Anorexia athletica: Magersucht bei SportlerInnen

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Magersucht bei SportlerInnen, Anorexia athletica, ist ein wachsendes Problem. Zahlreiche SportlerInnen hungern, um bessere Aussichten im Wettkampf zu haben.

Wenn ein Mensch durch eine extreme Diät sehr stark an Gewicht verliert, wenn sein Body-Mass-Index (BMI –errechnet aus Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße zum Quadrat) weniger als 17,5 beträgt, dann spricht man von Magersucht – medizinisch Anorexia nervosa: die am weitesten verbreitete Essstörung. Als Anorexia athletica bezeichnet man diese Störung des Essverhaltens bei Leistungssportlern. Betroffen sind vor allem Sportdisziplinen, in denen das Gewicht Vorteile bringt, um schnellere, weitere oder höhere Leistungen abrufen zu können. Sehr häufig sind aber auch jene Sportarten betroffen, bei denen die Schlankheit bei der Benotung ein wichtiges Kriterium darstellt.

 

Anorexia athletica vor allem in ästhetischen Sportarten häufig

Wenn zu den häufig Pubertät bedingten Verunsicherungen in Bezug auf den eigenen Körper noch vermeintlich reale Erwartungen von außen – wie von Trainern, Vereinen aber auch Fans und ehrgeizigen Angehörigen – kommen, wird es kritisch. Das Risiko für Magersucht bei Sportlerinnen ist vor allem dann deutlich erhöht, wenn für den Erfolg im Wettkampf ein niedriges Körpergewicht vorteilhaft ist.

Das betrifft beispielsweise Athletinnen in ästhetisch-kompositorischen Sportarten wie Rhythmische Sportgymnastik oder Synchronschwimmen – beides auch olympische Disziplinen. Magersucht bei Sportlerinnen ist weiters bei Ausdauersportarten wie bei Langstreckenlauf verbreitet, bei Männern waren Skispringer oft betroffen, denn auch dabei wirkt sich ein niedriges Körpergewicht positiv auf die sportliche Wettkampfleistung aus, wofür betroffene Sportlerinnen und Sportler mit Anorexia athletica ein erhebliches Energiedefizit in Kauf nehmen.

Das starke Abnehmen von Gewicht wird meist durch strikte Diät und exzessives Trainieren aber auch übermäßiges Entwässern erreicht. Dies kann zu einem richtiggehenden Suchtverhalten führen und in Folge zur Ausbildung einer psychogenen Essstörung führen – allerdings grundsätzlich in allen Sportarten.

 

Bei Magersucht bei Sportlerinnen auf ausreichende Nahrungsergänzung achten, um das Energiedefizit auszugleichen

Experten mahnen seit Jahren vor den die Gefahren der Magersucht bei SportlerInnen im Zusammenhang mit dem Hormonhaushalt. Anorexia athletica kann hormonelle Regulationsstörungen verursachen, dadurch kann die Knochendichte abnehmen – mit großem Osteoporose-Risiko und der Gefahr von Knochenbrüchen. Dagegen müssen Betroffene vor allem ihr Energiedefizit ausgleichen. Durch dementsprechende Maßnahmen kann es aber zur Gewichtszunahme kommen, was wiederum die leistungssportliche Karriere beeinträchtigt. Daher sollten Verantwortliche wie Trainer, Ärzte und Betreuer aber auch die Sportler selbst unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffe und Spurenelmente wie Calcium, Magnesium, Kalium, Vitamin D und Eiweiß achten.

Um Magersucht bei SportlerInnen zu verhindern, muss man somit AthletInnen, Trainer und das gesamte Umfeld dahingehend informieren. Experten empfehlen auch, bei Sporttauglichkeitsuntersuchungen oder anderen Gesundheitschecks auf folgende Symptome einer Anorexia athletica zu achten:

  • Geringes oder stark schwankendes Körpergewicht,
  • Diäten und/oder Stressfrakturen in der Anamnese sowie
  • Menstruationsstörungen bis hin zum Ausbleiben der Regelblutung bei Frauen und Mädchen.

Auch können die Sportfachverbände mit entsprechenden Bestimmungen einer Anorexia athletica entgegenwirken. Beim Skispringen ist das beispielsweise der Fall: wenn ein Springer sehr leicht ist und einen BMI von unter 20,5 hat, so werden seine Skier gekürzt, was wiederum ungünstig für weite Sprünge ist.

Literatur:

Warren MP. American College of Sports Medicine position stand. The female athlete triad. Med Sci Sports Exerc 2007; 39: 1867-82. Müller W, Groschl W, Müller R, Sudi K. Underweight in ski jumping: The solution of the problem. Int J Sports Med 2006; 27: 926-34.


Quelle: http://www.endokrinologie.net/

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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