l Wasser kurz aufgekocht werden. Nach 20 Min Ziehenlassen abseihen und in das 34-36°C Badewasser gießen. Die Badedauer sollte ungefähr 10-15 Min betragen, danach soll unbedingt eine Ruhepause von einer halben bis ganzen Stunde eingelegt werden.

Wer vor dem Schlafengehen ein Bad zur Entspannung nimmt, kann die Wirkung der Melisse durch Zugabe von Lavendelblüten steigern. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.

 

Sicherheit der Melisse

Neben- oder Wechselwirkungen sind keine bekannt. Verwechslungen sind selten, da die Droge gewöhnlich aus Kulturen stammt, allenfalls sind Verfälschungen mit Blättern der Zitronen/Katzenminze möglich, aber selten. Die Melisse ist vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, in dicht schließenden Behältern – wegen des ätherischen Öls nicht in Kunststoffbehältern!

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Lena Abensberg

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